Die neue Onlinezeitung «Republik» war noch keinen Monat alt, da konnte sie schon ihren ersten Scoop vermelden. Olympias superhightechsecure Laborbecher, in denen das Athletenbisi hätte tubelfest versiegelt gelagert werden können, konnten von den Journis geöffnet und wieder geschlossen werden. Problematisch ist das nicht, weil somit Athletenbisi auf das Sandwich des Laborwarts im selben Kühlschrank tropfen kann, sondern weil kurz vor Wettkampfbeginn klar war, dass es wieder gelingen wird, das kontaminierte Athletenbisi mit sauberem Bisi von einem nüchternen Puristen auszutauschen.
Die Empörung hielt sich in Grenzen, abgesehen von einer Handvoll einsamer Seelen, die dies als Anlass sahen, irgendwo in diesem Internet zu kommentieren, da müsse man jetzt hart durchgreifen und diese Bisiathleten für tausend Jahre sperren. Dieselben Menschen sind es aber auch, die jeweils mit Augustweggen und Fähnlein vor dem TV hocken und auf dem Balkon mit einer Kuhglocke rumnerven, wenn Rosché Federer wiedermal ein Goal gegen FC Wawrinka geschossen hat. Auf solche Monster hört man nicht.
«Da isch pschisse mfall! Da döof me nöö!» – Doping im Sport ist ein bisschen wie Ananas auf der Pizza. Alle sagen, dass sie es nicht mögen, wissen aber eigentlich ganz genau, wie gut es zusammenpasst. Im Grunde ist Sport ohne Drogen gar nicht auszuhalten. Und überhaupt: Wer die gedopten Langläufer als zu schnell empfindet, kann ja den Fernseher langsamer einstellen. Aber natürlich können wir uns von unserem brötigen Unterbewusstsein auch die Konfitüre klauen lassen. Und uns dann über das trockene Brot beschweren.
Dabei kommt Langlauf per se von langweilig, Biathlon von schizophren und Buckelpiste von Wackelkontakt; daran hat man sich auch mal sattgesehen. Eine zeitgenössische Olympiade würde stattdessen endlich versuchen, wieder einigermassen kundenorientiertes Spektakel anzubieten und ein dopes Programm hochwertiger Wettkämpfe in Spritzenwerfen, Pillencurling, Speedrutschen und Pilzlifliegen zusammenstellen. Und wer im Winter unbedingt Schnee unter der Nase braucht, soll sich diesen olympisch geben, nur halt nicht diesen gelben.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Nachruf auf Urs Ullmann
Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.