  | Hoppla (Gottlieb F.) Höpli |
| 01.12.2008, 16:49 Uhr |
| Hitler und Stalin, Nationalsozialismus und Kommunismus ist doch Hans wie Heiri. Das war es, was uns Gottlieb F. Höpli noch sagen wollte, in seinem Tagblatt-Kommentar am Samstag (29.11.08) zu Stalins Hunger-Massaker "Holodomor" vor 75 Jahren. Nur glauben können wir das dem in Pension gehenden Chefredaktor nicht.
Beide Schnauzträger - der Oberösterreicher und der Georgier - sind millionenfache Mörder und Satanisten der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Doch mit allen verfügbaren Fakten bringen wir sie und ihre Gewaltsysteme absolut nicht auf die gleiche Reihe. Hitler und sein System haben den Massenmord zum Programm erklärt. - "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und ausserhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa", hatte der Führer öffentlich am 30. Januar 1939 in der ersten Reichstagssitzung Grossdeutschlands angekündigt. Mit der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 erfolgte die industrielle Umsetzung. Auf Stalins Programm hingegen stand in den 1930-er Jahren die Zwangskollektivierung, aber kein rassehygienischer Mordplan - den Tod von Millionen hat der Diktator unbeeindruckt in Kauf genommen.
Holocaust und Holodomor haben total unterschiedliche Kausalitäten. Daran ändert auch Höplis Herumkritteln an einer bis auf den heutigen Tag angeblich ignoranten Öffentlichkeit nichts: "Der Diktator Josef Stalin erfährt ja bis heute viel weniger Verurteilung und Abscheu als Adolf Hitler, obwohl beide unsägliches, millionenfaches Leid über Europa brachten. Wer sich von Hitlers Nazi-Irrsinn nicht sogleich distanziert, wird bis heute geächtet und kann dafür verurteilt werden - wer Stalin und seine Nachfahren differenziert beurteilt und den Kommunismus eine im Grunde gar nicht so schlechte Idee findet, die nur schlecht umgesetzt wurde, muss um seinen Ruf als fortschrittlicher Intellektueller nicht bangen."
Recht so, dass im öffentlichen Bewusstsein Nazis und Kommunisten nicht zu "Hans wie Heiri" werden. Nicht alle Kommunisten sind oder waren schliesslich auch Stalinisten. Aber es gibt oder gab wohl keinen einzigen Nazi, der auch ein Judenfreund ist oder war. Nazitum ist ein Programm mit tödlichem Ziel, Kommunismus nicht. Oder haben etwa die Urchristen, die Pariser Kommunarden, die holländischen Rätekommunisten oder Anhänger der Frankfurter Schule (um einige der Kommunismen zu nennen) systematisch gemordet? - Klassenmord beschränkte sich auf den Stalinismus und ist ideologisch nicht abgedeckt, nazistischer Rassenmord hingegen schon. |
| Nicht zu vergessen Harry Rosenbaum
1 Kommentar |
| | Mitreden |
| | | | 01 | Zeusler, Montag, 8. Dezember 2008, 12:40
Andreas Niedermann kommentierte diesen Eintrag auf seinem eineweg äusserst lesenswerten Blog: http://songdog.at/blog/ |
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