, 30. April 2017
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FCSG vs. YB 0:2 – wieder keine Punkte

Der FC St.Gallen ging mit einem neuen Gesicht ins Spiel. Und zu Beginn lief es ordentlich. Die gelb-rote Karte von Toko führte zum Einbruch. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.

Die St.Galler Heimkurve «Espenblock» besingt ihre Liebe zum FCSG. (Bild: zvg)

(Bild: zvg)

FCSG – YB 0:2

15 Uhr 36 Uhr – Abpfiff! Der FC St.Gallen verliert mit 0:2 gegen die Berner Young Boys. Die fünfte Niederlage in Serie. Der Auftritt von Grün-Weiss war aussichtsreich bis zum Platzverweis von Spielführer Toko. Zinnbauer steht mehr denn je unter Druck. Keine Pointe. Einen schönen Abend wünschen R.S. und R.S.

Minute 91 – Gerndt trifft nochmal. Unhaltbar schien der nicht. Das Stadion fordert den Kopf von Zinnbauer.

Minute 90 – Vier Minuten Nachspielzeit. Vier Minuten Hoffen. Dr. O.W.?

Minute 87 – Der Ausgang dieser Partie ist ja nicht überraschend. Nur ist der Rückstand noch enttäuschender, weil wir zwischendurch unverhofft an einen Heimsieg glauben durften. Der Fussball spielt mal wieder mit unseren Gefühlen. Barnetta kommt nun für Gelmi. Alles nach Drehbuch?

Minute 85 – Es kam, wie es kommen musste. Fünf Minuten vor Schluss trifft Gerndt für die Berner.

Minute 80 – Es scheint weiterzugehen für Stojanovic.

Minute 77 – Stojanovic muss gepflegt werden. Kommt Lopar doch noch zu einem Einsatz?

Minute 75 – Die Berner werden besser, was teilweise mathematisch erklärbar ist. Elf ist grösser als zehn. <3

Minute 73 – Zinnbauer will das Unentschieden sichern. Er bringt Schulz für Tafer. Das gefällt nicht allen. Es sind „Zinnbauer raus“-Rufe zu vernehmen.

Minute 72 – Gleich gehts hier in die letzte Viertelstunde. In Bern nennen sie das ja die YB-Viertelstunde. St.Gallen spielt derweil zu zehnt und weist in dieser Saison einen Torsaldo von -4 in den letzten 15 Minuten aus. Viel spricht hier leider nicht für die St.Galler.

Minute 69 – 11’977 Zuschauer geniessen das schöne Wetter hier im Westen der Stadt St.Gallen.

Minute 64 – Der abwesende R.S. will sich per #followerpower einmischen. Er ist aber nach wie vor suspendiert. Der Redaktionsrat steht zu dieser Entscheidung und wird deshalb nicht antworten.

Minute 60 – Toko grätscht gelbwürdig. Der Unparteiische teilt unsere journalistisch hochstehende, mit Bier getränkte Meinung leider und zeigt den gelben Karton. Weil Toko jenen heute schon sah, fliegt er vom Platz. Der bis anhin ansprechende St.Galler Auftritt droht, nicht belohnt zu werden. Cueto ersetzt derweil Salihovic.

Minute 56 – Hefti im FIFA-Modus. Drückt L1 und Dreieck, aussenristet die Kugel so in den Lauf Aratores. Der geht nach einem harten Zweikampf zu Boden. Klitschko-Like. Nur bekam der Ukrainer keinen Freistoss (Warum eigentlich?). Den ebendiesen setzt Salihovic Super-League-mässig übers Tor.

Minute 55 – Dr. O.W. ist zurück vom Pausenbier. Er beantwortet die Leserfrage von P.W. mit unglaublich vielen Fachausdrücken. Von Mindset ist da die Rede. Professionalität. Positiv und negativ. Pro und Contra. Kurzfassung: Ein Profi kann nicht gegen etwas spielen, nur für. Einige sind einfach schlecht darin, was dann wie „gegen etwas spielen“ ausschaut.

Minute 53 – Mutmasslich Wittwer bedient Tafer im Fünfmeterraum. Der hält seinen Fuss an die scharfe und gerade deshalb gelungene Flanke. Mvogo verhindert das Tor. Darauf einen Schluck Energy-Drink.

Minute 51 – „Ein Team, ein Traum. Die Kings sind in Town. Unsere Grenzen sind der Himmel, eure Grenze ist der Zaun. Ich hab’ noch nie verloren, ich weiss nicht, wie das ist.“

-Shindy, bedeutender Deutscher Philosoph und Denker. Aus seinem Jahrhundertwerk „Balkan-Mix“.

Was den St.Galler Teammanager allerdings als Realitätsfremder entlarvt. Ich hab’ noch nie verloren?

