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| 22.12.2008, 17:36 Uhr | |||||
Wir kennen jetzt auch die Pointe dieser Geschichte: Amokalarm! Volles Anti-Terrorprogramm der Polizei. 1.000 Schülerinnen und Schüler aus dem Berufsschulzentrum KBZ St. Gallen in die Kreuzbleiche-Halle evakuiert. Dort nach einer Stunde Orientierung über eine diffuse Rachegeschichte in einen schulfreien Tag entlassen. An einem grauen, nassen, kalten Wintermorgen der unverhoffte Medien-Hype mit nationalem Approach. Tonnenweise Journis mit der für solche Mega-Anlässe obligaten Dächlichappe auf dem Grind und einem unendlich kaubaren Chewing Gum zwischen den Stockzähnen. Die Bild/Ton/Online/Print-Meute quatscht alles an was zwei Beine hat und kein Storch ist und kriegt doch nichts raus. Trotzdem volles mediales Anfixprogramm für die grosse Niummer, die da bestimmt noch kommen wird. Schon mal ist von der Terminator-Berufsmaturandin mit Killerplan und von einem Suizide-Bombing die Rede.Derweil - was die Öffentlichkeit erst 24 Stunden später erfährt - hat sich die psychisch angeschlagene junge Frau nach Davos abgesetzt und in der ganzen Zeit keine Waffe bei sich gehabt. Auch ahnte sie nicht, welche Horror-Fiction ihre und die zeitgleiche Absenz des Revolvers im sankt gallischen Unterland ausgelöst hatte. Der Vater schliesslich suchte just am falschen Ort nach der Waffe. Von der Tochter unbehändigt kam das Schiesseisen irgendwann wieder zum Vorschein, zwar nicht dort wo es immer war, sondern dort wo es nach der Waffenablageordnung im betreffenden Haushalt eigentlich gar nicht hätte sein sollen. Die Schulleitung, die in vielem kompetent sein mag - aber nicht unbedingt in psychologisch-fachärztlichen Dingen - hat Eins und Eins zusammengezählt und dann unverzüglich Alarm geschlagen. Die Polizei ist schon mal mit der vorsorglich gedachten und medial optimal verwertbaren Meldung heraus gegangen, dass an der Schule eine konkrete Person gegen andere konkrete Personen Drohungen ausgestossen hätte. Diese Person zu besagter Zeit im KBZ sein müsste, jedoch (nach der Durchsuchung aller Räumlichkeiten) weder aufgefunden noch andernorts habe angehalten werden können. Nicht auszuschliessen sei, dass diese gesuchte Person die vermisste Waffe mit sich führe. Die Polizei ist (was sie in solchen Fällen immer tut) von einem ernstzunehmenden Gefahrenpotenzial ausgegangen. Na ja, bei so vielen unbekannten brisanten Details kann das halt heute - in einer Welt voller niederschwelliger Gewaltbereitschaft - wohl nicht anders gehandhabt werden. Ig han es Zündhölzli aazündt Und es het e Flamme gäh Und ig ha für d'Zigarette welle Füür vom Hölzli näh Aber ds Hölzli isch dervogspickt und uf e Teppich cho und es hätt no fasch es Loch i Teppich gäh dervo Ja me weiss was cha passiere we me nid ufpasst mit Füür Und für d'Gluet ar Zigarette isch e Teppich doch de z'tüür Und vom Teppich hätt o Grus Chönne ds Füür i ds ganzi Hus Und wär weiss, was da nid alles no wär worde drus S'hätt e Brand gäh im Quartier Und s'hätti d'Füürwehr müesse cho Hätti ghornet i de Strasse Und dr Schluuch vom Wage gno Und sie hätte Wasser gsprützt Und das hätt de glych nüt gnützt Und die ganzi Stadt hätt brönnt, es hätt se nüt meh gschützt | |||||
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