Kategorie
Autor:innen
Jahr

Der giftige Wind von Glencore

«Trading Paradise» von Daniel Schweizer ist einer dieser Dokfilme, die in der Schule zum Pflichtstoff erhoben werden sollten. Man kann nicht früh genug lernen, wie und unter welchen Bedingungen die globale Rohstoffindustrie funktioniert – und welche Rolle die Schweiz dabei spielt.
Von  Corinne Riedener , 
Die Carajás-Mine in Brasilien ist die weltweit grösste Eisenerzmine. (Bilder: cineworx)

Die Anfangsszene in Trading Paradise, einer von vielen unkommentierten Ausschnitten aus Herbert J. Bibermans Filmfiktion Salt
Of The Earth (1954), ist sinnbildlich für den Unternehmensstandort Schweiz und seine Steuerpolitik: Zwei geschniegelte Anzug-Typen schütteln sich nach abgeschlossenem Deal zufrieden die Hände.

Später der Rohstoffgipfel in Lausanne. Drinnen wird Weisswein gereicht, draussen «Fuck Glencore!» skandiert. Diese Szene zeigt exemplarisch, wo die Konfliktlinien verlaufen: auf
 der einen Seite die schillernden Profiteure, die Geschäftsmänner und Besitzerinnen globaler Unternehmen, die die Fäden ziehen 
im Rohstoffhandel und von der hiesigen Steuerpolitik und der dortigen Umwelt- und Sozialpolitik profitieren, auf der anderen Seite jene – Politikerinnen, Aktivisten und Betroffene –, die die finanziellen Kniffs, sozialen Entgleisungen und missachteten Umweltstandards in den Abbauländern verurteilen und anständige Rahmenbedingungen im globalen Rohstoffgeschäft fordern. Und dazwischen: wir alle, die ein möglichst günstiges Smartphone und billiges Benzin wollen.

Senta, der giftige Wind

Die Schweiz ist bekanntermassen eine der Drehscheiben im globalen Rohstoffhandel. Sie hat eine führende Rolle – im Film ist von einem 20- bis 30-Prozent-Anteil am weltweiten Rohstoffgeschäft die Rede. Doch was sind die Folgen, wie sieht die Kehrseite dieses Geschäfts aus und was für ein Licht wirft es auf die Schweiz? Diesen und anderen Fragen geht Regisseur Daniel Schweizer in seinem jüngsten Film nach.

Eine seiner Stationen ist das sambische Viertel Kankoyo, unmittelbar neben einer Kupfermine, die von Mopani betrieben wird, einer der etlichen Glencore-Töchter. Diese stösst Schwefeldioxide aus, von den Einheimischen «Senta» genannt, giftiger Wind. Er zerstört Ernten und führt bei den Menschen in diesem Gebiet zu Vergiftungen, Kopfschmerzen und Ausschlägen.

Die Blechdächer in Kankoyo sind von der Schwefelsäure zerfressen, die Farbe an den Hauswänden blättert innert Kürze wieder ab.
 Im Spital rät man den Menschen, das Viertel zu verlassen. Der Wunsch nach Umsiedelung wird ignoriert, Demonstrationen gegen die Minenbetreiber und ihre Politik werden von der Polizei zerschlagen, obwohl Glencore zu Schadenersatz verurteilt wurde.

Trading Paradise: ab 21. September in den Kinos. St.Galler Premiere in Anwesenheit des Regisseurs: 19. September, 20 Uhr, Kinok St.Gallen
kinok.ch

Die Betreiber der Mopani-Minen sagen, dass sie das Austreten der Schwefeldioxide mittlerweile im Griff hätten, dass es nur noch vereinzelt Zwischenfälle gebe und sich die Anwohnerinnen und Anwohner nicht fürchten müssten. Ähnliches hört man auch von Glencore-Chef Ivan Glasenberg: Man respektiere die Menschenrechte in vollem Umfang, betont er mehrmals. «Wir kümmern uns an unseren Standorten nicht nur um die Minenarbeiter, sondern auch um ihre Familien. Zudem achten wir sehr auf die jeweiligen nationalen und internationalen Umweltstandards.»

Glasenberg argumentiert regelrecht «philanthropisch»: Glencore investiere bekanntlich Milliarden in «den Drittweltländern», helfe ihnen also, indem es deren Wirtschaft ankurble – samt den angrenzenden Industriezweigen. «Wenn wir deren Rohstoffe nicht im grossen Stil abbauen würden, wären sie viel teurer», sagt er. «Bodenschätze sind ein Segen. Auch Amerika oder Australien haben ihren Reichtum darauf aufgebaut. Das selbe passiert jetzt – dank uns – unter anderem in Afrika.»

«Vale de Nada»

Eine weitere Station des Dokfilms ist die weltweit grösste Eisenerzmine im Regenwald von Carajás, betrieben vom brasilianischen Konzern Vale, der ebenfalls einen Sitz in der Schweiz hat, im waadtländischen Saint-Prex. 2012 wurde dem Unternehmen der Negativpreis «Public Eye Award» verliehen, da es am Bau des riesigen Belo-Monte-Staudamms beteiligt ist, wegen dem über 40’000 Menschen zwangsumgesiedelt und grosse Teile des brasilianischen Urwalds überflutet wurden.

