70 Jahre und 70 Puppen
Das St.Galler Figurentheater feiert sein 70-Jahr-Jubiläum. Deshalb widmet ihm das Figurentheater-Museum in Herisau die neue Sonderausstellung. Zu entdecken gibt es nebst der Geschichte des Theaters rund 70 Figuren und Puppen.
Ein kleiner Einblick in die neue Sonderausstellung in Herisau (Bild: pd)
Die erste feste Puppenbühne der Schweiz gabs bereits im Jahr 1903, und zwar in St.Gallen. Jedoch schloss das von Hermann Scherrer gegründete «St.Galler Marionettentheater» im Kriegsjahr 1943 seine Türen.
Rund 10 Jahre später führte Hans Hiller, Lehrer für Deutsch, Latein und Geschichte, anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Kantonsschule am Burggraben ein Marionettenstück auf. Dieses muss wohl ein absoluter Hit gewesen sein, entnimmt man der Webseite des Figurentheaters. Und Hiller nutzte die Gunst der Stunde: Er vernetzte sich mit den lokalen Puppenspieler:innen und ab 1956 hatte St.Gallen sein neues, festes Handpuppen- und Marionettentheater – das heutige Figurentheater.
Und genau dieses feiert heuer sein 70-Jahr-Jubiläum. Deshalb zeigt das Figurentheater-Museum in Herisau in Kooperation mit dem Theater aktuell eine entsprechende Sonderausstellung.
Ein Königspaar und zwei Bedienstete (Bild: pd)
Im historischen Haus des Museums im Zentrum von Herisau geht es in «70 Jahre Figurentheater» durch die Geschichte ebendieses Theaters. In seiner nun 70 Jahre dauernden Spielzeit habe es sich fortlaufend professionalisiert und über 250 Inszenierungen gezeigt, schreibt das Museum auf Anfrage.
Die Schau in Herisau blickt zurück auf diese Schaffenszeit. Vermittelt, was unter der Leitung des Gründers Hans Hiller geschah, und beleuchtet die Weiterentwicklung durch Hillers Nachfolger Tobias Ryser, der das Theater 1986 übernahm. Auch die Gegenwart beleuchtet die Ausstellung und widmet ein Kapitel dem Schaffen von Frauke Jacobi und Stephan Zbinden, die das Theater seit 2014 gemeinsam führen.
Mit QR-Codes ausgestattete Texttafeln in Deutsch, Französisch und Englisch vermitteln die Inhalte. Fotografien und Bildwände illustrieren die Schau, die sich an ein generationenübergreifendes Publikum richtet. Zu bestaunen gibt es ausserdem rund 70 Figuren und Puppen aus verschiedenen Epochen. Die älteste stammt aus dem Jahr 1956, ist beweglich und aus Zinkblech geschnitten.
Wer beim Streifzug durchs Museum vor lauter Puppen und Figuren Lust bekommt, sich selbst als Puppenspieler:in auszuprobieren, kann dies an verschiedenen, dafür vorgesehenen Spielstationen tun.
«70 Jahre Figurentheater»: bis Sonntag, 25. April 2027, Figurentheater-Museum Herisau.
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