herzklopfen
24.04.2010, 20:47 Uhr
Die Lebensdauer einer Inszenierung beträgt durchschnittlich 3 Wochen bis ca. 3 Monate.
Bei meiner ersten Inszenierung zu "Hühner.Habichte" war ein guter Monat der Fall.
Der ist hier nun schon lange rum, DOCH...
Nun ruft Zürich.
Es geht in die nächste Runde.
Wir haben fast drei Monate nicht gespielt und nun ist der Text präsenter denn je.
Heute eine Probe, morgen geht es los und in einer Woche ist schon wieder alles vorbei.
Das Theater an der Winkelwiese ist der Tatort des Geschehens.
nun ist morgen also wieder die entscheidende Frage:
Scheitern oder nicht scheitern?
Was sagt das Publikum in Zürich zu dem Abend und findet eigentlich jede Vorstellung statt?
Zittern vor den Kritkern der Zeitung und vor allem zittern vor der Kritik geschätzter und geliebter Menschen...
Herzklopfen -
obwohl ich nicht einmal auf der Bühne stehe.
Herzklopfen -
weil ich morgen doch für einen Moment auf die Bühne muss. Zum Applaus. Das ist das Premieren-Los und das Publikum gibt in diesem Moment knallhart seine Wertung ab.
Herzklopfen -
vor der eigenen Courage.
Herzklopfen -
weil Adrenalin, Kammerflimmern und der schmale Grad zwischen Himmel-hoch-jauchzend und zu-Tode-betrübt einfach schon immer den Reiz am Theater ausmachen.
Herzklopfen -
denn hinter der Bühne kann man nichts mehr tun. Machtlos - Schwerelos - gutes Los?
Herzklopfen -
weil auch grüne Feen, manchmal gerne graue Mäuse wären.
Herzklopfen.
Hab ich den Kollegen Schauspielern einen nährreichen Boden gegeben, der nicht nachgibt bei jedem Schritt den sie tiefer in das Gestrüpp des Stückes tun?
Herzklopfen -
weil keine Antwort aus der Stille kommt.
Herzklopfen.
Und das einzige was ich mir selber zuflüstern kann, ist: ICH BIN HIER UM LAUT ZU LEBEN.

  Geschichten aus dem Bunker      Tea Kolbe
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