Das Alphorn darf natürlich nicht fehlen. Es trägt den Berg schliesslich schon im Namen. Im 2015 uraufgeführten Chorstück Mysterium Montis von Carl Rütti spielt das Traditionsinstrument eine besondere Rolle: Es begleitet die Solopartien und den Tablater-Chor gleich in sechsfacher Ausführung auf der «Expedition in faszinierende, von der Naturtönigkeit inspirierte Klangwelten».
Die Darbietung hat Seltenheitswert, denn der Tablater Konzertchor führt die Komposition nur gerade zweimal auf: am 22. September in Glarus und am 29. September in St. Gallen. Letzteres ist auch in anderer Hinsicht ein denkwürdiges Datum: Nach fast 25 Jahren gibt Ambros Ott die Leitung der «Tablater» ab, es ist sein Abschlusskonzert als Dirigent.
Mysterium Montis:
22. September, 17 Uhr, Stadtkirche Glarus, und 29. September, 17 Uhr, Kirche Linsebühl St.Gallen
tablater.ch
Carl Rütti vertont im Chorstück Mysterium Montis biblische Texte mit Bezug zum Bergthema. Die Komposition spüre «mit einer modernen, aber auch dem ungeübten Hörer zugänglichen Tonsprache» dem Geheimnis des Berges nach, heisst es in der Ankündigung. Der Aufstieg in die heiligen Höhen umfasst neun Etappen. Zum Beispiel den Satz Horeb, der vom Gotteserlebnis des Propheten Elias am gleichnamigen Berg erzählt und mit einem Alphornfortissimo Erde wie Gemüt beben lässt. Oder Tabor: In diesem raumgreifenden Satz spielen die Alphörner von der Empore herab mit dem im Kirchenraum verteilten Chor.
Komponist Carl Rütti hat eine Reihe von Chorwerken geschrieben, «die von renommierten Vokalensembles in ganz Europa aufgeführt werden», schreiben die «Tablater». Es sei ihnen darum eine Ehre, ihn der Ostschweiz vorzustellen, zusammen mit renommierten Vokalsolisten und professionellen Alphornist:innen. Zu entdecken sei ein «klangsinnliches Stück neuer Schweizer Chormusik» mit einer «im Wortsinn unerhörten Besetzung».
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