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Begossene Pudel statt sterbende Schwäne

Die St.Galler Tanzkompagnie folgt dem Leitmotiv «Identitäten» und bringt in dieser Spielzeit Künstler:innen mit ganz unterschiedlichen Handschriften in die Ostschweiz. Den Anfang macht der Doppelabend Inger/Shechter in der Lokremise. Zwei Stücke von international gefeierten Star-Choreografen, die das Publikum atemlos zurücklassen.

Von  Nathalie Grand

Einführung, Warm Up, Cool Down: Das Theater St.Gallen bezieht das Publikum bei den Tanzproduktionen verstärkt mit ein. «Uns ist die persönliche Ebene wichtig», sagt die Tanz-Dramaturgin Selina Beghetto in der gut besuchten Einführung zu Inger/Shechter. Der neue Tanzchef Frank Fannar Pedersen knüpfte mit der Einladung von Johan Inger und Hofesh Shechter an alte Freundschaften an.

Johan Inger war zwar nicht selbst in St.Gallen, er feilt gerade an der Semperoper in Dresden an einer choreografischen Neuinterpretation des Schwanensees. An seine Stelle trat sein choreografischer Assistent Javier Rodríguez Cobos. Dieser tanzte einst selbst die Solo-Rolle in Rain Dogs, das von kaputten Beziehungen und verwundbaren Identitäten erzählt.

Musik von Tom Waits

Der schwedische Choreograf Johan Inger erschuf 2011 mit Rain Dogs eine Welt, welche die düsteren Töne des gleichnamigen Albums von Tom Waits als Ausgangspunkt hatte. Das Stück ist auch eine Metapher für Menschen, die nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprechen. In Ingers Tanzsprache sind das Körper, die sich im Dreck wälzen, Underdogs, die in Rücklage geraten, zueinanderfinden und sich wieder verlieren.

Inger spielt mit Gegensätzen: Hingabe und Abweisung, Zuneigung und Hass. Nicht nur die Bewegungen, auch die Rollen sind fliessend, genauso wie der Wechsel von klassischen Tanzschritten zur Improvisation in völliger Stille. Crossdressing statt Stereotypen, begossene Pudel, statt sterbende Schwäne. «The piano has been drinking, not me», schallt Tom Waits Stimme aus dem Boxenturm, einziges Requisit auf der ansonst kahlen Bühne.

Auch Ironie hat Platz an diesem energiegeladenen Abend. Hofesh Shechter bedient sich in Contemporary Dance 2.0 bei der Pop-Kultur, MTV und Gangster-Rap. Shechter möchte mit seinen Choreografien die Bühnen in Brand setzen und Konventionen im Chaos versinken lassen. Vermutlich tut er dies gerade in Frankreich, Schweden oder Holland, wo seine eigene Kompagnie zurzeit zu Gast ist.

Lächerliches Gangstertum

Tanzkompagnie St.Gallen: Inger/Shechter. Nächste Aufführungen: 6., 10., 14., 17., 22., 28., 30. Dezember, 5. Januar. Jeweils 20 Uhr (ausser 17. Dezember: 17 Uhr), Einführungen jeweils eine halbe Stunde vorher, Lokremise St.Gallen.

Am 10. und 30. Dezember sind aktive Einführungen geplant. Ein «Warm Up», um die choreografischen Ideen im eigenen Körper zu spüren.

konzertundtheater.ch

Auch die Musik von Contemporary 2.0 schafft starke Emotionen – bei Hofesh Shechter kein Zufall – der in Israel aufgewachsene Künstler studierte nicht nur Schlagzeug, er komponiert den Sound zu seinen Stücken auch meist selbst. Die Tänzerinnen und Tänzer werden pausenlos angetrieben von harten Beats, sie reiten auf einer Welle, rotieren im Takt. Das Spiel zwischen lächerlicher Anmache und wildem Abtanzen mündet überraschend in J.S. Bachs Air und Frank Sinatras My Way.

Der Doppelabend vereint zwei choreografische Arbeiten, die sich am Puls der Zeit bewegen und die zeigen, dass zeitgenössischer Tanz auch Diversität bedeutet, eine andere Art von Schönheit und Körperlichkeit. Es geht um Imagination statt Perfektion. Die Tänzer:innen entdecken unbekannte Identitäten und Freiräume. Für das Publikum wird die Aufführung zu einer emotionalen Erfahrung voller wilder Poesie, die in den Bauch fährt.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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