, 16. Februar 2010
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Brunner und Brunsbüttel

Ist natürlich prächtig, wie momentan die Energiestadt St.Gallen vermarktet wird. Geothermie! Solarpreis! Weniger prächtig sind hingegen die Pläne von SN Energie, dem Stromlieferanten der Stadtwerke, sich im norddeutschen Brunsbüttel an einem Kohlekraftwerk zu beteiligen. Praktisch, dass das alles ganz weit weg ist. Man stelle sich vor, über die Investition würde hier abgestimmt – und Fredy […]

Ist natürlich prächtig, wie momentan die Energiestadt St.Gallen vermarktet wird. Geothermie! Solarpreis! Weniger prächtig sind hingegen die Pläne von SN Energie, dem Stromlieferanten der Stadtwerke, sich im norddeutschen Brunsbüttel an einem Kohlekraftwerk zu beteiligen.

Praktisch, dass das alles ganz weit weg ist.

Man stelle sich vor, über die Investition würde hier abgestimmt – und Fredy Brunner müsste sie öffentlich vertreten. Vorbei wäre es mit der stadträtlichen Gelassenheit: Strom aus Steinkohle, die in Südamerika unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut und dann per Schiff nach Brunsbüttel geschippert wird. Eins von drei Schiffen fährt dabei sinnlos über den Atlantik, weil der Wirkungsgrad rund 60 Prozent beträgt. Dazu ein CO2-Ausstoss, der einem Fünftel des gesamten Schweizer Ausstosses entspricht. Den Gegnern würde ein Plakat in düsteren Farben mit rauchenden Schloten reichen und Brunsbüttel würde an der Urne durchfallen. Er sei nicht stolz auf das Projekt, verriet Brunner dem «Tagblatt». Aber er sehe keine Alternative.

Andere sehen besser. Beispielsweise das Stromunternehmen Elektra Baselland. Der Verwaltungsrat habe Investitionen in Kohlekraftwerke einstimmig abgelehnt, erklärte EBL-Geschäftsführer Urs Steiner. Das Unternehmen habe schon früh auf Nachhaltigkeit gesetzt. «Da passe ein Kohlekraftwerk einfach nicht ins Portfolio.

Während in St.Gallen die Gegner von Strom aus Steinkohle nach einer wirkungslosen Petition ihre Proteste eingestellt haben, ist der Widerstand in Deutschland stetig grösser geworden. Dazu gibt es auch allen Grund: Mehr als ein Kilogramm an hochgiftigen Schwermetallen wie Quecksilber und Cadmium würden pro Stunde über die Region verteilt. Gegen das Projekt sind 4’900 Einsprachen eingereicht worden, die an einem öffentlichen Hearing diskutiert wurden. Die Bürgerinitiative für Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe kündigt Klagen und weitere Aktionen an. Ihr Sprecher Arne Firjahn stellt klar: «Ohne Schweizer Beteiligung könnte dieses Klimakiller-Kraftwerk nicht gebaut werden».

Praktisch für Stadtrat Brunner, dass das alles ganz weit weg ist.

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