, 3. Dezember 2016
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Die Besten: Bücher, Bauten und Pärke

Am 6. Dezember vergibt «Hochparterre», die in Zürich erscheinende Zeitschrift für Architektur und Design, die jährlichen Auszeichnungen für die «Besten» aus den Bereichen Architektur, Landschaftsgestaltung und Design. Sechs Nominationen stammen aus der Ostschweiz.

Unter den Nominierten: die Seeufergestaltung in Schmerikon (Bild: zVg)

In der Kategorie Architektur ist ein Ersatzneubau in Rüthi SG der Architekten Claudio Schneider und Michaela Türtscher nominiert. Sie betreiben Büros in Zürich und Gamprin FL. Zuerst hatten sie die Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses mit Wirtschaftsteil im Ortsteil Büchel geprüft, dann zeigte sich, dass zwei miteinander verbundene Ersatzneubauten die bessere Lösung waren.

Der Kern der Häuser ist in Beton konstruiert, darum herum wurden sie in Holz errichtet. Mit den Holzfassaden lehnen sie sich an die regionale Bautradition an. Modern sind dabei die betonierten Veranden.

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Bild: Johanna Muther

Weiter weg, im Bergell, steht der zweite Architektur-Kandidat: Die neuen Stationen der Albigna Seilbahn. Sie führt hinauf zur Staumauer. 1955 hatte der Architekt Bruno Giacometti die ursprünglichen Stationen entworfen. Jetzt wurden sie durch Neubauten der jungen Architekten Alder Clavuot Nunzi aus Soglio ersetzt. Es sind gefaltete Formen aus Beton und Wellblech.

Mit der Bahn fahren jede Saison rund 14’000 Passagiere zur Staumauer und zur Albignahütte hoch. Sie ist aber in erster Linie eine Betriebsbahn für die Angestellten der Kraftwerke.

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Bild: Giorgio della Marianna

In der Kategorie Landschaft sind zwei Projekte aus der Ostschweiz nominiert: der Murgauenpark in Frauenfeld und die Seeufergestaltung in Schmerikon (siehe Titelbild). Der Murgauenpark, nahe beim Bahnhof Frauenfeld, wurde vom ortsansässigen Architekturbüro Staufer & Hasler im Auftrag der Stadt als Naherholungsgebiet gestaltet.

Es ist eine abwechslungsreiche Landschaft entstanden. Das Flussbett wurde aufgeweitet, neue Wasserläufe wurden angelegt, ein grosszügiges, vielseitig nutzbares Holzgebäude wurde errichtet, teils verschlungene Wege führen durch die Naturlandschaft und über eine gekrümmte Brücke des Churer Ingenieurbüros von Jürg Conzett, Gianfranco Bronzini und Partner.

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Bild: zvg

Das zweite Landschaftsprojekt ist die Seeufergestaltung Schmerikon des Zürcher Studios Vulkan. Das Büro war auch Teil des siegreichen Teams für das Vorprojekt der gescheiterten Expo 2027. In Schmerikon haben sie zusammen mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten den Zugang zum See auf unterschiedlichen Wegen und Flächen als grosszügige Anlage erneuert. Die Uferpartie wurde zwar nicht grundsätzlich umgestaltet, aber dank der Eingriffe bilden die Abschnitte trotz unterschiedlicher Nutzungen nun eine Einheit.

Zwei Nominationen aus der Kategorie Design stammen ebenfalls aus der Ostschweiz. Zum einen das Theater Origen in Riom am Julierpass. Initiant und Intendant Gianni Netzer ist es gelungen ein Bürgerhaus und den Stall daneben zu einem eigentlichen Theaterzentrum umzugestalten. Sowohl das Wohnhaus wie der Stall wurden mit grosser Sorgfalt sanft erneuert.

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Bild: Bowie Verschuuren

Origen wagt sich immer wieder an grosse Theaterprojekte, bespielt die alte Burg in Riom und will als nächstes einen Turm auf der Julier-Passhöhe bauen.

Die andere Design-Nomination stammt aus der Stadt St.Gallen: Der St.Galler Typograph und Gestalter Jost Hochuli ist mit seinem Buch Tschicholds Faszikel für einen «Hasen» nominiert. Seit 2010 befindet sich die Arbeitsbibliothek des Grafikers Jan Tschichold im St.Galler Zentrum für das Buch.

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Bild: zVg

In Tschicholds Nachlass waren auch über 200 Mappen und Mäppchen, Umschläge und Kuverts, Schachteln und Schächtelchen. Materialien, die er gesammelt hatte. Davon stellt Hochulis Buch vieles vor. In der Zwischenzeit hat Jost Hochuli den Nachlass weiter erschlossen und das Buch Tschichold in St.Gallen publiziert. Bis Ende November waren die Materialien in der Bibliothek in der St.Galler Hauptpost ausgestellt.

Wer die «Hasen» für die «Besten» schliesslich nach Hause tragen kann und ob ein Ostschweizer Projekt darunter sein wird, wird man am Abend des 6. Dezember erfahren.

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Die Besten: «Hochparterre» vergibt die «Hasen» in Gold, Silber und Bronze, am 6. Dezember ab 19 Uhr im Toni-Schulhaus der Zürcher Hochschule der Künste (ZhdK).
hochparterre.ch

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