, 1. April 2017
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Der FCSG empfängt Basel – und verliert mit 0:3

Die Spiele zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Basel versprechen fast immer Spektakel. Auch heute? Leider nicht. Basel gewinnt dieses Spiel relativ souverän und sehr verdient mit 0:3. Der FCSG hatte heute leider keinen guten Tag und fand nie wirklich ins Spiel.

FCSG – FC Basel 0:3

21 Uhr 51 – Abpfiff. Der FCSG verliert sein Heimspiel gegen Ligakrösus Basel mit 0:3. Eine lähmende Erbarmungslosigkeit liessen die Basler walten, Grün-Weiss kam kaum zu Chancen. Immerhin: wir konnten uns mit den relevanten Dingen des Lebens beschäftigen. Einen schönen Abend wünschen R.S. und R.S.

Minute 90 – Salihovics Abschluss wird abgeblockt, der Nachschuss von „Tafer glaubs“ landet ebenfalls nicht im Tor. Es waren dies die Chancen 0.457619 und 0.6180033. Die Nachspielzeit beträgt im Übrigen drei Minuten. Wie gross wäre die Chance bei zwei Minuten Nachspielzeit? (2 Punkte)

Minute 87 – Leser „kritischer Beobachter“ hat soeben unsere Daseinsberechtigung als Tickermedium in Frage gestellt und in uns eine Sinnkrise ausgelöst. Sind wir hier wirklich am richtigen Ort? Machen wir unseren Job gut? Bereut Saiten unsere Anstellung? Habe ich den Herd ausgestellt und die Haustüre abgeschlossen?

Minute 84 – Wir haben soeben einen erbosten Anruf der britisch-königlichen Rennpferdevereinigung erhalten. Über Rennpferde mache man keine Witze. Somit möchten wir uns aufrichtig für den letzten Eintrag entschuldigen. Nicht weil wir wollen, eher weil wir den Zorn der Jockeys fürchten.

Minute 80 – Das Spiel des FCSG ist heute einfach zu statisch. Kaum Bewegung im Spiel ohne Ball. Wie Vadian auf seinem Sockel, wie ein lahmes Rennpferd, wie ein Eurocity im Bahnhof Luzern.

Minute 78 – April, April! Wir sind gar keine notorischen Trinker, die sich im zweiwöchentlichen Rhythmus in den Pressebereich des Stadions schleichen, um gratis lustlos zubereitete Sandwiches zu konsumieren. Nein, wir sind ernsthafte Journalisten und lösen diesen Spass jetzt auf. Als Beweis folgend die Aufstellungen:

Lopar – Angha, Haggui, Hefti – Gelmi, Toko – Witter, Barnetta, Aratore – Tafer, Aleksic. Hihihihi.

Minute 75 – Wer empfindet eigentlich auch Mitleid für den Markierstift, wenn er offensichtlich nachlässt, man ihm aber durch energisches Pressen den Todesstoss verpasst? #gegenmarkiererquälerei

Minute 73 – Der polnische Cziedsrichter macht seine Sache übrigens ganz gut.

Minute 69 – Mathematiker berechnen gerade die bisherige Chancenanzahl von Grün-Weiss. Resultat: 0.23698665. Die Zuschauerzahl beträgt derweil 18’509. Reflexartig greife ich zum Marker und markiere die beiden Zahlen. Nicht, dass es was bringen würde. Vielmehr als Selbstmanipulation, um sich selbst zu suggerieren, man sei fleissig.

Minute 66 – Lumberjack Hagui fällt Janko an der Strafraumgrenze. Dieser fällt wie ein Nordamerikanischer Mammutbaum.

Minute 61 – Salihovic kommt, Demba Ba geht. Hopp, Hopp, Dietmar Hopp. San Galle! In der Senf-Redaktion wird derweil die aktuelle Tabellensituation der Bundesliga von Position eins bis vier als Dartsscheibe montiert.

Minute 56 – Nach einem Basler Corner trifft Manuel Akanji zum 0:3. Ohne Pointe. Ohne Punkte.

Minute 52 – Da das Spiel zur Zeit nicht wirklich was hergibt, vertreiben wir uns die Zeit mit Tagträumen. Zum Beispiel wie R.S. und R.S. live vom erneuerten Marktplatz tickern, wie Daniel Lopar den Champions League Kübel in die Höhe stemmt.

Minute 50 – Wer bringt uns Bier? #followerpower

Minute 46 – Das Spiel läuft wieder. Angha ist Gaudino gewichen. Somit ist es definitiv: Angha schiesst dieses Mal kein Tor gegen Basel.

20 Uhr 59 – Der 48-köpfige Ombudsrat des SENF-Magazins hat eben mit 24 zu 23 Stimmen – bei einer Enthaltung, der entsprechende Ombudsmann (2) kann nicht lesen – beschlossen, dass das Wort „Klimax“ (siehe Minute 32) nicht sexistisch angehaucht ist.

