, 15. Februar 2017
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Banner und Banden

Das Palace feiert das Zehnjährige und gibt und geniesst Gastrecht – zum einen mit viel musikalischem Wiederhören, zum andern mit einer kurzen Ausstellung aller zehn Flaggen in der Kunsthalle St.Gallen.

Zum Palace-Betrieb gehört seit Anfang die «Erfreuliche Universität» am Dienstagabend – und zu ihr jeweils eine Bühnen-grosse Flagge, die eine Spielzeit lang die Debatten begleitet.

Beim Flaggezeigen: Kunsthalledirektor Giovanni Carmine (mitte), Ursula Badrutt und Kaspar Surber vor den Flaggen von André Butzer, links, und Michaela Mélian. (Bild: René Hornung)

Noch bis zum 25. Februar heisst es nun in der St.Galler Kunsthalle «Flagge zeigen». Dort sind die zehn Kunstwerke ausgestellt. Das Palace hat sich damit eine kleine Kunstsammlung zugelegt – allerdings eine in grossen Dimensionen. Jeden Herbst wird das Sujet ausgetauscht. Gestartet wurde die Serie 2006 mit André Butzer, 2016 ging sie mit Jacqueline De Jong ins Jubiläumsjahr. Dazwischen entstanden acht weitere Werke von Michaela Mélian, Peter Kamm, Jutta Koether, Albert Oehlen, Roberto Ohrt, Andy Hope 1930, Klaudia Schifferle und Cosima von Bonin.

Kunsthalle-Kurator Giovanni Carmine freute sich an der Vernissage, dass er – selber im Palace immer wieder Gast – die nackten Betonwände im Lagerhaus mit derart grossflächigen Banner behängen darf. Kunsthistorikerin Ursula Badrutt vom kantonalen Amt für Kultur ging den Wortdeutungen der drei Begriffe Fahne, Flagge und Banner nach – die im Dialekt alle das gleiche bedeuten. Sprachgeschichtlich aber sind das Banner mit der Bande und dem Bandit verwandt – eine Erkenntnis, die dem Publikum ein Lächeln auf die Lippen zauberte.

Denn es war damals so etwas wie eine Bande, die sich dem Palace angenommen und es zur Blüte gebracht hat. Diese Gruppe hat es auch geschafft, international bekannte Künstler zu überreden, jeweils ein Banner-Sujet zu liefern.

Kaspar Surber, einer der Initianten der «Erfreulichen Universität», blendete zurück in die Geschichte der «Erfreulichen Universität», die entstanden war, weil im Palace politische Veranstaltungen unerwünscht waren – «aber niemand etwas gegen eine Universität haben konnte». Dort sind die Referentinnen und Referenten jeweils Professor(in) für einen Abend. Den Zusatz «erfreulich» hatte sich Kaspar Surber damals beim Künstler Martin Kippenberger ausgelehnt, der seine Kurse als «erfreuliche Klassen» bezeichnet hatte.

Die Palace-Fahnen, -Flaggen oder -Banner haben zwei Wochen Gastrecht in der Kunsthalle.

Am Dienstag 21. Februar findet die «Erfreuliche Universität» um 20.15 Uhr deshalb in der Kunsthalle statt. Dort wird über alternative Bildungsinstitutionen diskutiert.

Zur Finissage am 25. Februar ist ein Konzert von Mister Milano (Live/ZH) mit anschliessender Party mit Sharon from Africa (DJ/ZH) angesagt. Türe: 20 Uhr. Konzertbeginn 21.30 Uhr.

palace.sg

Die Flagge von Klaudia Schifferle.

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