, 2. Dezember 2015
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Die Macht der Medien

Neues lernen, Zuspruch und schwierige Situationen: Wie es so ist, wenn man versucht, mit Medienarbeit sein Image zu verbessern.

Yonas im Interview bei «Tele Züri» (Screenshot telezueri.ch)

Alles fing an, nachdem im vergangenen August ein eritreischer Asylbewerber eine Schweizerin in Aarau attackiert hat. Das löste in den Medien eine regelrechte Hetze gegen Eritreer aus. Immer öfters zeigten uns unsere Schulkollegen und Mitarbeiter Zeitungen und sagten: «Lueg, Eritreer sind faul. Lueg, Eritreer sind gewalttätig. Eritreer sind Wirtschaftsflüchtlinge.»

Da unser Image durch den Einfluss der Medien gelitten hat, wollten wir versuchen, es auch mit Hilfe der Medien wieder zu verbessern. Ohne den eigentlichen Vorfall verharmlosen zu wollen, haben einige Freunde und ich beschlossen, es nicht mehr weiter hinzunehmen, dass so abschätzig über uns gesprochen wird, und einen «eritreischen Medienbund» aufgebaut. Damit wir in Zukunft besser reagieren und die Sicht der Eritreer in der Schweiz selber in die Medien tragen können.

Zurzeit hat unser Medienbund sieben Mitglieder zwischen etwa 20 und 30 Jahren, fünf davon stammen aus Eritrea. Wir konnten uns ziemlich gut vernetzen in der Schweiz, auch mit den anderen Eritreerinnen und Eritreern. Seit dem letzten Sommer haben wir viel Neues dazugelernt, und wir hoffen, dass unser Team bald noch grösser wird.

In letzter Zeit genossen wir grosse Aufmerksamkeit in den Deutschschweizer Medien und konnten sogar über die Landesgrenzen hinaus ein Publikum erreichen. Um das zu schaffen, haben wir im letzten Jahr verschiedene Workshops veranstaltet und zum Beispiel auch gelernt, wie man kurze YouTube-Videos dreht, Medienmitteilungen schreibt oder Interviews gibt. Zurzeit bin ich der «Mediensprecher» unseres Bündnisses.

Infos zum Medienbund: nihhina.ch

Der Link zur Talkshow: telezueri.ch

Am 10. November war ich live bei «Talk Täglich» von «Tele Züri» zu Gast. 20 Minuten hat die Übertragung gedauert – es war mit Abstand die schwierigste Situation, die ich bis jetzt im Zusammenhang mit Medien durchstehen musste. Aber ich habe von überall Zuspruch erhalten und auch wieder einiges dazugelernt – deshalb werde ich mich weiter für ein besseres Image der Eritreerinnen und Eitreer in der Schweiz einsetzen.

Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht derzeit eine Ausbildung zum Textiltechnologen.

 

 

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