  | Überall Simon Ammann ... |
| 02.03.2010, 16:17 Uhr |
| ... und darum hier den bereits im Februarheft und vor den Olympischen Spielen abgedruckten Text von Andreas Roth über den Skispringer:
Er machts!
«Der kommt nie mehr», «eine Eintagsfliege», hiess es noch vor wenigen Jahren. Oder: «War wohl ein einmaliger Doppelolympiasieg». Lauter Skisprungexperten hat das Toggenburg. Kein Wunder, schliesslich ist auch die Skiflug-Legende Walter Steiner ein Einheimischer. Drum hat die kleine Sprungschanze bei der Wildhauser Kollersweid Kultstatus; so viele Überflieger hat sie hervorgebracht. Zum Glück hat der Wind gedreht: Unser Simi ist nach seinem Tief vor einigen Jahren wieder der Grösste und fliegt in wenigen Tagen seiner nächsten Olympia-Medaille entgegen. Hier fiebern alle mit. Denn Simi ist so bescheiden und freundlich geblieben, wie man ihn im Fernsehen wahrnimmt. Mal trifft man ihn im Ausgang, mal auf der Skipiste. Stets hat er ein offenes Ohr und erinnert sich an das letzte gemeinsame Gespräch.
Als er 1998 nach Nagano reiste, gingen wir zusammen an die Kanti und fuhren fast täglich, nebeneinander sitzend, mit dem Postauto nach Wattwil. In der Öffentlichkeit wurde er noch gar nicht wahrgenommen, höchstens durch ein Interview in der Kantizeitung «Löschblatt». Aus Japan brachte er die Plätze 35 und 39 sowie - als erster von uns allen - einen MP3-Player mit. Am Abend vor der Abreise nach Salt Lake City im Jahr 2002 spielten wir noch Hockey auf der Eisbahn Wildhaus. Fast hätte mein Kollege den zukünftigen Gold-Simi bei einem Bandencheck verletzt. Wir wünschten ihm viel Glück und dachten uns nichts dabei. Als er zurückkam, war alles anders. Der «Harry Potter der Lüfte» holte zwei Goldmedaillen und eroberte mit seiner «voll geilen» Art die Herzen der Sportwelt. Mich riefen tags darauf Journalisten vom «Blick» und der «Sonntags-Zeitung» an, um irgendwelche Ungereimtheiten aufzudecken. Genauso erging es Simis Sekundarlehrer, meinem Vater. Doch sie brachten nichts Negatives heraus, denn es gab schlicht nichts zu erzählen. Unser Toggenburger Goldjunge ist, was er vorgibt zu sein: ein äusserst schätzenswerter Sportsmann, der seine ehemaligen Kollegen vom Dorf nie vergessen hat, auch wenn man sich natürlich nur noch selten sieht.
Mittlerweile sind es seine vierten Olympischen Spiele und ich wünsche ihm, dass er es in Vancouver nochmals allen zeigt und eine Goldene nach Hause fliegt. Dann wird gefeiert! Ganz brav mit der offiziellen Gästeschar und dann vielleicht noch irgendwo, wos niemand erfährt. So wie früher, bei unseren geheimen Alphütten-Festen am Gräppele See. Doch das ist eine andere Geschichte. |
| Querfeldein Red. Saiten
6 Kommentare |
| | Mitreden |
| | | | 01 | hansdampf, Dienstag, 2. März 2010, 17:37
Ich wusste immer, dass bei Saiten die wahren Skisprungkenner arbeiten. Bleibt wirklich zu hoffen, dass Simon auch 2010 noch Zeit findet, mit der alten Toggenburger Bande ein rauschendes Fest zu feiern. |
| | | | | 02 | Fliegenklatsche, Mittwoch, 3. März 2010, 09:18
Viele viele bunte Smarties! Ach wie süss ist sie doch, diese schöne Welt der Überflieger. Ein Hasengebiss rast auf einen Schneebuckel zu... fliegt und fliegt... und hops, eine ganze Nation fliegt mit, aus der Realität rein in die Illusion: Wir sind wieder wer, wir können wieder was! Aber eben nur im Skispringen, für ein paar kurze Momente - und vielleicht einzig deshalb, weil alle anderen gerade einen schlechten Tag hatten. Heil Simi und pass auf deine beiden Gold-Smarties auf! |
| | | | | 03 | Patrik, Donnerstag, 4. März 2010, 18:28
Netter Beitrag, hatte ihn schon im Saiten gelesen.
@Fliegenklatsche: Was für ein Quatsch. |
| | | | | 04 | fliegenklatsche, Freitag, 5. März 2010, 10:52
@Patrik: So ein Schispringer ist mehr wert als ein Bundesrat. Hat der Maurer Ueli gesagt, muss es ja wissen, ist schliesslich selber einer. Natürlich klappt der BR-Vergleich nur wenn der Schispringer seine Flüge vergoldmedaillt, sonst ist er nicht mal das Papier wert, mit dem er sich den Arsch wischt. - Quatsch ist, was Maurer gesagt hat (obwohl des in der Wahrnehmung des mit Volksrechten ausgestatteten Partyvolkes ja stimmt). Apropos Volksrechte: Ich bin sicher, da macht das Urnen-Partyvolk an diesem Wochenende auf Schi-Tieffliegen und stimmt dem Mindestumwandlungssatz bei der beruflichen Vorsorge zu. Alos Klatsch dem Rentenklau! So, Patrik - jetzt hat der Simi-Quatsch auch seine politische Dimension. Zufrieden? |
| | | | | 05 | Patrik, Freitag, 19. März 2010, 18:17
Tut mir leid, aber im Artikel von Andreas Roth kann ich beim besten Willen keine Verbindung zu Ueli Maurer, der BVG-Abstimmung oder einem anderen politischen Thema erkennen. Der Autor schreibt anerkennend über den Doppelolympiasieg von Simon Ammann und erzählt ein paar witzige Anekdoten aus der gemeinsamen Vergangenheit. |
| | | | | 06 | Patrik, Freitag, 19. März 2010, 18:17
Tut mir leid, aber im Artikel von Andreas Roth kann ich beim besten Willen keine Verbindung zu Ueli Maurer, der BVG-Abstimmung oder einem anderen politischen Thema erkennen. Der Autor schreibt anerkennend über den Doppelolympiasieg von Simon Ammann und erzählt ein paar witzige Anekdoten aus der gemeinsamen Vergangenheit. |
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