Yeah, Gallusjubiläum und ich mittendrin. Da ich vor einiger Zeit bereits ein Kinder- und Jugendstück geschrieben habe, das in einem mittelalterlichen Kloster spielt, war mein Beitrag eigentlich schon geritzt. Mein Solo «Das Geheimnis im Kloster St.Gallen» erzählt die Geschichte von Olli, einem ziemlich faulen und vorlauten Schüler von heute, der als Strafarbeit einen Aufsatz über das Kloster St.Gallen schreiben muss. Bei der Klosterführung geht Olli leider verloren und schläft ein.Als er wieder aufwacht, ist er plötzlich im Mittelalter und begegnet dort so einigen Mönchen … Und einer davon heisst … richtig: «Gallus», und der ist natürlich in ein grosses Geheimnis verstrickt.
Ok, in meiner Geschichte gibt es einen Gallus im 16. Jahrhundert und nicht vor 1400 Jahren. Aber in einem blühenden Kloster mit vielen Mönchen und Büchern lässt sich einfach mehr erzählen, als in einer doofen Einsiedlerzelle.Schliesslich musste ich die Story selbst erfinden. Da bietet ein riesiges Kloster mit vielen Geheimgängen mehr als eine kleine, einsame Zelle.
Die Kellerbühne St.Gallen als Spielort ist perfekt, da das Kellergewölbe eine ideale Umgebung für die klösterliche Story bietet und zudem nur fünfzig Meter Luftlinie vom Kloster entfernt liegt.
Gemeinsam mit meinem Regisseur Michael Miensopust haben wir uns im Vorfeld Filme angeschaut. «Der Name der Rose», oder «Prinz Jamal» (wer ihn noch nicht kennt: unbedingt schauen) und wir haben uns ins Mittelalter reingelesen. Was hat ein Mönch den ganzen Tag getan, was hat er gegessen und was war verboten?
Und so ist irgendwann mal unsere Geschichte enstanden. Von Olli und seiner fantastischen Reise in die Vergangenheit!
Das Geheimnis im Kloster St.Gallen, Kellerbühne St. Gallen, 25.4. 14 Uhr, 28.&29.4. 14/16 Uhr
Reservation: www.kellerbuehne.ch / 071 228 16 66
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest
Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.
Die St.Galler Theaterkompanie Rohstoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr aktuelles Theaterstück in der Kellerbühne. Wie in einem Rausch erzählt Orlando* von Geschlechternormen, Grenzauflösungen und Verwandlungen.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Eleanor Antin ist seit 60 Jahren künstlerisch tätig. Früh hat sie sich mit Technologie, Rassismus und Genderfluidität beschäftigt, doch zwischenzeitlich war sie fast in Vergessenheit geraten. Nun macht die erste europäische Retrospektive Station im Kunstmuseum Liechtenstein.
Der Musiker und Künstler Nicolaj Ésteban veröffentlicht ein neues Album seiner Band Loveboy And His Imaginary Friends. Es führt in eine faszinierende Welt – und in sein Inneres, wo es manchmal dunkel ist.
Nach vierzig Jahren kehrt Guido R. von Stürler in die Kunsthalle nach Wil zurück. Der Künstler, mit einem Faible für Fliegen, zeigt in «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» eine Werkübersicht, die Organisches und Digitales vereint.