Weihnachtstage in der Krise. Wie schnell geht vergessen, dass für 90 Prozent der Menschheit seit Jahrzehnten permanent Krise ist. Unser Geld-System betont zwar seit vielen Jahrzehnten, dass Hunger und Armut die grössten Probleme der Zivilisation seien. Dennoch sterben Tag für Tag 100'000 Menschen an den Folgen von Unterernährung – jährlich weit über 36 Millionen Menschen. Ob es dem System mit der Bekämpfung von Hunger und Armut nie ernst war? Heuchelei als System? Die Meldungen, dass das Weihnachtsgeschäft 2008 etwas schlechter gelaufen sei als erwartet, aber doch nicht so schlecht wie aufgrund der Krise befürchtet werden musste, lassen diesen Schluss zu. Unser Glück hängt am Verkauf von Spielkonsolen oder Rolex-Handgelenkbeschwerern.
Wo es (zwangsläufig) hinführt, wenn sich die Schere zwischen Reich und Arm weiter abartig öffnet, zeigt ein Film im St.Galler Kinok. «La Zona» des mexikanischen Regisseurs Rodrigo Plà führt in einem mitreissenden Thriller die Verwerfungen eines durchgeknallten Geld-Systems vor. «La Zona» ist eine Stadt in der Stadt für Reiche. Mauern, Stacheldraht und Videokameras trennen «das Paradies» von der Welt der Besitzlosen auf der anderen Seite. Der Film schildert in aller Konsequenz, was passiert, wenn es innerhalb der perversen Teflonwelt zum Aufeinandertreffen von Reich und Arm kommt.
«La Zona» ist ein «Weihnachtsfilm» der anderen Art. Am 26. Dezember (20.30 Uhr) und am 27. Dezember (20 Uhr) wird er im St. Galler Kinok noch zwei Mal gezeigt.