Minute 48 – Ein Nachtrag zur Song-Diskussion: Eigentlich wärs ja ein anderer Song von Bushido. „Von der Skyline zum Bordstein zurück“. Passend.

Minute 47 – Über Twitter (@senfsg) erreicht uns bzw. Dr. O.W. die Frage: „Lieber Dr. O. W.: warum sind die Spieler nicht einmal im Stande gegen den Trainer zu spielen? Ich bin verwirrt!“ Wir leiten die Frage an Dr. O.W. weiter. Er ist aber noch beim Pausenbier.

Minute 46 – Spiel ist wieder en marche.

14 Uhr 44 – Im Pausenprogramm auf den Bildschirmen wird St.Gallens Teammanager „weiss nöd, irgendwas“ (Danke, R.S.) gefragt, welcher Song der FCSG für ihn sei. Er nutzt die Chance, sich in kulturellen Gefilden zu positionieren: „Balkan-Mix“ von Shindy. Sympathisch, der Mann. Meiner wäre ja „Sonnenbankflavour“ von Bushido. Kann mich mit dem Text identifizieren und so.

Pause – Trainer Zinnbauer hat für dieses Spiel ordentlich umgestellt. Warum er Lopar durch Stojanovic ersetzt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Und der Kenntnis aller anderen im Stadion. Geschadet hat es bisher nicht, viel zu tun hatte der neue Torhüter aber auch nicht. Nach schwierigen Startminute zeigt sich der FCSG von einer besseren Seite als zuletzt. Nicht erklärbar für uns: Warum Barnetta auf der Bank sitzt. Zwar waren seine Leistungen jüngst tatsächlich eher bescheiden, aber bei dem Kick and Rush-Fussball war das auch nicht verwunderlich. Das gepflegte Kurzpassspiel der Espen heute käme ihm wohl gelegen.

Minute 45 – Aus dem Espenblock erreicht uns die Spieleinschätzung von Leserin S. aus W.: „Äs isch bald Pause und mir sind no nöd hine dri.“ Dr. O.W. spricht der jungen Frau ein Kompliment aus: „Man muss sich über Kleinigkeiten freuen können. Kleine Zwischenziele auf dem Weg zur grossen Vision.“ Mittlerweile ist übrigens Pause und es steht immer noch 0:0. Proscht!

Minute 43 – Aratore ist auf rechts durch und schafft das Kunststück, sich das Plastik gleich viermal vorzulegen, ohne dass es unkontrolliert in eine unbeabsichtigte Richtung springt. In diesen brotlosen Zeiten eine einzige Wohltat. Dereinst werden wir auf der Aratore-Tribüne sitzen. Sein Lauf endet am Sechzehner, wo er abzieht. Der Schuss streicht einen Meter am Tor vom angehenden Dosendeckel vorbei.

Minute 40 – Kollege R.S. im Gespräch mit seinem Nachbarn, der sich ob der heute fehlenden weiten Bälle freut: „Ich vermisse das fast ein wenig.“ Gelächter, gefolgt von ungläubigen Blicken der Journalistenkollegen. Dr. O.W. schreitet ein: „Es ist ganz normal, dass man nach einem Verlust die Vergangenheit durch die rosa Brille sieht und Geschehenes verklärt.“

Minute 35 – Mbabu verliert seinen Schuh. Gut sind Dinger heute nicht mehr schwarz, sondern in irgendeiner Neonfarbe. So findet man das fehlende Schuhwerk wenigstens gleich wieder.

Minute 33 – Ein ganz blöder Ballverlust in der Offensive führt dazu, dass die Berner kontern können. Stojanovic darf sich ein erstes Mal auszeichnen. Nochmal Glück gehabt.

Minute 31 – Und ich habe mein grammatikalisches Gewissen gestern bei Ramona gelassen. Schläfst du noch, Kleines? Ja, liebe Leser, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Ich bin vergeben. In elf von zehn weiblichen Ostschweizer Single-Haushalten gibt es heute Abend zum Znacht eine Kilopackung Glacé mit dem Film „PS I love you“. En guete! En marche!

Minute 29 – Gaudino mit viel Übersicht. Er schlägt einen weiten Ball von links hinten nach rechts vorne. Aratore kommt aber dann nicht am Berner Verteidiger vorbei. Zum Schluss gibts immerhin Eckball, der bringt jedoch nichts ein.

Minute 27 – Wir haben nicht nur einEN Ombudsmann, sondern auch ein Korrektorat. Dieses entschuldigt sich für den fehlenden Akkusativ in Minute 23. Den haben wir gestern Abend in der Beiz liegengelassen.

Minute 24 – Wir mussten uns gerade gegenseitig versichern, dass wir tatsächlich dem FC St.Gallen zusehen. Kurzpassspiel, Tunnel, Übersicht, Absatztrick… alles war bei diesem Angriff dabei. Nur kein Tor. Leider.

