Das Arboner Konzertlokal Triebwerk war lange ein wusliger Bestandteil der Ostschweizer Kulturszene – bis es letztes Jahr einer Umnutzung weichen musste. Davon lassen sich die Mitglieder des gleichnamigen Vereins aber nicht irritieren; neun von ihnen weichen kurzerhand auf das Areal der ehemaligen Saurer-Heizzentrale aus. Nicht für immer, nur für fünf Tage im August, wenn zum ersten Mal das von ihnen organisierte Heizwerk Festival stattfindet, ein Mix aus Kunst, Slam und Musik.
2. bis 6. August, Saurer-Heizzentrale Arbon heizwerk-festival.ch
Sie seien sich durchaus bewusst, dass das Angebot an Openair-Veranstaltungen in den letzten Jahren extrem gewachsen ist, sagen die neun OK-Mitglieder. Deshalb wollen sie sich bei ihrem neuen Projekt «auf den ursprünglichen Festivalgedanken berufen»: Im Mittelpunkt stehen die Musik und die dargebotene Kunst. Und: Jeden Tag kommt eine andere Kunst- oder Musikrichtung dran. So will das OK «dem Trend von immer grösseren Acts, wachsenden Besucherzahlen und steigenden Ticketpreisen entgegenwirken».
Der Eröffnungsabend am Mittwoch ist mit Konzerten von Frank Powers und Stiller Has ganz der Schweizer Popmusik gewidmet, am Donnerstag folgt eine Slamshow mit Andy Strauss, Quichotte und Sebastian Lehmann.
Endo Anaconda
Der Freitag dürfte vor allem den Rap-Fans gelegen kommen; Juellz, der junge Arboner Lokalheld, bringt seine Band mit, Santo Machango sind am Start, sieben Hombres aus Barcelona – und Speech Debelle gibt sich die Ehre!
Die 34-jährige Rapperin ist in Crystal Palace aufgewachsen, in kaputten Verhältnissen, hat mit 13 angefangen zu rhymen, um nicht stumm zu enden, und droppte 2009 schliesslich ihr eindrückliches Debut Speech Therapy, mit dem sie wenig später den Mercury Prize für das «Album of the Year» abräumte.
Speech Debelle
Am Samstag kann man sich bei Mother’s Cake, The Youth, Mark Kelly und Prinz Grizzley eine ordentliche Dosis Rock abholen, je nachdem mit oder ohne Headbang-bedingter Nackenversteifung.
Der Abschluss am Sonntag ist für einen Designmarkt reserviert, ideal zum Runterkommen. Junge Labels, Food-Tüftler und Designerinnen präsentieren auf dem alten Heizwerkareal ihre Produkte, dazu gibt es Pierre Omer’s Swing Revue, einen Clown und weitere Unterhaltungen.
Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.
Anja Wein lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
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