, 14. Juli 2017
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Ab in den Garten!

In Winterthur findet diesen Sommer die fünfte Weiertal-Biennale mit dem Motto «Refugium» statt. 20 Kunstschaffende zeigen dort ihre Sicht auf den paradiesischen Zustand, seine Verlockungen und Grenzen.

Bilder: Kulturort Weiertal

Nicht jede und jeder ist hier willkommen, weder jede Pflanze noch jeder Mensch: Im Garten ist die Natur von Menschenhand geordnet. Hier verwirklichen Gärtnerinnen und Gärtner ihre Vorstellungen vom Nützlichen und Schönen, hierher kommen sie und ihre Gäste, um zu verweilen, hier finden sie Musse, hier sind sie unter sich – der Garten ist ein Refugium, ob mit oder ohne Hag. Mit seinen geregelten Zugängen, seiner Ordnung und seiner Fülle ist er das ideale Bild für Sehnsuchts­ und Zufluchtsorte in grösserem Massstab.

Es gibt also kaum einen besseren Ort, um sich künstlerisch mit Grenzen auseinanderzusetzen, als einen Garten, einen Garten wie den Kulturort Weiertal. Hier am ländlichen Rande von Winterthur summt und zwitschert es zwischen den Rosensträuchern, hier spenden alte Obstbäume Schatten. Über den Weiher und entlang den Bachläufen weht selbst an heissesten Sommertagen ein kühlendes Lüftchen.

Seit Jahren ist dieser idyllische Garten auch ein Ausstellungsort, und heuer findet bereits die 5. Weiertal Biennale statt. Unter dem Motto «Refugium» hat Kuratorin Kathleen Bühler 
über 20 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre Sicht auf den paradiesischen Zustand, seine Verlockungen und Grenzen zu präsentieren.

Viele der Kunstschaffenden reagieren mit eigens entwickelten Arbeiten auf den Ort. Yves Netzhammer beispielsweise arrangiert Gartenutensilien in einem Schuppen zu einem rätselhaften und unterschwellig abgründigen Einbildungsvorrat. Gabriela Gerber und Lukas Bardill ermöglichen den Perspektivwechsel mit ihrem Doppelstall, und Mia Diener lädt akustisch zu einer Gedankenreise über Das Vermächtnis vom Weiertal.

Weiertal Biennale:
bis 10. September, Weiertal Winterthur
weiertal.ch

Besonders hintergründig ist der vergoldete Weidedraht, den die Brüder Huber.Huber um einen Teil des Gartens ziehen. Steht er tatsächlich unter Strom oder ist er nur ein Symbol für die Wohlstandsschweiz? Eigentlich kommt es aufs physische Zwicken nicht so sehr an, wenn bereits das Denken aktiviert worden ist. Dies gelingt der Ausstellung immer wieder, drum: Ab in den Garten!

Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

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