, 20. Juni 2016
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Bald eine Seconda im Stadtrat?

Wenn im Herbst in der Stadt St.Gallen gewählt wird, können die Stimmberechtigten Weichen stellen. Bis jetzt gibt es sieben Kandidaturen für die fünf Sitze.

Maria Pappa und Peter Jans kandidieren beide für die Stadtratswahlen im Herbst. (Bild: René Hornung)

Als die FDP vor ein paar Tagen ankündigte, sie werde im kommenden Herbst nicht nur mit Stadtpräsident Thomas Scheitlin in den Wahlkampf steigen und als zweiten Namen den Kantonspolizisten Marcel Rotach präsentierte, habe die SP die Lage neu beurteilt, sagt Peter Olibet, Präsident der städtischen SP. Die Entscheidung fiel rasch: Man wolle den Stimmberechtigten mit der Kandidatur von Maria Pappa eine «echte Auswahl» bieten.

Beide Parteien, FDP und SP, reklamieren damit früher schon besetzte zweite Sitze in der Stadtregierung zurück. Doch es geht um mehr als um Parteienstärke und Arithmetik. Die Wahl zwischen Maria Pappa und Marcel Rotach kann zu einer Weichenstellung werden; hier der freisinnige Polizeibeamte, dort die pointiert linke Seconda, Sozialpädagogin und Leiterin der freiwilligen Schulhausangebote.

Das Gerangel um die Stadtratssitze wird heftig werden, denn auch alle Bisherigen treten wieder an: Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP), Nino Cozzio und Patrizia Adam (beide CVP), Peter Jans (SP) und Markus Buschor (parteilos). Möglich, dass auch noch die SVP auf das Wahlkarussell aufspringen wird.

Rein statistisch kommt so der parteilose Markus Buschor am stärksten unter Druck. Seit vier Jahren leitet er die Direktion Schule und Sport der Stadtregierung, doch die Lehrerschaft hat nicht viel Freude an seiner Amtsführung und ohne Partei im Rücken hat er den schwersten Stand.

Die zwei Neuen haben dieweil klare Profile – selbstverständlich sehr unterschiedliche. Marcel Rotach, 1967 geboren, sitzt schon 2011 im Stadtparlament und war 2013 auch Parlamentspräsident. Seine Vorstösse befassen sich mit Sicherheit und Polizei, mit Alkohol- und Drogenkonsum Jugendlicher, aber auch mit Sport und mit dem Museumskonzept.

Maria Pappa, Jahrgang 1971, ist erst seit vier Jahren im Parlament. Sie wurde gleich auf Anhieb gewählt und hat sich weniger mit Vorstössen, als mit pointiert linken Voten Gehör verschafft. Sie hat eine breite Basis in der Wählerschaft; als Seconda mit Schweizer und mit Italienischem Pass, als Städterin, die im Zentrum aufgewachsen ist und als Engagierte in der katholischen Kirche. Sie versteht sich als Vertreterin des offenen und sozialen St.Gallen.

Maria Pappa kandidiere nicht gegen einen Bisherigen, wurde an der SP-Medienkonferenz betont, sondern gegen den FDP-Sprengkandidaten. – Das Rennen ist gerade erst angelaufen.

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