«Zwischen zwei Türmen» nannte sich die jüngste Ausstellung passenderweise: Zuvor hatte das Gebäude als Bildungsturm gedient, jetzt wird es zum Kunstturm verwandelt. Bis Ende September waren Arbeiten von Boris Petrovsky und Niklaus Troxler sehen. Als nächstes wird Platz gemacht für lokale und internationale Projekte.
Fast nicht sichtbar tarnt sich der Turm zur Katz im Innenhof der Wessenberg-Galerie. Man kann sich durch das Kulturzentrum am Münster oder das Wessenberg Café anpirschen, dann entdeckt man das historische Gebäude. Von einer Katze ist weit und breit nichts zu sehen. Der Name des Turms stammt von der historischen Patriziergesellschaft «Zur Katz», die erstmals in der Mitte des 14. Jahrhunderts in der Stadt Konstanz erscheint und Mitglieder aller Schichten aufnahm.
Hotspot für Zeitgenössisches
So ist auch der Anspruch des Kulturamtes an dieses Gebäude: Ein Ort für alle soll hier öffentlich zugänglich sein. Und das derzeitige Museumsangebot soll ergänzt werden. Im Kulturzentrum am Münster liegt der Schwerpunkt auf Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, hinzu kommen Ausstellungen des Kunstvereins sowie Lesungen und Filmprojekte im Gewölbekeller. Nun wird dieses Angebot erweitert um einen Hotspot für Zeitgenössisches. Unter der Leitung des Kulturamtes finden hier künftig vier bis fünf Ausstellungen jährlich statt. Durch Kooperationen mit der HTWG, der Uni sowie dem Forum für Architektur wird dieser Schwerpunkt verstärkt. Ziel sind neue Formate, weg vom gängigen Ausstellungsbetrieb und vom White Cube, hin zu Hybridformen.
Anna Martinez Rodriguez ist zuständig für Programm und Organisation im Turm. Troxlers Plakate passten gut nach Konstanz, da sie nicht nur Jazz-, sondern oft auch einen Schweizbezug haben, den man in Berlin vielleicht schon nicht mehr verstehen würde, sagt die Kunsthistorikerin.
Ein Stockwerk darunter befand sich die Arbeit von Boris Petrovsky, der für seine Lichtinstallationen bekannt ist. Er zeigte mit Alfa Beta Meta eine Vorausschau auf eine Ausstellung im Konstanzer Siemens-Areal, die ab Mitte Oktober dort zu sehen ist. Petrovskys Vater war Arbeiter bei Siemens, und so sammelt der Künstler Fotografien und Materialien aus dessen Alltag, der gleichzeitig Petrovskys erster Berührungspunkt mit der industriellen Welt war.
Bis zum 7. Oktober gibt es im Erdgeschoss einen Einblick in die Arbeit der Macherinnen des neuen NUN-Magazins, dessen zweite Ausgabe am 28. September im Turm gefeiert worden ist. «Das Magazin passt gut zum Konzept des Turms», sagt Sarah Müssig, die Leiterin des Kulturamts; «das ist genau der Blick auf die Stadt und die Qualität, die wir uns vorstellen.» Diese Woche geht es weiter mit einer Ausstellung der österreichischen Künstlerin Sarah Bildstein (5. bis 21. Oktober), des Konstanzers Dominik Böhringer (8. bis 28. Oktober) sowie Arbeiten eines Künstlerkollektivs aus der Niederburg. Im November (bis 2. Dezember) schliesst im Erdgeschoss des Turms eine Videoarbeit von Ye Wang mit dem Titel flat,flat,flat) die aktuelle Ausstellungsreihe ab.
Noch ist die Finanzierung unsicher
Sarah Müssig kämpft noch mit einigen Hürden. Diese sind natürlich finanzieller Natur. Bisher gibt es keinen Lift im Gebäude, und eine Variante, die nicht den knappen Platz der Ausstellungsräume noch weiter schmälert, sondern aussen am Turm angebracht werden könnte, kostet dementsprechend mehr.
Auch mit dem bisherigen Budget von 20’000 Euro ist das neue Konzept nicht realisierbar. «Das war ausreichend für das Angebot des Bildungsturmes, da die Aussteller mit fertigen Konzepten kamen und nur mehr Plakate gedruckt werden mussten. Wenn wir jetzt auch inhaltlich arbeiten, brauchen wir entsprechend mehr Mittel», so Müssig. Das Kulturamt hat daher für den kommenden Doppelhaushalt 80’000 Euro für die Bespielung des Turms angemeldet.
Solange dieser Kredit nicht bewilligt ist, arbeitet das Kulturamt mit Projekten, die zum Experimentieren einladen und Erfahrungswerte einbringen. «Wenn die Politik neue Wege in der Kunst fordert, muss es auch jemand fördern», so die Leiterin des Kulturamtes. Das sieht die lokale Politik hoffentlich genauso.
facebook.com/TurmZurKatz/
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht