, 6. März 2017
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Endlich solo. Mit Glamour.

Endlich nutzt die Musikerin, Schauspielerin, Komponistin und Texterin Sibylle Aeberli ihr Talent nur für sich selbst. Mit ihrem Solo-Stück «Selfmade Glamour» ist sie am Mittwoch in der St.Galler Kellerbühne zu sehen. von Sina Bühler

Bilder: Yoshiko Kusano

«Es wird die beste Veranstaltung zum 8. März!», sagt Sibylle Aeberli. Am Internationalen Tag der Frau tritt die Zürcher Musikerin und Schauspielerin mit ihrem Solo-Stück Selfmade Glamour in der St.Galler Kellerbühne auf.

Natürlich geht es um Feminismus, sagt Sibylle Aeberli. Um eine Gender-Betrachtung von Lego-Spielzeug beispielsweise, um das schwierige Dasein als Alpha-Existenz, aber auch um das Altern als Künstlerin. Feministische Stand-Up-Comedy mit viel Musik. Oder einfach Stand-Up-Comedy – bei lustigen Männern wird das Geschlecht ja auch selten betont. Aber das gehört bereits zum Thema.

Selfmade Glamour ist die One-Woman-Show einer Künstlerin, die im im zarten Alter von 54 Jahren ihr erstes Solo Projekt auf die Bühne bringt. Ein musikalisches Kabarett, das sich um den langen Werdegang und die damit verbundenen Einsichten dreht: um das Dasein als Backgroundsängerin, um den Wunsch eine eigene Show zu bestimmen und was die Erwartungen des Publikums dabei anrichten. Kurz: Von Existenzängsten und wie diese mit Champagner besänftigt werden können.

Nach 30 Jahren Knochenarbeit steht Aeberli also endlich alleine auf der Bühne. Ohne Budget zwar, mit rudimentären Requisiten und nicht mehr ganz so frisch wie früher. Dafür mit unzähligen Geschichten, Songs und Glamour. Und mit Federn. Endlich solo.

Bei ihrem letzten Stück, mit dem sie ebenfalls in St.Gallen gastierte, waren sie noch zu zweit. Schon das war Kabarett: Zusammen mit ihrer besten Freundin Milena Moser schrieb, spielte und sang sich Sibylle Aeberli als «Die Unvollendeten» durch die Schweiz. Sie textet die Bücher von Globine, der Kumpelin von Globi und ist seit über 20 Jahren Gitarristin und Sängerin der Kinderband Schtärneföifi. Die Band, die noch vor ihrer eigentlichen Gründung den ersten Hit landete: Heicho – ohni Znacht is Bett ist wohl eines der wenigen Kinderlieder, das regelmässig auf DRS 3 läuft.

Etwa gleich lange steht Sibylle Aeberli aber auch auf der Theaterbühne, meist mit dem «Club 111». Zurzeit ist sie im Zürcher Schauspielhaus zu sehen, wo sie im Kinderstück Der Teufel mit den drei goldenen Haaren des Teufels Grossmutter gibt. Regie führte Meret Matter, zusammen mit Sibylle Aeberli auch Co-Autorin von Selfmade Glamour: Eine Zusammenarbeit, von der sie 15 Jahre lang geträumt hätten. Wünsche, Träume und Solo-Ziele brauchen eben Zeit. Aber am Ende wird es glamourös. Mit Federn.

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