, 15. Juni 2017
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Abhängen mit Büchern

Hängematten, weiche Kissen – auf dem Gallusplatz soll aber nicht geschnarcht, sondern gelesen werden. «Stadtlesen» aus Salzburg ist zum sechsten Mal in St.Gallen zu Gast, die einzige Schweizer Station. Die Vernetzung mit Verlagen könnte besser sein. Dafür sind junge literarische Stimmen zu hören.

Als «Therapie gegen die Entphantasierung der Gesellschaft» versteht Stadtlesen-Initiant Sebastian Mettler seine Bücher-Tournee durch ingesamt 26 deutsche und österreichische Städte – und St.Gallen. Fantasy, populäre Romane und Sachbücher bilden denn auch das Gros des Lesestoffs in den Regalen und Buchtürmen rund um die Sitzkissenlandschaft. Über hundert Verlage stellen die Bücher zur Verfügung, zum Hierlesen und, falls gewünscht, auch zum Kaufen – günstiger als im Buchhandel, wie die örtliche Leiterin Irma Skenderovic sagt.

Stadtlesen: bis 18. Juni, jeweils ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, Gallusplatz St.Gallen.
stadtlesen.com

Schweizer Belletristikverlage wie Bilgerverlag, Nagel & Kimche, Kein & Aber, Rotpunkt, Der gesunde Menschenversand etc. sucht man allerdings vergeblich, einen Bezug zum Verein Buchstadt St.Gallen ebenfalls. Die Zusammenarbeit, via Stadtverwaltung, beschränkt sich auf das örtliche Leseprogramm. Dort ist immerhin eine junge Schweizer Autorin zu Gast: Am Samstag um 15.30 Uhr liest Julia Weber aus ihrem im Limmatverlag erschienenen Roman Immer ist alles schön. Zuvor ist bereits ab halb zwei Uhr das Literaturnetz Ostschweiz der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur GdSL zur Stelle: Kinder der Begabtenförderung und drei Autorinnen lesen neue Texte.

Morgen Freitag sind von 19 Uhr bis 20.30 Uhr ebenfalls junge Stimmen mit Texten und Slam Poetry zu hören, darunter Livia Miliffi und Juno Stevens. Die St.Gallerin mit bürgerlichem Namen Stefanie Böni erschreibt sich ein eigenes Fantasy-Universum; der erste Teil ihrer Wolfsblut Chroniken ist 2016 erschienen, diesen Sommer soll Teil zwei folgen, und aus beiden wird Juno Stevens lesen. Veranstalterin dieses Programms ist die Offene Jugendarbeit Zentrum.

«Stadtlesen verwandelt den Gallusplatz in ein stimmungsvolles Lese- und Vorlesezimmer», wird Stadtpräsident Thomas Scheitlin im Programmheft zitiert. Vorlesen könne denn auch jede und jeder, bekräftigt das Veranstalterteam: Wer einen guten Text hat, sei willkommen am Mikrofon.

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