  | Gesprächsstoff |
| 09.11.2009, 12:12 Uhr |
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Ich befinde mich gerade mitten in den Vorproben zum Schweizer Musical «Bibi Balu». Und werkle sehr an meinem Züri-Düüütsch rum. Als Basler keine so leichte Aufgabe, erst recht nicht, da ich dazu tendiere ins Ostschweizerische abzudriften ... Hmmm. Hä? Bin ich schon so integriert? Oder einfach nur Opportunist? Oder schlichtweg unbegabt? Wie auch immer. Im Zuge dieses Lernens wird mir immer klarer, wie viele eigene Worte wir Schweizer doch haben. Bei Wikipedia stünde jetzt der Begriff «Helvetismus». Einige dieser Wortkreationen habe ich über die letzten Jahre auf kleinen Post-its festgehalten, nachdem sie bei Deutschen Kollegen für äusserst spannende Gesichtsausdrücke gesorgt haben. Mein Lieblings-Versprecher ist wohl immer noch der folgende: Der Regisseur fragt mich, wo ich bei der letzten Probe gestanden habe und ich antworte mit: «Da war ich beim Gemüsestand und habe auf dem Boden gehurt.» Es ist schwierig, Gesichtsausdrücke zu beschreiben, aber vielleicht trifft es ratlos-aber-mitleidig am ehesten.
Einmal hätte ich wegen meiner Schweizer Schnauze beinahe Prügel bezogen. Ich bin im Taxi zu meiner Wohnung in Tübingen (D) gefahren worden. Der stämmige Taxifahrer hielt vor meiner Haustür, an welche ein grosser, roter Besen angelehnt war. Da ich ihm den kürzeren Rückweg erklären wollte, sagte ich in seinen Rücken: «Es ist besser, wenn sie hier kehren.» Der darauffolgende, sich ruckartig drehende Oberkörper, gefolgt von einem keifenden «WASSS?!?» liess mich die Doppeldeutigkeit meiner Worte erkennen. Und schnell aussteigen.Ich wusste schon immer, irgendwas an dieser schwäbischen Kehrwoche ist falsch!
Und auch mit folgenden Ausdrücken kann man durchaus spannende Reaktionen hervorrufen. Wer hats erfunden, wer genau? Viel Spass:
Es war schampar heiss --- Allpot diese Fragen --- Ich habe ihn runtergemärtet --- Sie ist eine aufgestellte Person --- Kartoffelstock --- Gorpsen --- Gopf---Die Türe schletzen --- rauslampen---Es süddert --- ringhörig --- Ich habe es nicht gepreicht --- Gehen wir eins ziehen --- Ich bin geseggelt --- Ich trage Finken --- Schöne Amedisli --- Hey, im Fall --- Ein Rähmchen zum Kaffee --- Den Boden nass aufnehmen --- Eine Wäsche oob tun --- Speuz --- versackührlen --- Ein täubelndes Baby --- Eine Sprisse --- Es verhebbt --- Reintrampen --- Ein Gutsch Wasser --- Fingerbeerchen --- Umdrüllen.
Wenn dir das öppendie auch passiert, schreib mir. |
| Bühne, Geschichten aus dem Bunker Romeo Meyer
6 Kommentare |
| | Mitreden |
| | | | 01 | Brigitte, Donnerstag, 12. November 2009, 14:06
Superwitzig! Vielen Dank, mehr davon!
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| | | | | 02 | Brigitte, Freitag, 13. November 2009, 12:13
Super, hab ich total gerne gelesen. Mehr davon!!!
Brigitte |
| | | | | 03 | Ueli, Freitag, 13. November 2009, 13:41
toll! danke. |
| | | | | 04 | r.n., Sonntag, 15. November 2009, 22:58
"ich geh in den ausgang" ist auch toll..
;-)
gruss.. |
| | | | | 05 | bötty, Donnerstag, 3. Dezember 2009, 23:00
das "fütli" bitte nicht vergessen - vor allem spannend für österreicher! |
| | | | | 06 | Tess, Samstag, 12. Dezember 2009, 18:53
Hey, im Fall.
Das is im Fall voll lushtig!!! xD |
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