, 7. Juli 2021
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Das Toggenburg klingt – und diskutiert

2020 hätte für die Klangwelt Toggenburg eine Modernisierung bedeuten sollen. Dann kam Corona. Als Reaktion darauf entschied sich die Leitung dieses Jahr für einen komplett neuen Ansatz: Das Klangfestival verteilt sich über das Jahr und findet neue Formate – unter anderem die «Denkschwendi». Von Sascha Erni

Neunmal war das Klangfestival beinahe gleich verlaufen: Die Klangwelt Toggenburg lud regionale und internationale Chöre und Solist:innen ein, diese traten über knapp zwei Frühlingswochen verteilt in Alt St.Johann auf.

Das wollten der neue künstlerische Leiter Christian Zehnder und Klangfestival-Initiator Peter Roth im vergangenen Jahr ändern. Statt ein reines Stimmfestival auf die Beine zu stellen, sollte die Thematik 2020 weiter gefasst sein. «Resonanz ist das Thema jedes Musikers, nicht nur der Stimmen», erklärte damals Peter Roth. Christian Zehnder baute das Festival um, in Thementagen organisiert – und auch Musikinstrumente sollten endlich eine Rolle spielen dürfen. «Das Festival ist ein Aufbruch», sagte damals Zehnder.

Umfassende Transformation

Dann kam die Pandemie. Angepeilt war eigentlich, das 2020er-Programm um ein Jahr verschoben im Mai und Juni 2021 durchzuführen. Die unsichere epidemiologische Lage liess die Projektverantwortlichen um Christian Zehnder dann aber einen drastischeren Schritt tun: Sie verteilen das Klangfestival über viele Monate und lancieren es neu als Festivaljahr.

«Das Jahr 2021 steht ganz im Fokus des Wandels und der Transformation», sagte Zehnder in seinem Eröffnungsgruss zum Start des Festivaljahrs. Eine weitere Komplett-Absage sei nie im Raum gestanden. «Weil Kultur wichtig ist und wir sie für unser Zusammenleben brauchen», so der künstlerische Leiter der Klangwelt.

Einen ersten Glanzpunkte setzte die «Zwischentonschau» im Mai mit tönenden und visuellen Installationen über 24 Stunden hinweg – hier der Bericht auf art.tv:

 

Dezentral statt eng an einem Ort, das hat man aus der Pandemie gelernt. Besonders deutlich machte das an den zwei Wochenenden vom 26./27. Juni und 3./4. Juli das Toggenburger Orchester und dessen «Wandersymphonie». Die Musiker:innen verteilten sich auf elf Stationen zwischen Sellamatt und Iltios, die Zuschauer:innen wanderten auf dem Klangweg von Performance zu Performance.

Das Tal in der Diskussion

Was wünschen sich die Toggenburgerinnen und Toggenburger für ihr Tal? Wohin soll der Weg wirtschaftlich, kulturell, aber auch touristisch gehen? Was bleibt an Tradition, was entwickelt sich weiter? Solchen Fragen soll die «Denkschwendi» nachgehen, eine wiederkehrende Diskussions- und Denkrunde rund um das Thema Transformation. Sie findet im ehemaligen Hotel Seegüetli auf der Schwendi oberhalb Unterwasser und Wildhaus statt, wo bald das Klanghaus zu stehen kommt.

Volles Programm und weitere Informationen: festivaljahr.ch

An der ersten «Denkschwendi» diesen Donnerstag, 8. Juli unterhalten sich Daniel Blatter (Region Toggenburg), Dimitrij Stockhammer (Re-User & Tiny Home Bauer) sowie Patrizia Egloff (Energietal Toggenburg) über Innovation im Tal. Bereits im Vorfeld sind auf festivaljahr.ch/denkschwendi Diskussionsbeiträge aufgeschaltet. Die Debatte selber wird live gestreamt. Weitere Podien finden im September, Oktober und November statt.

Nächster Grossanlass ist dann das «Festimfall» am 20. und 21. August mit einer Vielzahl musikalischer und auch kulinarischer Mitwirkender. Und den Abschluss des Festivaljahrs rückt die Klangwelt gleich 30 Kilometer die Thur runter: Das «Chillmodul» vom 6. November findet nicht im ländlichen Obertoggenburg statt, sondern in Zusammenarbeit mit dem «Rathaus für Kultur» im Städtchen Lichtensteig.

Der hier aktualisierte Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

 

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