, 15. Februar 2017
5 Kommentare

Keine Frage des Blickwinkels

Breaking: Tele Ostschweiz «überzeugt» wieder einmal mit Qualitätsjournalismus – Stadträtin Maria Pappa dürfte sich davon geschmeichelt fühlen. Nicht.

In der Literatur und den visuellen Künsten gibt es einen Ausdruck für den maskulinen Blickwinkel, der die Frau als Objekt behandelt: Male gaze. Damit sind unter anderem spezielle Bildausschnitte oder Zooms auf einzelne Körperteile gemeint.

Falls nicht klar ist, wovon ich spreche, hier ein Beispiel:

Maria Pappa ist zweifellos eine überaus schöne Frau. Auch ich habe mich schon ertappt, wie ich sie (und andere schöne Menschen) ausgecheckt habe.

Allerdings ist es schon etwas ganz anderes, ob man das insgeheim und verstohlen für sich macht oder ob man diesen Reflex gleich mit der ganzen Ostschweiz teilt – wie der Kameramann von «TVO» im Filmli oben.

Aber hey, der Kollege von der Bionstrasse wollte sicher nur Pappas Worte unterstreichen, mit einem eleganten Schwenk auf ihre Gestik. Wer zoomt denn heute noch heraus in solchen Fällen…

Oder der Grund für die sexistische Kameraführung war ein ganz anderer: akute Müdigkeit. Bei gewissen politischen Geschäften eine durchaus häufige Nebenwirkung. Der Kameramann litt einfach unter einem Anfall von Sekundenschlaf und da ist ihm halt die Linse nach unten verrutscht. So what.

Das Endprodukt zeugt definitiv nicht von Qualitätsjournalismus. Bei diesem Interview ging es um Politik und darum, was Pappa zum Sömmerli-Entscheid zu sagen hatte – nicht darum, wie sie dabei ausgesehen hat.

Kein Wunder, dass man «TVO» im Ostschweizer Journi-Jargon «TV Null» nennt.

5 Kommentare zu Keine Frage des Blickwinkels

  • Schultz sagt:

    Naja. Also dieses Geschreibsel zeugt auch nicht von journalistischer Qualität.
    Natürlich hat der Schwenk einen unschönen Stocker. Ein solcher Schwenk ist aber völlig normal. Hier auf sexismus zu machen ist, gelinde gesagt, ein Witz.

  • Monse sagt:

    Ich finde den Artikel wichtig und auf den Punkt gebracht. Es geht um eine Auseinandersetzung der Darstellung der Medien. Inhalt und Bild stimmen nicht überein. Die Kameraführung ist einfach gesagt dumm.

  • Joe sagt:

    Dieser Artikel strotzt vor Peinlichkeit, Frau Riedener.
    Keine Wunder arbeiten sie bei einem solchen Qualitätsmedium wie Saiten. Vielleicht sollten Sie sich hauptsächlich auf das „auschecken“ von Politikerinnen fokussieren.

  • Der Frau sagt:

    Herrje!
    Als emanzipierte Frau sage ich: man kann auch überall Sexismus wittern! Und pauschal dann grad einen ganzen Sender abstempeln ist auch sehr professionell! Was lief bei Ihrer Ausbildung schief?

  • Emilia sagt:

    Als nächstes muss sich Frau Pappa noch entschuldigen, dass ihr Bauch im weg ist, weil der Kameramann doch nur ihre Hände filmen wollte. Total übertrieben der Artikel und macht der durchwegs ernsthaft zu nehmenden Feminismus Debatte keinen Dienst. Und Herr Olibet sollte nächstes mal auch zweimal überlegen was er da für ein Bashing postet…

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