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Ittingen brennt
Sonntag, 11. März 2012, 17:00 Uhr
Kartause Ittingen, Warth
Am 18. Juli 1524 brennt die Kartause Ittingen. Auf ihrem Weg nach Frauenfeld, wo sie ihren vom Landvogt gefangen gesetzten Priester befreien wollen, zünden aufgebrachte Bauern aus der Umgebung von Stein am Rhein und Stammheim das Kloster an. Diese Begebenheit, die als «Ittinger Sturm» in die Schweizer Geschichte eingeht, bildet die Grundlage für ein Theaterstück, das das Theater Jetzt unter der Leitung von Oliver Kühn zusammen mit der Kartause Ittingen im Februar 2012 zur Aufführung bringt. Es ist kein Historienspiel, sondern eine Art Volks-Theater, das durchaus auch unterhaltsam die vielfältigen Parallelen des Ittinger Sturms zu heutigen Konflikten thematisiert. Zu einem ganz besonderen Ereignis wird das Stück ?Ittingen brennt? dadurch, dass das Theater am Ort des historischen Geschehens spielt, nämlich im alten Weinkeller des Kartäuserklosters. Hier gab sich die aufgebrachte Menge dem Trunke hin, wodurch der politisch motivierte Aufstand bald in ein wildes Gelage ausartete. Spannender und authentischer kann ein Spielort nicht sein. An diesem aussergewöhnlichen Theaterereignis erleben die Zuschauer, wie Geschichte lebendig wird, wie sich am Ort des Geschehens Vergangenheit und Gegenwart zu einer untrennbaren Einheit verbinden. Zur Entstehung von ?Ittingen brennt? Vor bald drei Jahren trafen sich Kurt Schmid, Prokurator der Kartause Ittingen, und Oliver Kühn, Leiter des Theater Jetzt mit dem Ziel, für die Kartause Ittingen ein Theaterstück zu entwickeln. Der Prokurator schlug vor, den Ittinger Sturm von 1524 zum Thema zu machen. Der Theatermann hatte anfangs seine Bedenken. Wer interessiert sich schon für das 16. Jahrhundert? Für die Reformation? Den Bildersturm? Für all diese so lange zurückliegenden Ereignisse? Dann brandeten im Frühjahr 2011 die Unruhen in Nordafrika auf und etwas später die Aufstände von Jugendlichen in London. Bald folgten Krawalle in Zürich, Schlägereien von Fussball-Hooligans und Partyvolk. Das Besondere an diesen Unruhen war, dass nie ganz klar wurde, was denn die Jugendlichen mit ihren Demonstrationen überhaupt bezweckten. Irgendwie waren keine Gründe für die Krawalle auszumachen. Und auf einmal hatte der Klostersturm des 16. Jahrhunderts eine ganz aktuelle Bedeutung, schienen ganz ähnliche gesellschaftliche Mechanismen zu wirken. Gab es nicht auch damals schon jene kleinen ?Revoluzzer?, die, Lemmingen gleich, anderen einfach hinterher liefen und erfolgreich heimkehrten, wenn sie ihre ?niedrigen? Ziele erreicht hatten; heute eine aus einem Geschäft entwendete Stereoanlage, vor 500 Jahren ein leer gesoffener Weinkeller. Plötzlich zeigten sich offensichtliche Parallelen zwischen heute und 1524. Es gibt Aufrührer und Besonnene, Abenteuerlustige und politische Taktierer. Auf Provokation folgt nur zu oft Gegenprovokation, und plötzlich brennt im allgemeinen Tohuwabohu ein Kloster. Hinterher lässt sich kaum mehr feststellen, wer die Schuld an der Katastrophe trägt. Das ist, dramatisch gesehen, grossartig. Und deshalb hat Oliver Kühn mit seinem Theater Jetzt aus diesem Stoff ein Stück gemacht. Gleichsam im Brennpunkt des Ereignisses erzählen er und sein Team die Geschichte von drei Agitatoren des Ittinger Sturms, die, angestachelt durch die Kriegsgöttin Belli, in einen Strudel von Lust und Gewalt geraten, der sich nicht mehr kontrollieren lässt. In einer Art Volks-Theater, in dem Unterhaltung und Aufklärung ganz nahe beieinander stehen, führt er seinem Publikum vor Augen, wie damals wie heute die Dinge ausser Kontrolle geraten. Vorverkauf / Billetreservationen T 052 748 44 11 oder www@kartause.ch sowie www.ticket.winterthur.ch, www.ticketportal.ch oder direkt bei Winterthur Tourismus am Bahnhof Winterthur


Infos:

Beginn: 17:00 Uhr

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Art / Stil:

Theater
    - Schauspiel



Veranstaltungsort:

Kartause Ittingen
8532 Warth
Tel: +41 52 748 44 11
Web: http://www.kartause.ch

Bitte Öffnungszeiten beachten!
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