, 28. August 2014
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Die KuGl kann wieder rollen

Wenn eine Idee Türen versetzt: Bekommt das KuGl eine zum Norden. Und die Stadt ihren Club mit Profil und Programm, auch bis fünf Uhr am Morgen. So der ungefähre Plan. Angelo Zehr hat mit Dani Weder vom KuGl gesprochen.

Das KuGl hat nach monatelangen Vorbereitungen die Baubewilligung erhalten, um den Eingang von der Süd- auf die Nordseite des Gebäudes beim Güterbahnhof zu verlegen. Der Umbau ermöglicht es dem Club, an den Wochenenden wieder bis fünf Uhr morgens Events durchzuführen, was hoffentlich wieder die nötigen Einnahmen für einen stabilen Betrieb einbringt. Saiten freuts, hat darum mit KuGl-Betriebsleiter Daniel Weder über die Good News gesprochen und sich dabei auch gleich nach den Plänen für Zufunft und Umbau erkundigt:

Dani, Was ist dir als erstes durch den Kopf gegangen, als du die Bewilligung in den Händen hattest?

Scheisse, noch mehr Arbeit! Nein, natürlich war das eine immense Erleichterung. Nachdem uns die Öffnungszeiten schrittweise gekürzt wurden, mussten wir unser Angebot massiv zurückfahren. Das war für uns finanziell wie kulturell eine schwere Dürrezeit. Jetzt geht es endlich vorwärts, wir haben wieder ein Ziel vor den Augen.

Wessen Idee war es, den Eingang auf die andere Gebäudeseite zu verlegen?

Das hat der Anwalt von Herr Keller, dem langjährigen Kläger, vorgeschlagen. «Dann wären doch alle Probleme gelöst!», meinte er. Wir hatten diese Idee auch einmal vor vielen Jahren, doch die SBB hat damals vehement abgeblockt. Dieses Mal sind wir noch systematischer an die Sache herangegangen und die SBB war zum Glück nun gesprächsbereiter. Aber das Ganze war an umso striktere Auflagen gebunden.

Ihr hättet gern schon während der Sommerpause umgebaut, nehm ich an?

Ja, das wäre optimal gewesen. Doch diverse Spezialverträge – mit Nachbarn, Vermieter etc. – haben alles verzögert. Ein Paar, das auf der anderen Seite der Geleise wohnt, hat dann kurzfristig noch Einsprache erhoben. Wir haben sie daraufhin zu uns eingeladen und konnten ihnen die Angst etwas nehmen. Sie zogen ihre Einsprache dann zurück.

Wo der Eingang hinkommen soll, stehen derzeit noch diverse Geräte und Fahrzeuge. Was geschieht damit?

Das war genau Inhalt dieser Spezialverträge. Die Fahrzeuge können unsere Nachbarn in Zukunft während des Wochenendes vor unseren jetzigen Eingang stellen, der ja dann nicht mehr genutzt wird.

Ihr rechnet mit Materialkosten von etwa 100’000 Franken. Wie finanziert ihr das nach dieser langen Durststrecke?

Wir haben zum Glück einen langjährigen Partner, der uns mit einem Darlehen unterstützt, sodass wir loslegen können. Das Geld möchten wir zum Teil mittels Crowdsourcing zusammenbekommen. Man kann aber nicht nur Geld, sondern auch Arbeitskraft spenden – wir machen den Umbau selbst. Heute bekam ich bereits ein Mail von einer wildfremden Person, die uns ihre Hilfe bei den Bauarbeiten anbot. Das hat mich überwältigt.

Worauf freust du dich am meisten?

Endlich können wir wieder ein breiteres Spektrum im Angebot führen. Diese ganzen 0815-Veranstaltungen haben auch viel kaputt gemacht. Bei jedem Event musste man sich fragen: «Kann ich mir das leisten, wenn ich schon im Minus bin?» Früher konnten wir viel leichter sagen «Probieren wir’s einfach». Ich wünsche mir sehr, dass das wieder so wird. Plus: Früher hatten wir 1180 Stellenprozente. Heute ist es noch ein Drittel. Das wird sich wieder ändern und das freut mich sehr. Mehr Personal bringt auch mehr Leben.

 

Das Gespräch mit dem überwältigten Betriebsleiter hat Angelo Zehr, Regisseur des Films «A little mountain Village», für Saiten geführt. 

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