Usual Suspects (Bye, bye BAG 5)
06.09.2010, 09:40 Uhr
Mistura, Sigrist, Hurni, Froehlich. Alle haben sich inzwischen zu Wort gemeldet: Auf TVO, in der WoZ, im Tagblatt.

Es ging darum zu erklären, wieso die Gesellschaften rund um den FC St.Gallen nach nur zwei Betriebsjahren des neuen Stadion mit unglaublichen 16 Mio. Franken saniert werden müssen.
-    Trotz sehr guten Zuschauerzahlen
-    Trotz einer Migros-Budget-Mannschaft

Das Fazit: Keiner ist verantwortlich.

Mistura: Haben gut gearbeitet.
Sigrist: Waren vielleicht ein bisschen zu optimistisch.
Hurni: Die Medien sind schuld.
Froehlich: Es gibt in der Ostschweiz keine anderen, die etwas davon verstehen

Tönt irgendwie nicht nach Neubeginn.

Überhaupt: Was wäre neu im neuen FCSG, den eine Investorengruppe unter Dölf Früh (ehemaligen Besitzer des früheren Hauptsponsors Gate24) übernehmen würde?

Nichts, muss man sagen, wenn man das Tagblatt-Interview mit Dieter Froehlich durchliest.

Dort steht nämlich:

«Wie sehen Sie Ihre Zukunft beim FC St.Gallen?
Fröhlich: Das will und kann ich heute nicht entscheiden. Unsere Investorengruppe – alles Ostschweizer und Ostschweizerinnen –, die mit den heute bekannten Investoren Dölf Früh und Rainer Sigrist natürlich in engem Kontakt steht, wird zusammen mit mir entscheiden müssen, ob sie an der nun dargelegten Finanzsanierung mitmachen will. Und wenn ja, wer sie schliesslich im Verwaltungsrat vertreten soll.»

Die Gruppe Froehlich? Sie war  Thema an der GV der FCSG AG im Februar 2009, als es darum ging, Geld für eine Spielergesellschaft zusammenzubringen. Für 1,5 Mio. Franken sollten damals Investoren dem FC die Spielerrechte abkaufen, weil sonst der Konkurs drohte. In seiner Rede an der GV behauptete Rainer Sigrist, die Rettung sei nur wegen Mistura und Froehlich möglich geworden.
Ein verärgerte Hurni schilderte tags darauf dem «Tagblatt», wie es gewesen war: 1,1 Mio. Franken sammelte der aktuelle Verwaltungsrat. 4000'000 Franken die Gruppe Froehlich.
Oehler gab auf TVO bekannt, er hätte sich mit einer halben Mio. Franken beteiligt, wenn Froehlich nicht dabei gewesen wäre.

Dass die Spielergesellschaft dann doch nicht gegründet wurde und das Geld zuerst als Darlehen im FC blieb und dann in Aktien umgewandelt wurde, gehört zu dem üblichen Schiebereien rund um den FC St.Gallen.

Wichtiger ist : Im neuen FC St.Gallen wären sie alle wieder dabei.
Es gibt weiterhin eine Gruppe Froehlich, die im Verwaltungsrat vertreten ist und Einfluss nehmen will.
Es gibt eine Gruppe Früh, deren Mitglieder wohl wieder andere Gruppen vertreten.
Irgendwo in diesem Gewirr von wechselnden Koalitionen bewegt sich Oehler.

Viele reden mit, weil sie irgendwie auch mitzahlen.

Alle sind überzeugt, dass es ohne sie nicht geht.

Keiner steht in der Verantwortung.

Niemand ist schuld.
  Politik      Andreas Kneubühler
  5 Kommentare
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01 Patrik, Montag, 6. September 2010, 20:39

Nicht mit meiner Kohle!
02 Boh, Dienstag, 7. September 2010, 20:19

Niemand ist schuld und niemand will einen wirklichen Neubeginn. Entweder packt's die Politik und verlangt fürs Geld starke Auflagen, ansonsten aber ist der Konkurs wohl nicht mehr aufzuhalten.
03 Philipp, Mittwoch, 8. September 2010, 06:51

Zum Glück bin ich nicht mehr Steuerzahler in SG - würde mich ja grausam aufregen!
04 Philipp, Mittwoch, 8. September 2010, 06:52

Zum Glück zahle ich meine Steuern nicht mehr in St. Gallen. Würde mich ja grausam aufregen, wenn das Geld für so einen Schwachsinn rausgeworfen wird!
05 Frank Bruno, Donnerstag, 9. September 2010, 11:54

Nicht der ganze Kanton steht hinter dem FCSG aus der Pfalz. Also Hände weg von den Steuergeldern!


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