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Riklins «Heimspiel»

Noch bevor das jurierte «Heimspiel», die nur alle drei Jahre stattfindende Werkschau des Ostschweizer Kunstschaffens losgeht, plakatieren die Brüder Riklin in St.Gallen im Weltformat ihr eigenes «Heimspiel». Eine Protestaktion? «This work is nothing more than art» steht in Riesenlettern auf dem Plakat. Frank und Patrick Riklin mögen es englisch, und sie mögen Plakate – beides […]
Von  Peter Surber

Noch bevor das jurierte «Heimspiel», die nur alle drei Jahre stattfindende Werkschau des Ostschweizer Kunstschaffens losgeht, plakatieren die Brüder Riklin in St.Gallen im Weltformat ihr eigenes «Heimspiel». Eine Protestaktion?

«This work is nothing more than art» steht in Riesenlettern auf dem Plakat. Frank und Patrick Riklin mögen es englisch, und sie mögen Plakate – beides praktizierten sie bereits vor Jahresfrist mit der Aktion «The changing role of artist in society», einer Vortragsreihe von St.Gallen bis Los Angeles. Das «Heimspiel», das auf dem Plakat jetzt angekündigt wird, sei die logische Fortsetzung jener Aktion, sagt Frank Riklin.

Logisch deshalb, weil die Riklins definitiv beschlossen hätten, sich vom Kunstbetrieb zu distanzieren, nicht auf Galerien oder Museen zu setzen, sondern sich selbst zu vermitteln. Drum keine Eingaben fürs jurierte «Heimspiel», drum die Ausstellung im eigenen Heim, im Atelier für Sonderaufgaben an der Davidstrasse. Gezeigt werden Dokumente (Malerei, Fotos, Installationen etc) aus der rund einjährigen Auseinandersetzung rund um die «geänderte Rolle des Künstlers» und dem, was die Riklins die «postmysteriöse Kunst» nennen.

Nichts Mysteriöses also. Das und nicht mehr verspricht das Plakat: Riklins stellen eigene Werke aus, «nothing more». Andere Kunstschaffende sind nicht beteiligt, kein «Heimspiel der Ausjurierten» also, kein «salon des independants» – aber natürlich könne das Plakat schon dazu einladen, sich über die Zwänge und Eitelkeiten des Kunstbetriebs Gedanken zu machen, sagen die Riklins am Telefon. Sie selber jedenfalls hätten «keinen Bock» mehr auf Verrenkungen gegenüber Jurys oder Institutionen.

Auf dem postmysteriösen Plakat sah man die Riklin-Brüder in Krawatte auf Chefsesseln thronen. Als Künstler seien sie zugleich ihre eigenen Unternehmer, sagen die Brüder heute. Mit Aufträgen aus Industrie und öffentlicher Hand finanziere sich ihr Unternehmen. Auf dem nächsten Plakat wird denn auch in grossen Lettern stehen: «This work keeps the art market alive.» Willkommen im (Heim-)Spiel der Ökonomisierung.

Und nebenbei: Mehr zum offiziellen «Heimspiel» im nächsten «Saiten».

 

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Frank und Patrik Riklin,  

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