Die letzte Frau auf Erden: Die Auseinandersetzung mit diesem Thema stellte für Elenita Queiróz und ihre Crew den Ausgangspunkt für ihr neues Tanztheaterstück dar. Inspiriert vom persönlichen Erleben, vorangegangenen Projekten und bestärkt von internationalen Debatten wie #metoo oder den Frauenstreiks, formte sich die Idee zu La Ultima.
Das Stück bietet eine dreiteilige Variation von möglichen Szenarien, performt von den drei Tänzerinnen Elenita Queiróz, Mara Natterer und Anna Zurkirchen.
Fiktion als Plattform für Imagination
Elenita Queiróz, Jahrgang 1979, ist seit 2016 wohnhaft in St.Gallen und Gründerin des Ensembles Basis 56. Sie schlüpft selbst in viele unterschiedliche Rollen als Produzentin, Performerin, Mutter, Kulturmanagerin oder Lehrerin und zeigt so an sich selbst auf, wie mannigfaltig Existenz modifiziert werden kann.
Allerdings falle es schwer, geprägt von gesellschaftlichen Strukturen bedingungslos zu denken und sich vorzustellen, wie die Rolle der Frau ohne tradierte Ideale aussehen könnte, sagt sie. Fiktion könne in diesem Fall helfen. Losgelöst von allen Gegebenheiten gelte es, Neues zu wagen und zu spinnen.
Die Kernthemen des Stücks behandeln das Recht auf physische Selbstbestimmung, Fragen zur ethischen Verantwortung und die Suche nach dem Ursprung kultureller und gesellschaftlicher Werte.
Bereichert und ergänzt wird das Theatertanzstück durch ein Rahmenprogramm: Einführungsveranstaltungen mit den Performerinnen, Lesungen, Workshops und Nachbesprechungen sollen Vernetzung und Vermittlung ermöglichen.
La Ultima und #optimizemyselves:
1. November, 18:30 Uhr, 7. November, 19 Uhr, 8. November, 18:30 Uhr, Raum für Literatur St.Gallen
14. November, 19 Uhr, Rössli Saal Trogen
15. November, 18:30 Uhr, TanzRaum Herisau
elenitaqueiroz.com
Unter der künstlerischen Leitung von Queiróz arbeiten die Darstellerinnen zusammen an der Entwicklung des Stücks. Es wird gelesen, imaginiert, besprochen, Worte werden in Tanz übersetzt, performt, umgeschrieben, neu gedacht und wieder verworfen.
Queiróz beschreibt die Kollaboration am Stück als dezentral: «Ich versuche nicht anzuweisen, sondern frage: Was denkt ihr? Alle haben ihre Aufgaben, jeder ist wichtig. Nur zusammen erreichen wir das Ziel.» Den Anspruch an eine Lösung hat Queiróz nicht. Wichtiger sind ihr die Vertretung verschiedener Perspektiven und die Beschreitung neuer Wege.
Da sie in der Literatur ein ähnliches Imaginationspotential wie im Tanz sieht, wurden Autorinnen und Autoren eingeladen, sich mit Texten zu beteiligen. Drei Kurzgeschichten von Bettina Scheiflinger, Mischa Herzog und Daniel Grob erzählen mögliche Variationen der «letzten Frau auf Erden» und wurden als Basis für die Entwicklung der dramaturgischen Struktur verwendet. Musikalisch live begleitet wird die Tanz-Theaterperformance von Raoul Nagel.
Der Druck zur Selbstoptimierung
Ab dem 1. November wird La Ultima an fünf Doppelabenden zusammen mit dem Tanzstück #optimizemyselves von Robina Steyer (1984, wohnhaft in St.Gallen) aufgeführt. Steyer, die als freischaffende Choreografin und Tänzerin arbeitet, untersucht den Zwang zur Selbstoptimierung in den sozialen Medien.
In der von ihr performten Choreografie lotet sie geistige und physische Grenzen aus und thematisiert die Illusion der Perfektion. Hinter der Produktion steht das ConFusionArt Collective, ein in St.Gallen gegründetes Kollektiv, dessen künstlerischen Kern Robina Steyer und Stefanie Fischer bilden.
Die beiden Stücke sind aus einer engagierten Position entstanden. So unterschiedlich die Ausgangslage – hier vermeintlich belanglose Handlungen in den sozialen Medien, dort das allesentscheidende Handeln als letzte Frau auf der Erde: Unser Tun und Lassen formt Individuum und Gesellschaft. Sensibilisierung ist wichtig, damit aus der Selbstoptimierung keine Selbstsabotage wird.
Dieser Beitrag erschien im Novemberheft von Saiten.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.