In Carajás sind unter anderem die Xikrin beheimatet,
eine indigene Volksgruppe. Die Xikrin sagen, ihre Gemeinde sei durch die Umtriebe des Bergbaugiganten massiv bedroht: die Flüsse seien von Abwässern verseucht und die doppelspurigen Bahnstrecken für die bis zu drei Kilometer langen Transportzüge zerstörten den Regenwald. «Vale nada», sagen die Xikrin, «Vale taugt nichts. Sie haben uns nichts gebracht».

«Vale nada», sagen die Xikrin.

Erste und letzte Station der Filmcrew ist die peruanische Region Espinar, wo Glencore die Kupferminen Tintaya und Antapaccay betreibt. «Die Rückstände im Klärbecken sickern in unseren Boden und verseuchen das Wasser», klagt eine Bäuerin. «Wir kämpfen mit Ernteausfällen, Fehlgeburten und Missbildungen bei unseren Tieren, aber Glencore kümmert das überhaupt nicht.» Der nahegelegene Rio Salado sei stark verseucht, bestätigt ein einheimischer Aktivist. «Dieser Fluss müsste dringend saniert werden.»

Nicht nur Flora und Fauna leiden, auch die Menschen in Espinar, besonders in den Gemeinden Alto Huancané und Huisa. Wissenschaftler haben in ihrem Blut Arsen, Thallium und Blei gefunden, bei allen 180 Untersuchten. Bei 32 Personen lagen die Thallium- und Bleiwerte über dem WHO-Grenzwert. 2012 forderten Aktivisten die Schliessung der Kupfer-Bergwerke, zwei Menschen wurden dabei getötet.

«Ideologisierte NGOs» und «innerperuanische Probleme»

2014 besuchten acht Mitglieder der aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK-N) die Antapaccay-Mine in Espinar, im Rahmen des Jubiläums der 130-jährigen bilateralen Beziehungen und der 50-jährigen Entwicklungszusammenarbeit mit Peru. Zuvor sprachen sie mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen, mit der örtlichen Bürgermeisterin und mehreren Aktivisten, die allesamt vor den ökologischen und sozialen Konsequenzen des Bergbaus in ihrer Region warnen.

Schweizers Crew hat die parlamentarische Delegation begleitet – eine grosse Stärke des Films, da diese Szenen noch einmal verdeutlichen, wie weltvergessen die Schweiz in vielerlei Hinsicht tickt. Maximilian Reimann von der SVP beispielsweise sagt zu den Aktivisten, dass sie die Probleme halt «innerperuanisch lösen» müssen und die Schweiz davon kaum tangiert sei. Nach dem Minenbesuch faselt er etwas von «ideologisierten NGOs» und glorifiziert den Nutzen und die Leistungen der Bergbauindustrie in Espinar. «Hut ab», so sein Fazit. Doris Fialas
 (FDP) sinngemässer Rat an die Verantwortlichen bei Glencore: Seid halt etwas transparenter, dann glaubt man euch auch,
 dass ihr es gut meint, und die Öffentlichkeit hört nicht immer
 nur die gegnerische Seite.

Carlo Sommaruga (SP) ist zumindest im Ansatz kritisch. Er fragt den Direktor der Antapaccay-Mine, ob dieser einen Mitarbeiter eingeschleust habe am vorangegangenen Treffen mit den Aktivistinnen und Aktivisten. Anfangs bestreitet er das, doch als ihm Sommaruga nach mehrfachem Nachhaken ein Foto des mutmasslichen Glencore-Mannes zeigt, gibt der Minen-Chef zu, dass das Treffen überwacht wurde. «Der Druck auf die Menschen wird nicht unbedingt durch Schläge ausgeübt», erklärt Sommaruga daraufhin, «sondern durch die Angst, die man den Leuten macht.»

Letzter Teil einer Trilogie

Flankiert wird der SP-Parlamentarier im Film unter anderem von der Kunstgruppe The Yes Men («Die Schweiz ist ein Steuerparadies für Grosskonzerne»), von einem Menschenrechts-Aktivisten
(«Wir Konsumenten sind nicht direkt schuldig, aber mitverantwortlich») und von Dick Marty («Der Ruf der Schweiz ist gefährdet.
Wir sitzen auf einem Pulverfass. Die Dynamik ist ähnlich wie bei den nachrichtenlosen Vermögen, der Swissair-Affäre oder dem Bankgeheimnis. Es ist Zeit, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen»).

Alles in allem ist Schweizers Dokfilm ein ziemlich unbequemer, aber lehrreicher Streifen, der bestens zu seinen thematisch verwandten Vorgängern Dirty Gold War (2015) und Dirty Paradise (2009) passt. Auch in Trading Paradise verzichtet der Genfer Regisseur grösstenteils auf Pathos und polemische O -Kommentare – hat der Film auch nicht nötig. Wer ihn sieht, kommt nicht darum herum, die Rolle des Handelsparadieses Schweiz im internationalen Kontext kritisch zu hinterfragen, in diesem Fall anhand der Rohstoffndustrie.

Dieser Beitrag erschien im Septemberheft von Saiten.

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
IMG 5751

Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
2609 Staetevergleich DSC 6589

Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
7228 dsc00923

Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
1000229093

Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
3 gewerbemuseum winterthur next relations leon ehrmann matthis plaga 300dpi a5 1

Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
IMG 0333
Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2