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Dem kleinsten Skilift der Welt den Geldhahn abgedreht

SVP und FDP haben im Kantonsrat dem St.Galler Kunstprojekt für das kleinste Skigebiet der Welt einen Zustupf aus dem Lotteriefonds verweigert. Jetzt fehlt rund ein Viertel der Finanzierung.

Illustration: Christian Meier

Illustration: Christian Meier

Al­le re­den da­von, «Blick», NZZ, SRF und «Tag­blatt» ha­ben schon über den «Grau­en Him­mel» be­rich­tet: über den kleins­ten Ski­lift der Welt mit ei­ner nur zwan­zig Me­ter lan­gen, aber stei­len und dar­um schwar­zen Pis­te an der St.Gal­ler Schnee­berg­stras­se 50 – no­men est omen. Er soll vom 1. Fe­bru­ar bis 29. März je­weils frei­tags, sams­tags und sonn­tags lau­fen. Da­zu gibts ei­nen Hüt­ten­be­trieb.

Ani­ta Zim­mer­mann, die Künst­le­rin hin­ter dem «Gei­len Block», plant zu­sam­men mit ei­ner Grup­pe von Kol­leg:in­nen ei­ne wei­te­re Zwi­schen­nut­zung in ei­nem dem Ab­bruch ge­weih­ten Haus. Das Pro­jekt ist weit­ge­hend vor­be­rei­tet, ein im na­hem Hei­den aus­ran­gier­ter Bü­gel-Ski­lift ge­fun­den. Am kom­men­den Sams­tag fin­det zwi­schen 18 und 20 Uhr auf dem Pic-o-Pel­lo-Platz die Ein­schrei­be-Ak­ti­on für Hel­fer:in­nen statt, wäh­rend das Ski­lift­pro­jekt an die ge­gen­über­lie­gen­de Haus­wand pro­ji­ziert wird. Ge­sucht wer­den Köch:in­nen, Schnee­schauf­ler:in­nen, Ver­bün­de­te, Ski­leh­rer:in­nen, An­büg­ler:in­nen, aber auch Psych­ia­ter:in­nen und Tür­ste­her:in­nen – und na­tür­lich Ski­fah­rer:in­nen!

Dass ein sol­che Pro­jekt, das vie­len ein Lä­cheln auf die Lip­pen zau­bert und ein gros­ses Me­di­en­echo aus­löst, den­noch nicht al­len ge­fällt, ist klar. Ei­ne Ein­spra­che aus der Nach­bar­schaft konn­te aber in­zwi­schen be­rei­nigt wer­den, die Bau­be­wil­li­gung ist in Sicht.

Doch nun wa­ckelt we­gen der kul­tur­feind­li­chen SVP-Frak­ti­on des St.Gal­ler Kan­tons­par­la­ments die fi­nan­zi­el­le Ba­sis. Die In­ti­ant:in­nen rech­nen mit Ge­samt­kos­ten von 187’000 Fran­ken. 9’000 da­von sol­len als Ein­nah­men aus dem Lift­be­trieb, der Bar und aus Fron­ar­beit zu­sam­men­kom­men, 37’000 Fran­ken sol­len Spon­so­ren und Pri­va­te bei­tra­gen und 83’000 Fran­ken wa­ren von der öf­fent­li­chen Hand er­war­tet wor­den, da­von 45’000 Fran­ke aus dem Lot­te­rie­fonds. Und ge­nau die­se 45’000 Fran­ken schoss die SVP-Frak­ti­on mit Un­ter­stüt­zung der FDP am Diens­tag­nach­mit­tag ab.

Grauer himmel 02

Mit fol­gen­der Ar­gu­men­ta­ti­on: «Ziel des Pro­jekts soll der Kli­ma­schutz sein und da­mit neue Ge­set­ze, Bü­ro­kra­tie, Ab­ga­ben und Ver­bo­te.» Und wei­ter: «Links­grü­ne Ak­ti­vis­ten schies­sen schweiz­weit ge­gen Ski­ge­bie­te und Tou­ris­mus und wol­len die­se nun ins Lä­cher­li­che zie­hen.»

SP und GLP ver­such­ten da­ge­gen zu hal­ten, wie­sen auf die be­reits jetzt schon gros­se Auf­merk­sam­keit und PR-Wir­kung hin und auch Re­gie­rungs­rä­tin Lau­ra Bucher ver­such­te den Bei­trag zu ret­ten, denn das Pro­jekt lö­se ge­nau das aus, was Kul­tur wol­le: Vie­le Dis­kus­sio­nen. Doch SP, Grü­ne, GLP und Mit­te sind im Kan­tons­par­la­ment auch dann in der Min­der­heit, wenn sie ge­mein­sa­me Sa­che ma­chen: mit 63 zu 50 Stim­men bei 2 Ent­hal­tun­gen kipp­ten SVP und FDP den Bei­trag aus dem Lot­te­rie­fonds.

Die SVP-Frak­ti­on woll­te am Diens­tag­nach­mit­tag auch den Bei­trag an das Re­so­nanz­zen­trum Pe­ter Roth in Wild­haus, dem Emp­fangs­haus zum Klang­haus, den Geld­hahn ab­dre­hen. Dort be­wil­lig­te die Mehr­heit al­ler­dings die da­für vor­ge­se­he­nen 150’000 Fran­ken.

Der kleins­te Ski­lift der Welt: Ein­schrei­be­ak­ti­on für Hel­fer:in­nen, 7. De­zem­ber, 18–20 Uhr, Pic-o-Pel­lo-Platz St.Gal­len

Für den kleins­ten Ski­lift der Welt braucht es nun um­so mehr Spen­den und noch mehr frei­wil­li­gen Ein­satz: Der kom­men­de Sams­tag­abend wird der SVP be­wei­sen, dass ih­re kul­tur­feind­li­che Hal­tung in der Stadt St.Gal­len kei­nen Stich hat.

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