, 24. Oktober 2010
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Der Herbst und die Late Night Lok

Die Schauspieler Romeo Meyer und Dominik Kaschke sitzen in der neuen Gastronomie der überaus neuen Lokremise und trinken Café Creme. Durch riesige Glasscheiben sieht man neue Designerstühle im Regen. D: Und, wie war deine Spielzeit so bis jetzt? R: Brechtig. Und deine? D: Preussisch. Äh, Preusslerisch. R: Jaja, der Oskar. Oski. D: Oski? Heißt der […]

Die Schauspieler Romeo Meyer und Dominik Kaschke sitzen in der neuen Gastronomie der überaus neuen Lokremise und trinken Café Creme. Durch riesige Glasscheiben sieht man neue Designerstühle im Regen.

D: Und, wie war deine Spielzeit so bis jetzt?
R: Brechtig. Und deine?
D: Preussisch. Äh, Preusslerisch.
R: Jaja, der Oskar. Oski.
D: Oski? Heißt der nicht Oswald?
R: Genau. Oswald….. Nein. OTFRIED!
D: Otfried. Genau….(Pause.)…. Otfried Preussler. Kleine Hexe. Spiel ich grad Im Studio. Und Du?
R: Na Brecht eben. Dreigroschenoper. Grosse Bühne.
D: Grosse Bühne! Wow!
R: Schildknecht.
D: Der von der Gastronomie?
R: Nein, der Regisseur.
D: Ach so. Aber die sind nicht verwandt?
R: Wer? Brecht und Schildknecht?
D: Nein, Schildknecht und Schildknecht!
R: Meinst Du den PSG-Schildknecht?
D: Na den von der Lokremise!
R: Wieso, ist der da?
D: Nein, ihm gehört das LOKAL hier. (Pause.)
R: Zuerst fand ich den Namen LOKAL voll doof, aber jetzt versteh ich ihn erst.
D: Ich finde ihn eher verLOKend.
(Beide lachen.)
D: Ich war ja bei der Eröffnung dabei.
R: Vom LOKAL?
D: Nein, bei der Performance. „Wir Chrononauten“.
R: Wer Wir?
D: Na alle. Spartenübergreifend eben. Und das Publikum auch. Waren alles Chrononauten. Den Namen hab ich aber nie verstanden…
R: Doch, mit den Zeitreisenden!
D: Achso, jetzt verstehe ich erst. Chrono! Zeit! Darum hat mich der Regisseur so angeschrien.
R: Wo habt Ihr denn gespielt?
D: Na hier. Überall.
R: Auch im KINOK?
D: Ja, auch im KINOK:
R: Und wieso heisst das nicht KiLOK?
D: Na du sagst auch nicht, „Komm, wir gehen ins Kilo.
R: Ach so. Und im Kunstmuseum auch.
D: Ja, bei John Armleuchter ledert ein.
R. (lacht.)
D: Und hier in der Gastro auch. Auf diesen tollen fahrbaren Tischen.
R: Die sind echt cool. Mit Schienen.
D: Logisch, ist ja eine Lokremise. Klar sind da Schienen.
R: Apropos Schienen: Nachtzug.
D: Wie bitte?
R: Nachtzug. Eine neue Schiene des Schauspiels.
D: Echt? Wo?
R: Na hier nebenan. Im Theaterraum, wo am 29. Oktober „Scenes for Nothing“ anläuft. Mit den Tänzern.
D: Zur gleichen Zeit?
R: Nein, am nächsten Tag, am 30. Oktober, um 22:00h.
D: Was ist da?
R: Na der Nachtzug! (Pause.)
D: Ich dachte, da läuft Late Night LOK?
R: Ja, beides, der erste Nachtzug ist die Late Night LOK.
D: Aha, so wie Überbegriff und Titel?
R: Nein, „Nachtzug präsentiert Late Night LOK“.
D: Na sag ich doch.
R: Ich doch auch. (Pause.)
D: Klingt eigentlich ganz spannend. Was glaubst du, was da passiert?
R: Auf der Homepage steht „Impro, Gäste und Quiz“ und so. „Show“.
D: Hmm. Sowas wollt ich immer mal machen.
R: Ich nie. Höchstens zu therapeutischen Zwecken.
D: Therapie ist doch immer gut. Obwohl, das machen doch bestimmt zwei so Profilneurotiker, so Rampensäue.
R: Ich will auch eine Rampensau sein.
D: Sind wir aber nicht.

R: Schade… Schau mal, es hat aufgehört zu regnen!
D: Cool.
(Stille. Beide blicken nach draussen. Ein Zug fährt vorbei.)

 

von den Betonbloggern

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