, 28. November 2016
1 Kommentar

Ein Turm und eine Plaza Mayor

Vier Architekturbüros haben für das Areal Bahnhof Nord in St.Gallen in den letzten Monaten Testplanungen erarbeitet. Seit heute kennt man das Ergebnis, und es herrscht rundum Zufriedenheit.

Synthese der Testplanungen im Modell (Bilder: Stadt St.Gallen)

Die heissen Punkte vorweg: Alle vier Projekte lassen sowohl die Villa Wiesental als auch das Spanische Klubhaus stehen. Alle reissen das «Montana» ab und bauen dort ein dreicek-ähnliches, zusätzliches Schulhaus für die Fachhochschule. Doch in weiteren Details sind die vier Planungen dann doch ziemlich unterschiedlich.

Die Jury empfiehlt, den Vorschlag des Zürcher Architekturbüros Meili Peter weiter zu verfolgen. Das gleiche Büro hatte auch den Klanghaus-Wettbewerb gewonnen, und eines ihrer berühmten Bauwerke sind die Perrondächer am Rande des Zürcher Hauptbahnhofs. Meili Peter Architekten haben zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Vogt gearbeitet. Günther Vogt hat unter anderem den Garten der Helvetia-Versicherungen am Rosenberg und den Innenhof zwischen Lagerhaus und Stadtpolizei entworfen.

Neubauten am Gleis

Am Gleis – so schlägt dieses Projekt vor – könnte neben der Lokremise ein vier- oder fünfstöckiges Haus neu gebaut werden. Daneben, Richtung Fachhochschule, ein Turm mit 15 Geschossen. Beide mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss und darüber sowohl gewerblich, als auch für Wohnungen nutzbar.

plan-bahnhof-nord

Klick zum Vergrössern

Zwischen diesen Neubauten und der Lagerstrasse soll die Plaza Mayor entstehen, der zentrale Begegnungsraum fürs Quartier. Er soll das Zentrum einer Reihe von öffentlichen Freiräumen sein. Dazu gehört der Spickel östlich des «Montana», der bestehende Platz zwischen Gleis und Fachhochschule sowie der Garten der Villa Wiesental. Neben dem Klubhaus auf den städtischen Parzellen soll ebenfalls neu gebaut werden.

Mehr Luft für die Villa Wiesental

Die Jury ergänzte diese Vorschläge mit Ideen aus den drei anderen Projekten. Vor der Fachhochschule soll ein «Chiosco» aufgebaut werden, so etwas wie der kleine Bruder der Rondelle auf dem Marktplatz. Die Überbauung Leonhard – der ungeliebte «Leopard» – könnte direkt neben der Leonhardsbrücke einen Anbau bekommen, der parallel zu den Gleisen stehen würde. Auch die «Leopard»-Fassade gegenüber der Villa Wiesental könnte neu gestaltet werden.

Schliesslich möchte der Synthesebericht auch dem Verkehr an den Kragen: Die Strassengabelung direkt neben der Villa Wiesental soll schmaler werden, damit die Villa einen Teil des ehemaligen Parkes zurückbekommt. Das wird allerdings eine Knacknuss, denn der Autobahnperimeter reicht weit in die Kreuzung hinein.

Weiterreden am Mittwoch

Mit diesen Vorschlägen sind nach ersten Reaktionen fast alle zufrieden. Am Montag wurden zuerst die Grundeigentümer und dann die Stadtparlamentarier informiert. Lauten Protest gab es keinen. Am Mittwoch findet das zweite öffentliche World Café in der Lokremise statt (19 Uhr). Dort hat die Bevölkerung das Wort und darf die Projekte kommentieren. Im neuen Jahr wird der (neu zusammengesetzte) Stadtrat entscheiden, wie es weiter geht.

Bis die Bagger auffahren und Kräne aufgestellt werden, wird es allerdings dauern. Eine Testplanung ist noch ziemlich abstrakt. Investoren gibt es noch keine, und wie die Häuser dereinst aussehen werden, ist völlig offen. Im Moment geht es erst um Weichenstellungen: Wo könnte was hinkommen.

Hier noch einmal die Situation heute:

bahnhofnord2

Bild: Dani Fels

1 Kommentar zu Ein Turm und eine Plaza Mayor

  • Remo sagt:

    Es ist eine Schande, wie immer wieder Kulturgut zerstört wird.

    Und es ist ein großes Positivum, daß hier durch private Initiative ein Stück Stadt lebenswert erhalten bleiben kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Saiten

 

Ostschweizer Kulturmagazin
Frongartenstrasse 9
Postfach 556
9004 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Frédéric Zwicker

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 20 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstützen Sie uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto 90-168856-1.

 

Herzlichen Dank!