| Ich bin soweit. Mein erster Blogbeitrag. Jungfräulich stürze ich mich in diese Aufgabe. Wikipedia gab mir noch die letzten Tipps wie ich bloggen sollte: Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen. Na dann mal los.
Was mich gerade beschäftigt? «Das Gespenst von Canterville», ein Stück Spuk von Susanne Felicitas Wolf nach Oscar Wilde. Mein erstes Kinderstück. Und nach all dem psychologisieren mit «Buddenbrooks», tut einfaches Theater auch mal gut. Aber was heisst einfach, auch Kindertheater muss gelernt sein. Denn es passiert schon mal, dass man es mit der Mimik übertreibt, utriert und am Ende mit Michael Jacksons «Thriller»-Choreografie dasteht. Auch Kindertheater muss ernst sein und Sätze wie «Ja, obwohl du ein tollpatschiger, englischer Herzog bist, habe ich mich in dich verliebt», müssen mit voller Inbrunst und Ehrlichkeit gedacht und gespielt sein. - In knapp vier Wochen vor 600 kreischenden Kindern zu spielen, erwarte ich mit Vorfreude. Auch wenn wir SchauspielerInnen wissen, dass sie die strengsten Kritiker sind und dich gnadenlos ausbuhen, wenn du ihnen nicht gefällst oder nicht der Held der Geschichte bist. Und was gibt es Besseres für eine Schauspieltruppe? Es gibt ein Schloss, es wird gespukt, es wird getanzt, es wird verliebt, es wird verflucht und am Ende wird alles gut. Es ist eine runde Sache und wir können selber wieder ganz Kind sein.
Also, soweit läuft alles gut bei den Gespenstern. Die Rudolf-Steiner-Schule bietet hervorragende Probenbedingungen: der Saal wird kaum beheizt, da fällt das wir-sind-im-kalten-nebligen-England-Hineinfühlen gar nicht schwer, die Eingangstür knarrt wie ein verrostetes Schlosstor, wir sind umgeben von kreischenden Kindern, was uns schon mal einstimmt und es riecht nach Porridge, typisch englischer Frühstückshaferbrei. Lecker!
Das Ensemble des Theaters St.Gallen schreibt ab jetzt für den Saiten-Blog: Einblicke hinter die Kulissen und in den alltäglichen Wahnsinn von vier SchauspielerInnen und einer Regieassistentin.
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