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Bisse am Bodenseeufer

Das Schauspielensemble beim Vampirgerücht: Benjamin Fröhlich, Fabienne Louves, Marisa Jüni, Rolf Sommer und Chasper-Curò Mani (Bild: pd)

Das Schauspielensemble beim Vampirgerücht: Benjamin Fröhlich, Fabienne Louves, Marisa Jüni, Rolf Sommer und Chasper-Curò Mani (Bild: pd)

Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.

Es gab mal ei­ne Zeit, da kam man an Vam­pir­ge­schich­ten in der Pop­kul­tur nicht vor­bei. Aus­ge­löst vor al­lem durch die­Ro­man­ze Twi­light wa­ren die bis­si­gen Krea­tu­ren plötz­lich über­all: im Film, in der Mu­sik, in Se­ri­en, in Com­pu­ter­spie­len, in den Thea­tern. Der ganz gros­se Hype ist in­zwi­schen ab­ge­ebbt, trotz­dem üben die mys­ti­schen Ge­schich­ten um die Blut­sauger im­mer wie­der ei­ne be­son­de­re Fas­zi­na­ti­on auf vie­le Men­schen aus. Erst in die­sem Jahr er­hielt der Ki­no­film Blood and Sin­nes vier Os­cars.

Auf die­sen Vam­pir­trend springt nun auch ein Thur­gau­er Mu­si­cal­thea­ter auf. Ab 29. Mai zeigt die Büh­ne Mam­mern in ei­nem Zir­kus­zelt di­rekt am Bo­den­see­ufer die Ur­auf­füh­rung von Das Vam­pir­ge­rücht. Das Stück stammt aus der Fe­der des Thur­gau­er Kom­po­nis­ten und Mu­si­kers Da­vid Lang. Wir tref­fen uns an ei­nem Mitt­woch im Mai. Das Wet­ter draus­sen eher april­ig, un­ter der Kup­pel des Zir­kus­zel­tes ist ei­ne ei­ge­ne Welt ent­stan­den: Ge­rüs­te, ei­ne Lein­wand mit Ha­fen­stadt­ku­lis­se, bun­te Wim­pel hän­gen über der Ma­ne­ge.

Es sind noch zwei Wo­chen bis zur Pre­mie­re, und Lang, graue Jeans, schwar­zes T-Shirt, leicht ver­wu­schel­tes Haar, wirkt sehr auf­ge­räumt. «Ich hat­te bei kei­ner an­de­ren Pro­duk­ti­on hier vor­her ein so gu­tes Ge­fühl», ver­rät er zur Be­grüs­sung. Die Pro­ben lie­fen gut, Schau­spiel und Mu­sik wach­sen Stück für Stück zu­sam­men, «ich bin fest da­von über­zeugt, dass das ein Er­folg wird», sagt Lang.

Wor­um es in dem Mu­si­cal geht

Um die Ge­schich­te zu er­läu­tern, die er er­zäh­len will, muss man ein biss­chen aus­ho­len. Men­schen und Vam­pi­re le­ben in die­ser Welt fried­lich ne­ben­ein­an­der. Aber nur die Vam­pi­re wis­sen da­von, für die Men­schen bleibt ih­re Exis­tenz ein Ge­rücht. Die­se fried­li­che Ko­exis­tenz funk­tio­niert aber nur, weil die Vam­pi­re ih­ren Blut­durst über Kon­ser­ven aus ei­nem Blut­ver­teil­zen­trum stil­len. Des­halb kön­nen sie sich die Bis­se in den Hals ver­knei­fen. Aber die­se Ba­lan­ce ge­rät ins Wan­ken, als in Jo­han­nes­ha­fen, Haupt­schau­platz der Ge­schich­te, die Vam­pi­re das Blut aus den Beu­teln nicht mehr ver­tra­gen.

Wäh­rend das vam­pi­ri­sche Ver­lan­gen wächst, be­gin­nen ge­hei­me Er­mitt­lun­gen zu den Vor­fäl­len: War­um funk­tio­niert die Er­satz­dro­ge nicht mehr? Die Er­klä­rung: Die Wa­re aus Jo­han­nes­ha­fen ist ver­un­rei­nigt. Das Blut stammt von Pa­ti­en­ten, die Op­fer un­er­laub­ter Me­di­ka­men­ten­ver­su­che wa­ren. Wer jetzt denkt, ah Mo­ment, Me­di­ka­men­ten­ver­su­che am Bo­den­see­ufer, da war doch mal was, liegt na­tür­lich rich­tig. Zwi­schen 1956 und 1980 führ­te der Arzt Ro­land Kuhn, 1939 als Ober­arzt an die Psych­ia­tri­sche Kli­nik Müns­ter­lin­gen ge­kom­men, ge­nau sol­che Ver­su­che an un­wis­sen­den Pa­ti­en­ten durch. Sein Ziel: Er woll­te die Ent­de­ckung des ers­ten An­ti­de­pres­si­vums un­ter­mau­ern.

