| | Emil Grubenmann |  |
| | Samstag, 12. Juni 2010, 0:00 Uhr / (bis Sonntag, 15. August 2010) | | Station (Agathe Nisple), Appenzell | | | Emil Grubenmann junior war in den 1970er Jahren ein bekannter Fotograf; einer, der den Beruf à fond gelernt hatte, das Handwerk beherrschte, zudem einen besonderen Blick für Menschen hatte, den richtigen Moment abwarten konnte. Er war, das wusste man schon damals, mit seiner Leidenschaft und Kompromisslosigkeit, seiner Intuition ein Künstler. Dann kehrte Emil Grubenmann dem Appenzellerland den Rücken. Er übte andere Berufe aus, bildete sich in vielen Gebieten weiter, hängte die Kamera an den Nagel. Heute lebt er in Deutschland.
Die bis zu seinem Wegzug im Appenzellerland entstandenen Aufnahmen, Papierabzüge und Negative, lagerten in Ordnern und Schachteln, gerieten in Vergessenheit. Aber sie überdauerten die Zeit.
Die Fotografien, die jetzt erstmals öffentlich gezeigt werden, sind einerseits Zeitdokumente. Sie führen einem eine noch nahe, aber versunkene Zeit vor Augen. Sie zeigen Menschen in alltäglichen Situationen, im Gespräch, konzentriert, in sich gekehrt, stolz, nachdenklich, fröhlich, skeptisch, herausfordernd. Ältere werden sich an viele Gesichter erinnern, an Namen, an Geschichten und Zusammenhänge. Einige werden sich selber erkennen, sich daran erinnern, wie sie damals waren.
Anderseits aber ist in den Aufnahmen etwas Überzeitliches zu spüren. Die vergehende Zeit hat ihnen ihren unmittelbaren Bezug genommen. Sie hat sie von der damaligen Gegenwart, vom Lokalkolorit befreit. Es wird dadurch etwas sichtbar, was im Alltag, in der Gegenwart meistens übersehen wird. Emil Grubenmanns Bilder sprechen eine Sprache, die nicht übersetzt werden kann und muss. Sie ist vieldeutig, teilt auch Unaussprechliches mit. Es offenbart sich in diesen Bildern das, was Menschen ausmacht; und auch das, was zwischen Menschen passiert: Das Typische in ihnen ist nicht mehr nur typisch appenzellisch. Die Bauern im Gespräch könnten auch Philosophen im antiken Griechenland sein, die über das Wesen der Zeit sinnieren. Oder tibetische Mönche, die sich in das Rad der Zeit vertiefen.
Emil Grubenmann vermutet, dass er «schon ein gewisses Talent hatte». Aber was ist das Besondere an seinem Talent? «Man muss halt auf den richtigen Moment warten können», sagt Emil Grubenmann mit einem fast fragenden Ton. Henri Cartier-Bresson, der grosse Fotograf, wusste, dass es auf den entscheidenden Moment ankommt: «Für mich ist die Kamera ein Skizzenbuch, ein Instrument der Intuition und Spontaneität, der Herrscher des Augenblicks, der - visuell ausgedrückt - gleichzeitig in Frage stellt und entscheidet. Um der Welt ,eine Bedeutung zu geben', muss man sich beteiligt fühlen an dem, was man im Sucher sieht..»
Auch Emil Grubenmann ist aus tiefstem Wesen beteiligt am Leben, an der Welt. Er stammt aus einer Familie starker Persönlichkeiten, geht selbst konsequent eigene Wege, sucht den starken Kontrast und darin die Wahrheit - aber auch die einst vermisste Zärtlichkeit und Behutsamkeit. Das hat ihn aufmerksam für kleinste Regungen gemacht. Diese Wahrnehmungsfähigkeit verleiht seinen Bildern eine überzeitliche Aktualität und Gültigkeit. Ihr Thema ist - über das Dokumentarische hinaus - eben genau dies: die Wahrnehmungsfähigkeit der Seele, das Geheimnis des Bewusstseins.
Infos:
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Art / Stil:
Kunst / ausstellungen
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Veranstaltungsort:
Station (Agathe Nisple) Jakob Signerstrasse 5 9050 Appenzell
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Tel: +41 71 787 33 30 Web: http://www.nisple.com
Bitte Öffnungszeiten beachten!
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| Weitere Anlässe am selben Veranstaltungsort: | | zur Zeit keine... |
| | | Weitere Anlässe der selben Rubrik: | Donnerstag, 24. Mai 2012, - Uhr Nextex, St. Gallen | Freitag, 25. Mai 2012, - Uhr Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz | Samstag, 26. Mai 2012, - Uhr Kunstraum, Kreuzlingen | Samstag, 26. Mai 2012, 0:00 Uhr Kunstraum, Kreuzlingen | Sonntag, 27. Mai 2012, 15:30 Uhr Napoleonmuseum Schloss, Salenstein |
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 | Super Publikum heute Zur Lage der St. Galler Kulturpolitik - Mai 2012
Editorial
Wer einen Film machen möchte, der über zwei Millionen Franken kostet, der müsse die Schweiz verlassen, sagte kürzlich der Regisseur Peter Liechti. So viel Geld bekomme hier niemand für einen Film. Um überhaupt an Gelder zu kommen, habe man früher Pressekritiken vorweisen müssen, heute werde nach Besucherzahlen gefragt. Hört sich nach... mehr |
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