Minute 23 – Der SENF wäre nicht der SENF, wenn er nicht journalistisch einwandfrei berichten würde. Ein Medienhaus mit derart grossem Einfluss, wie wir ihn haben, leistet sich natürlich auch ein Ombudsmann. Dieser schreitet nun ein und korrigiert: Rochat ist zwar in Kanada geboren, allerdings aber Schweizer. In dieser grossen vernetzten Welt keine Rarität. En marche!

Minute 20 – In der neuen Rubrik „im Schilf steht“ porträtieren wir heute Alain Rochat. Der 34-jährige Kanadier hat gefühlt noch schwarz-weisses Fernsehen erlebt und Spieler wie Thomas Häberli oder Massimo Ceccaroni überdauert. Heute steht er regelmässig im Schilf. Ajeti, Tafer und der stets agile Aratore laufen dem Relikt aus Nati-A-Zeiten um die Ohren.

Minute 16 – Schiri Klossner langweilt sich etwas und entscheidet spontan, auch ins Spielgeschehen einzugreifen. Beide seiner bisherigen Ballkontakte waren aber nicht von Erfolg gekrönt.

Minute 13 – Auf der Pressetribüne starrt man sich fassungslos an. Nach einigen Sekunden stammelt Kollege R.S. ganz verlegen: „Das… das… das ist ja… Sp… Spielkultur.“ Wie Forscher, die unverhofft auf einen Schatz (hihi) gestossen sind und ungläubig staunen. Und wenn die St.Galler hier Spielkultur zelebrieren, dann befinden wir uns hier in einem Paralleluniversum, in dem Hillary Clinton die USA regiert und „Fascht e Familie“ sein TV-Comeback feiert.

Minute 10 – Ein weiter Ball in die Spitze, Ajeti kämpft sich am Berner Assalé vorbei. Dieser hält ihn zurück, Ajeti zeigt Sportsgeist und lässt sich nicht fallen. Er kommt zum Abschluss. Mvogo hält.

Minute 8 – Dr. O.W. ist heute übrigens selbstverständlich auf der Medientribüne. Wir wollen ja keine unnötigen Risiken eingehen. Das Spruchband des Espenblocks kommentiert er positiv: „Rauslassen, alles rauslassen. Wer sowas in sich hineinfrisst, wird später darunter leiden.“

Minute 7 – Doppelchance für die Espen. Zuerst haut Ajeti den Ball an den Pfosten, Wittwer kann flanken, Toko verzieht. Aus aussichtsreicher Position, wie Kollege R.S. anmerkt.

Minute 6 – Der Espenblock ist wie gewohnt nicht um direkte Worte verlegen. „57 Spiel – 62 Pünkt – Jetzt isch Ziit zum Goh!“ steht da. Und das J und das Z sind rot eingefärbt.

Minute 5 – Ebenfalls nicht dabei ist Abwehrchefin Karin Hagi. Die alleinerziehende Kettenraucherin aus Bütschwil muss heute die ungeliebte Sonntagsschicht im Flawiler Bahnhofskiosk übernehmen. Kollegin Vreni hat ihr den heutigen Arbeitstag im obligaten Fasnachtssuff Anfang Februar schmackhaft gemacht. Die euphorische Karin willigte liebestrunken – Martin, Flawiler Tankwart und ausgabefreudigster Kunde („Blick mit“ im Wochenrhythmus) hat zärtlich und „unabsichtlich“ ihren Busen gestreift – ein. Statt leidenschaftlichem Blutgrätschen verkauft sie heute vergilbte Schmuddelheftli und alte Zigaretten. Ob das so viel schlimmer ist als die heutige Partie, bezweifle ich gerade.

Minute 3 – Der neue Espen-Goalie Stojanovic kriegt gleich mal Arbeit. Bisher spielt hier nur YB.

Minute 1 – Im Espenblock scheint man den Wechsel auf der Torhüterposition auch nicht zu verstehen. Unbeirrt ob des anderen Torwarts zwischen den Pfosten skandieren die Fans „Daniel Lopar“.

Minute 1 – Das Spiel läuft.

13.35 Uhr – Wir müssen heute mit einer lieb gewordenen Tradition brechen. Die Aufstellung unseres FC St.Gallen verraten wir euch sonst jeweils spät im Spiel. Heute ist sie aber so seltsam, dass wir damit nicht warten können. Im Tor steht – ohne dass Lopar verletzt wäre – Dejan Stojanovic. Auch auf der Bank Platz nehmen muss Barnetta. Dafür stehen Wiss und Gaudino von Beginn weg auf dem Feld. Auf der Medientribüne ist man sich uneinig, ob Zinnbauer die Aufstellung per Glücksrad oder mit Dart-Pfeilen macht.
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