, 16. Juli 2012
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Begegnung der anderen Art

Eine warme Sommernacht. Das Boot schaukelt sanft auf dem  lauschigen See. Reichlich fliesst der süsse Wein und zu guter Letzt: ein Sprung ins Wasser, zur Abkühlung. – Ein vollendeter Genuss, müsste man meinen. Für einen Bootsführer am Oberen Zürichsee wurde daraus jedoch ein wahrer Alptraum. Und ein paar Nonnen, die auch zu dieser Geschichte gehören, […]

Eine warme Sommernacht. Das Boot schaukelt sanft auf dem  lauschigen See. Reichlich fliesst der süsse Wein und zu guter Letzt: ein Sprung ins Wasser, zur Abkühlung. – Ein vollendeter Genuss, müsste man meinen.

Für einen Bootsführer am Oberen Zürichsee wurde daraus jedoch ein wahrer Alptraum. Und ein paar Nonnen, die auch zu dieser Geschichte gehören, werden bestimmt einige Zeit gebraucht haben, um sich vom Schrecken zu erholen. Trotz allem, die Sache hat einen hohen Spasswert und ist deshalb wohl auch vom Untersuchungsamt Uznach im hausinternen Infoblatt „Il Gazzettino“ der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen publiziert worden.

Was ist passiert? Unser feuchtfröhlicher Skipper gerät allmählich ein wenig ausser Kontrolle. Er springt splitternackt in den See und vergisst dabei den Motor des Bootes auszuschalten. Er sichert es auch nicht. Was macht aber ein Boot mit laufendem Motor und nicht gesetztem Anker? Es fährt davon. Und weil es Nacht ist, sieht unser Skipper auch gar nicht wohin. Was bleibt ihm anderes übrig, als aus eigener Kraft ans rettende Ufer zu schwimmen. Das sind satte 500 Meter. An Land angekommen, kann er sich nicht orientieren. Aber zumindest trifft er auf einen Weg.

Der Schiffbrüchige folgt dem Pfad von Schmerikon Richtung Rapperswil und gelangt zu einem grossen Gebäude, zum Frauenkloster Wurmsbach. Erst einmal verschnaufen und nachdenken was als nächstes zu tun ist, entscheidet der nackte Mann und tritt in die Klosterkirche ein. Das tun just zu diesem Zeitpunkt um 06:00 Uhr aber auch die Nonnen, die sich zur Morgenandacht versammeln.

Oh Schreck, was ist denn das? Der Leibhaftige oder ein Exhibitionist? – Die Nonnen tun, was sie in Fällen, wo es sich eindeutig nicht um ein Wunder handelt, immer tun: Sie rufen die Polizei an. Diese lässt sich von den aufgeregten Gottesdienerinnen kurz schildern, was sie in ihrer Kirche entdeckt haben. Sie kommt schnell zum Schluss: Ein Mirakel ist es wirklich nicht. Die Polizei rückt aus. Für die Verhüllung der Situation nimmt sie schon mal eine Wolldecke mit.

Schnell ist der Sachverhalt geklärt und das Boot im Schilf gefunden. Eine Lachnummer, aber Strafe muss trotzdem sein. Wer Exibitionismus, Pornografie oder ähnliches als Tatbestände vermutet, liegt falsch. Der Skipper wird wegen Führens eines Schiffes in fahrunfähigem Zustand gebüsst.

 

 

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