  | Blocherismus ist jetzt Staatsräson |
| 10.12.2008, 12:58 Uhr |
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Historisch! Die Wahl von Ueli (der Knecht) Maurer in den Bundesrat. Historisch: Weil einer jetzt Kollegialität praktizieren muss mit einer Mitregierenden, die er noch nicht ganz vor einem Jahr als Blinddarm bezeichnete, der entfernt werden müsse. Historisch: Weil einer jetzt in der Landesregierung sitzt, der noch vor drei Wochen sagte, nie und nimmer flätze er sich dorthin und dann (auf taktisches Anraten der Partei) anders besann. Historisch: Weil sich eine nicht mehr ganz von Blocher vereinnahmte SVP-Fraktionsminderheit mit Hansjörg Walter für alle Fälle ein Tischbömbchen bastelte, das Parteiaussenstehende dankbar zum Sprengkandidaten aufmotzten. Das Tischbömbchen war ob seinem plötzlichen politischen Gewicht so verwirrt, dass es sich – kurz vor dem Wahltag – bei der Arbeit auf dem Bauernhof sogar ein blaues Auge holte. Damit die SVP-Faust aber nicht auch noch das andere einfärbe, hat sich das dreiste Tischbömbchen am Morgen des Wahltages durch die Fraktionsmehrheit von der Nichtannahme einer allfälligen Wahl überzeugen lassen und das mit kurzen dünnen Worten dem Wahlgremium auch (un)missverständlich kundgetan.
Alles Quatsch. Die Wahl von Ueli (der Knecht) Maurer ist überhaupt nicht historisch. Historisch ist einzig und allein die Tatsache, dass mit dieser Wahl unter der Bundeskuppel der Blocherismus zur Staatsräson erklärt worden ist. Maurer ist schliesslich gewählt worden, weil andersherum Walter augenblicklich aus der Partei gekickt worden wäre. Den Parteiausschluss einer nicht von der Partei nominierten Person hat sich die SVP im Nachgang zur Blocher-Abwahl respektive zur Wahl von Widmer-Schlumpf in die Statuten geschrieben. Dank dem willfährigen Verständnis (Konkordanz) der FDP für dieses bisher einmalige und darum auch historische Parteidiktat hat der Blocherismus als Staatsräson am 10. Dezember 2008 die Nagelprobe bestanden. |
| Politik Harry Rosenbaum
1 Kommentar |
| | Mitreden |
| | | | 01 | Berserker, Mittwoch, 10. Dezember 2008, 13:43
Für mich war das der gut und klug orchestrierte Putschversuch in Richtung Mitte-Links-Regierung. Eine Stimme mehr für Walter und Maurer wäre nicht Bundesrat geworden. Dass die SVP dann nach einer Vertagung mit einem neuen Kandidaten angetreten wäre, ist kaum anzunehmen. An diesem Punkt wäre dann CVP-Schwaller aufs Brett gerückt worden, und die SVP hätte noch ein paar Monate eine nett zu beobachtende Zerreissprobe vor sich gehabt. Wohl auch mit einigen Thurgauer Vertretern in der neuen BDP. Schade. Nur eine einzige Stimme fehlte... |
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