Die neue Onlinezeitung «Republik» war noch keinen Monat alt, da konnte sie schon ihren ersten Scoop vermelden. Olympias superhightechsecure Laborbecher, in denen das Athletenbisi hätte tubelfest versiegelt gelagert werden können, konnten von den Journis geöffnet und wieder geschlossen werden. Problematisch ist das nicht, weil somit Athletenbisi auf das Sandwich des Laborwarts im selben Kühlschrank tropfen kann, sondern weil kurz vor Wettkampfbeginn klar war, dass es wieder gelingen wird, das kontaminierte Athletenbisi mit sauberem Bisi von einem nüchternen Puristen auszutauschen.
Die Empörung hielt sich in Grenzen, abgesehen von einer Handvoll einsamer Seelen, die dies als Anlass sahen, irgendwo in diesem Internet zu kommentieren, da müsse man jetzt hart durchgreifen und diese Bisiathleten für tausend Jahre sperren. Dieselben Menschen sind es aber auch, die jeweils mit Augustweggen und Fähnlein vor dem TV hocken und auf dem Balkon mit einer Kuhglocke rumnerven, wenn Rosché Federer wiedermal ein Goal gegen FC Wawrinka geschossen hat. Auf solche Monster hört man nicht.
«Da isch pschisse mfall! Da döof me nöö!» – Doping im Sport ist ein bisschen wie Ananas auf der Pizza. Alle sagen, dass sie es nicht mögen, wissen aber eigentlich ganz genau, wie gut es zusammenpasst. Im Grunde ist Sport ohne Drogen gar nicht auszuhalten. Und überhaupt: Wer die gedopten Langläufer als zu schnell empfindet, kann ja den Fernseher langsamer einstellen. Aber natürlich können wir uns von unserem brötigen Unterbewusstsein auch die Konfitüre klauen lassen. Und uns dann über das trockene Brot beschweren.
Dabei kommt Langlauf per se von langweilig, Biathlon von schizophren und Buckelpiste von Wackelkontakt; daran hat man sich auch mal sattgesehen. Eine zeitgenössische Olympiade würde stattdessen endlich versuchen, wieder einigermassen kundenorientiertes Spektakel anzubieten und ein dopes Programm hochwertiger Wettkämpfe in Spritzenwerfen, Pillencurling, Speedrutschen und Pilzlifliegen zusammenstellen. Und wer im Winter unbedingt Schnee unter der Nase braucht, soll sich diesen olympisch geben, nur halt nicht diesen gelben.
Anja Wein lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.