Hu­mor als Mit­tel der Auf­ar­bei­tung

Und da­mit ist man dann schnell bei ganz an­de­ren Fra­gen, die über den, nun ja, Vam­pir­kos­mos hin­aus­ge­hen. Wie viel Leid darf man in Kauf neh­men, um ein viel­leicht grös­se­res Ziel zu er­rei­chen? Wo sind ethi­sche Gren­zen in der Psych­ia­trie? Wel­che Rol­le spiel­te die Gier der Phar­ma­bran­che? Und war­um zum Gei­er ha­ben Ärz­te oft die­sen Gott-Kom­plex?

Der Kan­ton Thur­gau hat all die tat­säch­li­chen Er­eig­nis­se aus Müns­ter­lin­gen längst auf­ge­ar­bei­tet und in ei­ner um­fas­sen­den Un­ter­su­chung die Hin­ter­grün­de durch­leuch­tet. Das Buch «Test­fall Müns­ter­lin­gen. Kli­ni­sche Ver­su­che in der Psych­ia­trie, 1940–1980» ist im Chro­nos-Ver­lag er­schie­nen. Auf dem Kli­nik­ge­län­de gibt es ein Er­in­ne­rungs­zei­chen für die Leid­tra­gen­den der Men­schen­ver­su­che. Der Re­gie­rungs­rat hat sich so­gar of­fi­zi­ell bei al­len Be­trof­fe­nen von Me­di­ka­men­ten­tests in der Psych­ia­tri­schen Kli­nik Müns­ter­lin­gen ent­schul­digt.

Der Komponist und Musiker David Lang in der Kulisse seines neuen Musicals Das Vampirgerücht (Bild: Michael Lünstroth)

Der Komponist und Musiker David Lang in der Kulisse seines neuen Musicals Das Vampirgerücht (Bild: Michael Lünstroth)

Nun kommt das Gan­ze al­so auf ei­ne Mu­si­cal-Büh­ne. Wo­bei Da­vid Lang sagt, dies sei «nur der Aus­gangs­punkt der Hand­lung», es ge­he ihm nicht dar­um, in dem Fall zu ur­tei­len. Aber der Stoff hat ihn dann doch so sehr in­ter­es­siert, dass er ihn nicht lie­gen las­sen woll­te. «Ich fin­de es im­mer reiz­voll, ei­ne lo­ka­le Ge­schich­te zu ver­ar­bei­ten», sagt der Kom­po­nist. Aus­ser­dem bie­te die Büh­nen­in­sze­nie­rung auch ei­ne Mög­lich­keit, über das Ge­sche­he­ne nach­zu­den­ken: «Was pas­siert, wenn Für­sor­ge, Kon­trol­le und wis­sen­schaft­li­cher Fort­schritt in Span­nungs­fel­der ge­ra­ten und ethi­sche Gren­zen über­schrit­ten wer­den?», for­mu­liert Lang sei­ne Ge­dan­ken da­zu.

Wo­bei – all­zu nach­denk­lich soll sein Stück auch nicht wer­den. Da­vid Lang setzt auf Hu­mor als Mit­tel der Auf­ar­bei­tung. Es ge­be ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, Kunst zu ma­chen, fin­det er. Scho­ckie­ren oder pro­vo­zie­ren zum Bei­spiel. Das sei aber nicht so seins. «Für mich ist Hu­mor die bes­te Form, ein erns­tes The­ma zu ver­mit­teln, weil es das Herz öff­net.» Da­durch sei­en die Zu­schau­er:in­nen of­fe­ner für ei­ne wei­te­re Re­fle­xi­on des The­mas, glaubt der Mu­si­ker. Zwei­fel dar­an, dass ein Mu­si­cal mög­li­cher­wei­se das fal­sche For­mat sein könn­te, um ein so kom­pli­zier­tes The­ma wie die Me­di­ka­men­ten­ver­su­che zu ver­han­deln, hat er nicht.

Ent­we­der wird es ge­ni­al – oder furcht­bar

Hört man Da­vid Lang bei sei­nen Über­le­gun­gen zu dem Stück zu, dann drän­gen sich im Grun­de nur zwei mög­li­che Aus­gän­ge für die In­sze­nie­rung auf: Ent­we­der wird es ziem­lich ge­ni­al oder ziem­lich furcht­bar. Dass je­mand nach der Auf­füh­rung raus­geht und sagt, ja, war okay, scheint je­den­falls kaum vor­stell­bar.

