Die beiden Klangkünstler Kay Rauber (36) und Christian Gschwend (35) gehen ab Sommer 2016 getrennte Wege – allerdings nicht wegen musikalischer Differenzen, sondern weil Rauber auf eine mehrjährige Segeltour um die Welt aufbricht.
Hinter dem Duo liegen rund 500 Konzerte – oder Performances. Bubble Beatz machen Musik auf Installationen, die aus Schrottteilen selbst zusammengebaut werden, und ergänzen die Perkussion mit elektronischen Klängen. Die Auftritte sind immer sehr physisch: Rauber und Gschwend spielen jeweils ohne T-Shirt und dreschen wild auf ihre Installationen ein, der Schweiss fliesst. «Wir stehen auf der Bühne immer wieder mal kurz vor der Ohnmacht», beschreibt Rauber die fordernde Art, live zu spielen. Es gehe darum, dass das Publikum «völlig ausrastet».
Live-Kostprobe 1:
Diese schräge Mischung hat Bubble Beatz über die Schweiz hinaus bekannt gemacht. Einen Hype erlebte das Duo nach seinem Auftritt in der RTL-Show Supertalent. «Danach habe ich über ein Jahr nur am Projekt Bubble Beatz gearbeitet», sagt Rauber, der ab dem Spätsommer 2016 auf Weltreise sein wird. In letzter Zeit sei es aber wieder ruhiger geworden. Heute leben Rauber und Gschwend Bubble Beatz wieder als «zeitintensives Hobby» aus.
Der RTL-Auftritt brachte der Band viele Engagements ein – aber auch Kommerzvorwürfe aus der lokalen Musikszene. «Wir haben keine Berührungsängste, und das grosse Interesse zeigte ja einfach, dass den Leuten unsere Musik gefällt», sagt Rauber dazu.
Wichtig war im Rückblick auch der erste Auftritt des Duos am Openair St.Gallen 2001. «Wir standen das erste Mal vor einem grossen Publikum und waren ein wenig durch den Wind», erinnert sich Rauber. 2003 kauften sich die beiden Musiker dann einen Transporter, beluden diesen mit ihrem Schrott und tourten so durch Europa, spielten spontane Konzerte und oft auf der Strasse. «Mein persönliches Highlight unserer Bandgeschichte», sagt Rauber.
Bubble Beatz-Konzept lebt in China weiter
Ab 11. Dezember geht die Band zum Abschied auf eine «Best of Show»-Tour durch die Schweiz, unter anderem mit Station im Casino Herisau im Februar. Die Tour wird Elemente der vergangenen 17 Jahre auf der Bühne zusammenbringen. Unter anderem haben Bubble Beatz dafür neue Instrumente entwickelt und zusammengeschweisst: so ein überdimensioniertes Hackbrett, das mit chinesischen Stäbchen bespielt wird.
Die China-Connection der Band entstand im Jahr 2013: Damals erhielten sie eine Einladung ans Midi Modern Music Festival, das grösste Rockfestival Chinas. In Peking und Shanghai spielten sie insgesamt neun Gigs. «Die Chinesen sind auch an Festivals nüchtern und darum sehr frisch. Sie kommen ans Konzert, weil sie sich wirklich für die Musik interessieren», sagt Rauber.
Die damals geknüpften Beziehungen führen dazu, dass das Bubble Beatz-Konzept in China weiterleben wird: Die dortige Yang Lipin Dance Company hat das Konzert-Equipment der Band in China gekauft. Nächste Woche werden Rauber und Gschwend in die Stadt Kunming reisen, wo sie chinesische Performer in der Bedienung der Installation unterweisen. Ab 2016 tritt dann also eine chinesische Kopie von Bubble Beatz in der chinesischen Erfolgsshow Dynamic Yunnan, die von über 60 Musikern und Tänzern gestaltet wird, auf.
Und wenn die Segeltour vorbei ist, in drei oder vielleicht vier Jahren, ist auch eine Reunion des St.Galler Originals «sehr gut möglich», wie Rauber sagt.
Live-Kostprobe 2:
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Kunstausstellung
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