, 9. August 2010
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bye bye BAG?

Der FCSG hat kein Geld. Um das zu wissen reicht ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung. Wie schlecht steht es wirklich? Sehr schlecht? Mittelschlecht? Mittelschlecht wäre beispielsweise, wenn nun versucht wird, mit Hilfe der öffentlichen Hand die Kredite abzulösen, die die Betriebs AG (BAG) für den Innenausbau des Stadions aufnehmen musste. Das sind jährlich 1,2 Mio. […]

Der FCSG hat kein Geld. Um das zu wissen reicht ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung. Wie schlecht steht es wirklich?

Sehr schlecht? Mittelschlecht?

Mittelschlecht wäre beispielsweise, wenn nun versucht wird, mit Hilfe der öffentlichen Hand die Kredite abzulösen, die die Betriebs AG (BAG) für den Innenausbau des Stadions aufnehmen musste. Das sind jährlich 1,2 Mio. Franken an Zinsen und Ammortisationen. Damit könnte man der Stadt die noch offenen Sicherheitskosten locker bezahlen. Damit könnte man  einen oder zwei Spieler verpflichten, um den Abstieg zu verhindern.
Den Konstruktionsfehler haben die Stadionbauer zu verantworten. Wieso soll ein Betriebs AG Baukosten tragen?

Dazu kommt natürlich unter anderem, dass die Betriebs AG nach wie vor nicht alle Logen verkauft hat. Auch nicht alle Business-Seats. Dass der Verkauf von Saisonkarten eingebrochen ist usw.

Der WoZ-Journalist Daniel Ryser hat recherchiert. Das Ergebnis hat er im Blog nationofswine.ch veröffentlicht.

Ryser schreibt:

Finanzen: Wie schlecht steht es um den FC St. Gallen wirklich?

In den letzten Wochen ging in St. Gallen folgendes Gerücht um: Die Betriebs AG der AFG Arena, in deren Verwaltungsrat unter anderem der ehemalige FCSG-Präsident Dieter Fröhlich sitzt, sei finanziell in grossen Schwierigkeiten. Deshalb sei eine Vorlage zur Rettung der Betriebs AG in Arbeit, die dem Stadtparlament vorgelegt werden soll. Fakt ist: Weil er die Sicherheitskosten nicht mehr bezahlen kann, steht zumindest der FC St. Gallen, von dessen Erfolg die Betriebs AG abhängig ist, mit mindestens einer halben Millionen Franken bei der Stadt in der Kreide. Wie steht es um die Betriebs AG? Wie schlimm inzwischen um den FC?

Urs Weishaupt, Sprecher der Stadt St. Gallen, bestätigt gegenüber Nation of Swine einen Teil des Gerüchts: «Es werden derzeit Gespräche zwischen Betriebs AG AFG Arena, FCSG, Sponsoren, Banken sowie der Kantons- und der Stadtregierung geführt. Aufgrund der Ergebnisse wird eine Parlamentsvorlage erarbeitet, über die nach deren Verabschiedung durch die Kantons- und Stadtregierung sowie die weiteren Beteiligten informiert wird.»
Sponsoren, Banken, Politik – alle an einem Tisch? Das klingt nicht ganz undramatisch. Mehr will Weishaupt zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen: «Spekulieren tun wir höchstens über Fussballresultate. Sonst halten wir uns an Fakten. Aus Gesprächen schon Gerüchte abzuleiten wäre Kaffeesatzlesen.»

Markus Scherrer, Sprecher der AFG Arena, sagt: «Es sind verschiedene Projekte in Arbeit. Die Parlamentsvorlage ist eine davon. Ende August sollte die Sache spruchreif sein. Mehr kann ich dazu derzeit nicht sagen.» Geht es hier um eine grosse Rettungsaktion? Scherrer: «Dazu kann ich nichts sagen.»

Auch FCSG-Präsident Michael Hüppi dementiert nicht, dass eine Sache am laufen ist, hält sich jedoch ebenfalls kurz und knapp. In einer Email schreibt er: «Ich kann ihnen derzeit keine Auskünfte geben, da die Sache noch nicht spruchreif ist.»
Die St. Galler Kantonalbank hüllt sich derweil in Schweigen.

Einig sind sich alle befragten Parteien: In drei bis vier Wochen soll öffentlich gemacht werden, worum es bei den jetzigen Gesprächen wirklich geht und ob auch die zweite Hälfte des Gerüchts stimmt, nämlich, dass die Betriebs AG in Schieflage ist. Und die Politik mit Steuergeldern einspringen muss.

1 Kommentar zu bye bye BAG?

  • Mark Z. sagt:

    Laut Zeitung wird da über eine Art finanzielle Hilfe für den FCSG debatiert. Wird eine solche Hilfe an die öffentlich Offenlegung der Bilanzen der vergangenen Jahre von der Betriebs AG geknüpft? Ich hoffe dies schwer, denn es gibt da Gerüchte, dass dort viel Geld in irgendwelche Säcke absickern…

    Letztes Jahr muss wohl der Umsatz zwischen 12 und 15 Mio Franken gelegen sein. (10 Mio alleine durch Ticketverkäufe Ligaspiele (14’000 Zuschauerschnitt * 18 Spiele * 40.- Durchschnittspreis), ? Mio Pokalspiele und Freundschaftsspiele, 1 Mio durch Stadionnamen, ? Mio durch Catering, ? Mio durch Events in Logen und Führungen (diese laufen anscheinend sehr gut), ? Mio Werbeeinnahmen durch Banden und andere Stadionwerbungen, ev. ? Franken für TV-Übertragungsrechte (ev. fliessen die in die Betriebs AG, ev. aber in die FCSG AG), ? Mio für fremde Fussballmanschaften (FCZ, CH-Nati, …)).

    Bei den Ausgaben steht heute (10.08.2010 im Tagblatt), dass der Aufwand für Unterhalt und Zinsen des Innenausbaus. Bei 1.5 Mio Franken liegen (bei einem Hohen Zinssatz von 5% (bei weniger Zinsatz wird die Summe noch höher) und hohen Unterhaltskosten von 100’000 Franken) wurden damit etwa 28 Mio Franken für den Innenausbau aufgewendet… Dieser Betrag scheint mir etwas gar hoch. Denn wenn da Innenausbau steht, wird für die Mietung des Rohbaus ebenfalls noch Geld abfliessen.

    An den FCSG sollen etwa 4 Mio abfliessen.

    Die Kosten für die Polizei sind da mit 0.5 Mio eher kleiner. Für die Security muss wohl nochmals 0.5 Mio (bis 1.0 Mio) aufgeworfen werden.

    Das ergibt ca. Ausgaben von 9.5 Mio (Innenausb. 1.5, Stadion 2.5, FCSG 4, Sicherheit 1.5 Mio) und das eher gut gerechnet.

    Da bleiben 2 bis eher 6 Mio Franken noch übrig. wohin gehen die? Hab ich da grosse Ausgaben übersehen?

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