Pause

Minute 45 – Wir wollten ja heute ja eigentlich nichts über Spiel selber bringen. Zwei Tore und soeben ein Big Save von Daniel Lopar liessen dieses Vorhaben jedoch früh scheitern. Schade eigentlich…

Minute 40 – Karin Hagi aus dem beschaulichen Bütschwil zeigt bislang eine souveräne, weil unaufgeregte Partie. In Anbetracht dessen, dass Karin ansonsten in einem 20-Prozent-Pensum im Flawiler Bahnhofskiosk lustlos Zigaretten und vergilbte Schmuddelheftli verkauft, eine kleine Sensation. Die 48-Jährige hat ja ansonsten herzlich wenig zu tun mit Fussball. Ausser dem hiesigen Grümpeli, dem sie einzig beiwohnt, um von besoffenen, verheirateten Vätern ein bisschen Bestätigung einzuholen, gibt es da wenig Berührungspunkte.

Minute 38 – Das Parkhaus ist beinahe vollständig besetzt. Der Rahmen ist heute eindeutiger schöner als der eigentliche Inhalt. Ich kenne es. Bilder von Ex-Freundinnen auf dem Nachttischchen. Jedes Mal. Was macht eigentlich Ramona. R.S. schreibt…

Minute 34 – Wir haben die Umfrage soeben ausgewertet, die Aufstellung kommt erst in der zweiten Halbzeit. Dass die zweite Halbzeit mit 97’346 zu 13’653 Stimmen so deutlich gewonnen hat, hat uns doch sehr überrascht. Wir gratulieren Leserin Hakane Yakine zum gewonnenen Treffen mit Gigi Oehri.

Minute 32 – Renato Steffen ist der Inbegriff des Karriereleiterkletterns. Schulbuchartig verläuft sie in einer Klimax: Erst Maler, dann Fussballprofi, dereinst dann Bestandteil des Livetickerteams. Initialen verpflichten. Tellerwäschermillionärsgeschichte.

Minute 30 – Wir möchten unsere Leser darauf aufmerksam machen, dass die Telefonleitungen für unser Gewinnspiel bereits geschlossen sind. Bitte rufen Sie nicht mehr an.

Minute 28 – R.S. hat sich soeben Gelb abgeholt. Während R.S. und R.S. tickern, treibt sich der Basler R.S. auf dem Platz rum. Wie die coolen Kids auf dem Schulhof. Wer ihnen zu nahe kommt und nicht zur Gruppe gehört, wird gnadenlos um sein Essensgeld gebracht. Das Opfer soeben: Martin Angha.

Minute 23 – Das Spiel scheint bereits entschieden, weshalb wir uns nun endlich mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben beschäftigen: Mode. Zinnbauer trägt zu Hemd und Sakko weisse Sneakers. Eine Art modische Blutgrätsche, wie Zinnbauer die Eleganz des Hemdes mittels Turnschuhe unterwandert. In Zeiten von Fake News und alternativen Fakten war das Hemd für uns Qualitätsjournalisten vom Senf, die die dubiosen Hinterzimmer von Lobbyisten ihr zweites Zuhause nennen, immer eine Konstante, auf die man zählen konnte. Doch in Verbindung mit ehemaligen Sportschuhen büsst das Hemd an Wirkung ein. Heute fehlt es uns an Halt, an Sinn… bauer.

Minute 20 – Und schon stehts 0:2… Angha mit dem unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Beim 0:7 vor einem Jahr gegen den gleichen Gegner hat Angha jedoch ein Tor selbst erzielt. Heute wieder?

Minute 18 – Sollen wir die Aufstellung jetzt schon bringen? Oder erst in der zweiten Halbzeit? Stimmen Sie jetzt ab. Die Leitungen sind für die nächsten 5 Minuten geöffnet. Unter allen Anrufern wird ein Meet and Greet mit Gigi Oehri verlost.

Minute 13 – Wir haben soeben von den Toxic Reportern Bier bekommen. Das Leben ist wieder in Ordnung.

Minute 9 – Lopar reklamierte noch beim polnischen Schiedsrichter. Warum können wir jedoch nicht sagen. Wären wir zu Hause vor dem Fernseher geblieben, hätten wir diese Frage jedoch mit Sicherheit beantworten können. Stadion vs. TV 0:1

Minute 7 – Der FCB führt nach Müllerschen Slapstickeinlage mit 1:0.

Minute 4 – Der gesperrte Ajeti wird heute übrigens von D.A. aus Serbien vertreten.

Minute 1 – Der polnische Schiedsrichter Stefanski hat die Partie angepfiffen. Es berichtet: der Livetickerowski.

19:58 – R.S. meint gerade, das sei eigentlich schade. Jetzt da wir schon hier sind, können wir nicht mehr gehen, sonst gibts keinen Lohn von Saiten. Auf die 50 Rappen können wir leider nicht verzichten in diesen schwierigen Zeiten.

19:57 – Das Spiel startet um 20.00 Uhr. Wir sind jetzt schon auf unseren Plätzen. Die Meldung, dass heute getickert wird, war also doch kein Aprilscherz. Wir wollten zuerst zu Hause bleiben…
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