, 25. Juni 2013
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Bye, bye Scarione

Scarione wechselt zum türkischen Hoffenheim. Alle scheinen zufrieden.

Die Abschiedspressekonferenz von Oscar Ezequiel Scarione und seinen Beratern Michele und Renato Cedrola von der Front Group GmbH findet vor etwa dreissig Medienschaffenden im Kongresshotel Einstein statt. Die Verantwortlichen des FC St.Gallen sind pikiert, weil sie nicht eingeladen wurden.

Wie ist das mit den politischen Unruhen in Istanbul? Scarione erzählt, dass er sich bei seinem Besuch vor einigen Tagen 200 Meter entfernt vom Taksim-Platz aufgehalten habe. «Alles wirkte ruhig», sagt er. Natürlich, die Polizei habe er gesehen. Aber: «Es ist ja kein Krieg». Mehr Angst verspüre er jeweils zu Hause, scherzt er. Scarione wohnte bisher in Hörweite des Waffenplatzes Breitfeld. Der 28-jährige hat andere Vergleiche, wenn es um Unruhen geht: «Istanbul erinnert mich an Buenos Aires», kommentiert er trocken.

Berater Renato Cedrola vergleicht Kasimpasa mit Hoffenheim. Später fällt ihm auch noch Monaco ein. Kasimpasa ist ein Istanbuler Quartierklub mit einem eher kleinen Stadion für 15’000 Zuschauer, das jeweils zu einem Drittel gefüllt ist. Hinter den grossen Ambitionen des Klubs steckt das Geld des Unternehmers Turgay Ciner (Ciner Group mit dem Schwerpunkt Industrie und Medien).

Spekuliert wird über folgende Summen: Scarione war bisher im FC St.Gallen der Grossverdiener und soll deutlich über 300’000 Franken verdient haben. Das neue Vertragsangebot für eine vorzeitige Verlängerung um drei Jahre (bis 2017) könnte um die 400’000 Franken pro Saison betragen haben. In Istanbul soll Scarione nun aber jährlich 1,5 bis 2 Millionen  Franken verdienen. Damit könnten er und seine Familie finanziell ausgesorgt haben.

Zufrieden ist  auch der FC St.Gallen, jedenfalls hat man sich über die Transfersumme mit Kasimpasa bereits geeinigt: Sie soll rund drei Millionen Franken betragen. Diese Zahl wird wie alle anderen nicht bestätigt. Sollte sie stimmen, könnte die kommenden Saison finanziell bereits gerettet sein. Das Budget für die erste Mannschaft plus Trainerstab beträgt sieben Millionen Franken.

Ist es der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel? «Niemand weiss, was in einem Jahr sein wird», stellte Scarione fest. Seine Berater versichern, dass der Spieler in den Emiraten noch mehr verdient hätte. Sie gehen zudem davon aus, dass sich Scarione in der Türkei sportlich weiterentwickeln kann. Er könne in einer attraktiven Liga gegen Stars wie Drogba oder Sneijder spielen. Nicht gesagt wurde an der Pressekonferenz, dass Scarione den FC St.Gallen bereits nach dem Abstieg hätte verlassen können. Es gab sowohl konkrete Angebote als auch eine Ausstiegsklausel. Damals entschied er sich, zu bleiben. Jetzt geht er als St.Galller Torschützenkönig – wie vor ihm Ivan Zamorano (zu Sevilla) und Charles Amoah (zu Sturm Graz).

1 Kommentar zu Bye, bye Scarione

  • Hansdampf Dampfhans sagt:

    Zwei Fragen bleiben: Wem gehört eigentlich das Geld aus dem Scarione-Transfer? Einigen Privaten oder vielleicht doch der FCSG AG? Und welches war die Rolle von Tagblatt-Journalist und Ex-FCSG-Medienchef Markus Scherrer bei dieser bemerkenswert aussergewöhnlich besetzten Medienveranstaltung?

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