  | Glaubensbekenntnis der FDP |
| 25.08.2008, 09:52 Uhr |
| Signers Tisch. Unter diesem Titel erschien im St. Galler Tagblatt (23.08.08/Kultur) ein Interview mit Roman Signer. In seinem 70. Lebensjahr kann der Künstler von Weltruf in Appenzell, seinem Herkunftsort, die zweite Installation einrichten. Der Tisch, der sich mittels Sitterwasser von der Horizontal- in die Schieflage bewegt und wieder zurück - erhält einen Ehrenplatz gleich neben der Pfarrkirche. Anfänglich zeigte sich zwar der Heimatschutz widerspenstig, hat sich dann aber schliesslich mit der Installation resp. der Standortwahl abgefunden. Vielleicht weil der Signer «en Ösrige» ist. Den Künstler jedenfalls freuts. Das sagt er auch im Interview. Er sagt auch, er sei «kein ausgesprochen politischer Künstler».
Das Stichwort, um auf eine ebenfalls am Samstag, den 23.08.08, verbreitete Medienmitteilung der Kantonsratsfraktion der FDP St. Gallen hinzuweisen (die in Innerrhoden natürlich nichts zu sagen hat). An der Klausurtagung ist von den Freisinnigen punkto Kultur – worunter sich die Kunst einzuordnen pflegt – das folgende Glaubensbekenntnis formuliert und auch umgehend beschlossen worden: «Kulturunterstützung ja, aber konzentriert. In der anschliessenden Diskussion anerkannte die FDP-Fraktion die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kultur klar. Für Unternehmen ist das Kulturangebot eines von vielen Kriterien, welches über eine Ansiedelung und damit das Schaffen von Arbeitsplätzen entscheidet. Nebst der identitätsstiftenden Wirkung von Kultur kann diese ein Innovations- und Wirtschaftsfaktor sein und verdient eine Unterstützung durch den Staat. Dennoch begegnet die FDP-Fraktion der Vielzahl an Kulturprojekten mit Skepsis. Sie fordert eine stärkere Konzentration auf wichtige Kulturbauten und warnt vor einer zu starken Verzettelung.» – Bleibt zu hoffen, dass sich vermehrt Künstler – auch «ausgesprochen politische» – zu Wort melden. Mit der totalitären Ökonomisierung aller Lebensbereiche (wofür die FDP steht) kommt das nämlich gar nicht gut. |
| Museen / Kunst, Politik, Querfeldein Harry Rosenbaum
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