Ne­ben den in­halt­li­chen Grün­den ha­ben Da­vid Lang auch äs­the­ti­sche Grün­de an dem Vam­pir-Stoff ge­reizt. «Ich woll­te ei­ne Welt schaf­fen, in der ich selbst die Re­geln be­stim­me», er­klärt der künst­le­ri­sche Lei­ter der Büh­ne Mam­mern. Die klas­si­sche Äs­the­tik des Vam­pir­gen­res – blas­se Haut, auf­fäl­li­ger Lip­pen­stift, dunk­le Samt- und Spit­zen­stof­fe so­wie his­to­ri­sche vik­to­ria­ni­sche Ele­men­te – fas­zi­nier­te ihn zu­sätz­lich. Und: «Der mys­ti­schen Mu­sik bin ich sehr ver­bun­den.»

Sein Mu­si­cal wird aber nicht nur aus dunk­len Go­thic-Klän­gen be­stehen, ver­spricht der Mu­si­ker. Tan­go, Gos­pel, Hip-Hop, mys­ti­sche Chor­se­quen­zen, gros­se Lie­bes­bal­la­den wer­den er­klin­gen. «Im Grun­de ist al­les drin, was mich mu­si­ka­lisch in­ter­es­siert», sagt Lang und grinst. Wäh­rend die Mu­sik aus sei­ner Fe­der stammt, ist der Text des Mu­si­cals in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Re­gis­seur und Dra­ma­tur­gen Li­vio Beye­ler, ei­gent­lich Haus­re­gis­seur am Thea­ter Uri, ent­stan­den. «Die­se Zu­sam­men­ar­beit hat mich her­aus­ge­for­dert, aber sie hat das Stück am En­de bes­ser ge­macht. Es war ei­ne tol­le Er­fah­rung», blickt Lang zu­rück.

Der Traum vom ei­ge­nen Mu­si­cal in der Maag-Hal­le

Im En­sem­ble fin­den sich in die­sem Jahr auch be­kann­te und aus­ge­zeich­ne­te Sän­ger:in­nen und Schau­spie­ler:in­nen. Fa­bi­en­ne Lou­ves, Ge­win­ne­rin der TV-Show Mu­sic­Star, spielt die Vam­pir-Er­mitt­le­rin Dra­ga­na Arz von Straus­sen­burg. Ihr Ge­gen­spie­ler, der ge­heim­nis­vol­le Arzt Dr. K., wird von Rolf Som­mer ge­spielt. Der ge­wann 2023 den «Deut­schen Mu­si­cal Thea­ter Preis» als bes­ter Haupt­dar­stel­ler. «Künst­le­risch ist das so gut, was die bei­den und das gan­ze En­sem­ble in den Pro­ben schon leis­ten, dass es sich auf je­den Fall ge­lohnt hat, Fa­bi­en­ne und Rolf zu en­ga­gie­ren», sagt Da­vid Lang.

Mit der neu­en Pro­duk­ti­on will der Chef der Büh­ne Mam­mern auch den nächs­ten Ent­wick­lungs­schritt ein­läu­ten. Mehr Pro­mi­nenz, mehr Zu­schau­er, mehr Pro­fil. Der Wunsch nach ei­ner grös­se­ren Reich­wei­te ha­be ihn auch an­ge­trie­ben, räumt Lang ein. Wel­che Wir­kung ein gut in­sze­nier­tes Mu­si­cal er­zie­len kann, konn­te er un­längst selbst er­le­ben, als er als Or­ches­ter­lei­ter bei Bil­ly El­li­ot in Zü­rich aus­ge­hol­fen hat­te. Ir­gend­wann ein­mal selbst ein ei­ge­nes Mu­si­cal in der Maag-Hal­le zei­gen – das ist schon so ein Traum, den Da­vid Lang noch hat.

Einst­wei­len in­sze­niert er erst ein­mal wei­ter am Bo­den­see. Die letz­te Pro­duk­ti­on sa­hen rund 3500 Zu­schau­er:in­nen. Das soll jetzt mehr wer­den. Die Platz­ka­pa­zi­tät im Zelt ha­ben sie um 150 Plät­ze nach oben ge­schraubt. Fast 500 Zu­schau­er:in­nen kön­nen nun pro Auf­füh­rung da­bei sein. Ein am­bi­tio­nier­tes Ziel in der länd­lich ge­präg­ten Ge­gend um Mam­mern. Da­vid Lang hat ein gu­tes Ge­fühl. «Bei den Pro­ben la­che ich viel, und mir stel­len sich die Haa­re auf, weil ich Gän­se­haut be­kom­me. Das wird gut», sagt er mit ei­nem über­zeug­ten Lä­cheln im Ge­sicht.

(Die­ser Text er­schien am 22. Mai bei Thur­gau Kul­tur.)

Das Vam­pir­ge­rücht: Frei­tag, 29. Mai bis Sonn­tag, 14. Ju­li, Büh­ne Mam­mern, Zir­kus­zelt beim See­bad, Mam­mern.

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