, 29. Oktober 2013
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Die Rosensaison hat begonnen

Es muss nicht immer Stadt sein: Das Kulturhaus «Rose» im ausserrhodischen Stein lädt zum Tanzen und Sein ein. Simona Schwarzenbach hat mit den Initianten gesprochen und gefeiert.

Im September fand der erste Anlass mit zwei wunderbaren Live-Auftritten und einem Geständnis statt. «Ich würd gern bi eu izieh», flüsterte Kate von Wolfman ins Mikrofon. Der Auftritt des Zürcher Duos eröffnete zusammen mit Float Fall aus Belgien die Rosensaison. Das Kulturhaus «Rose» in Stein (AR) veranstaltet einmal im Monat ein Konzert, alle zwei Monate findet ausserdem eine Plattenbörse statt.

Die Werkbank als Bar

Kein Wunder, redet Kate vom Einziehenwollen: Alle Künstler werden vor dem Auftritt mit einem selbst gekochten Nachtessen verköstigt und erhalten einen Schlafplatz in der «Rose». «Wir haben auch schon unsere eigenen Zimmer zur Verfügung gestellt», erzählen die charmanten Bewohner. Dominik Sprenger, einer der sieben Initianten, kümmert sich ums Booking der Bands. Indie-Rock oder etwas düstere Musik passe am besten zur «Rose», findet Ramon Scherrer. Nach dem Konzert verschwinden die Künstler nicht etwa in ihre Zimmer, sondern feiern mit den Gästen weiter. Die familiäre Atmosphäre, die gute Musik und die Einzigartigkeit der Orts bilden eine perfekte Mischung. Von den fairen Preisen abgesehen.

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Die Einrichtung ist ebenfalls einmalig: Im oberen Stock befindet sich die Bühne, gesäumt von einem schweren roten Samtvorhang. An der Decke sind Stehlampen verkehrt herum befestigt und unzählige Bilderrahmen mit alten Schwarz-Weiss-Fotos zieren die Wände. Im Erdgeschoss befindet sich die Bar. Hinter dem Tresen, einer umfunktionierten Werkbank, steht ein weiteres Rosenmitglied. «Keiner flirtet wie Rainer», klären seine Mitbewohner unter Gelächter auf.

Vergnügen statt Profit

Auf die Frage, ob sie bald von den Events leben können, lacht Pascal Krucker, und Ramon Scherrer fügt an: «Ich arbeite Montag bis Freitag, dann helfe ich den ganzen Samstag beim Vorbereiten, und am Sonntag wird aufgeräumt.» Die «Rose» ist ein Non-Profit-Projekt, das die Gruppe seit ungefähr zwei Jahren führt und bewohnt.

Vorher lebte die Ostschweizer Band Starch in der «Rose». Auch sie hatte zum Schluss schon Events organisiert. «Wir hatten Glück, dass wir die Lichtanlage und den grössten Teil der Einrichtung übernehmen konnten», sagt Scherrer. Das Kulturprojekt mache Spass, andernfalls würden sie das Ganze nicht machen, erklärt Pascal Krucker, der ebenfalls seit Beginn dabei ist.

Spass bot auch die Silent Party mit DJs am 19. Oktober: etwas Neues für die «Rose», wo sonst normalerweise Livebands auftreten. Es war ein Fest, bei dem man die Zeit vergass und bis in die frühen Morgenstunden tanzte, dank Kopfhörern auch draussen im Garten. Und das bei älteren Semestern vielleicht Erinnerungen geweckt hätte: an die Achtzigerjahre, als der Verein «rosa nostra» hier ein vielfältiges Kulturprogramm aufzog, mit Kurt Schwitters‘ «Zusammenstoss» 1986 als ein Höhepunkt.

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Im Dezember findet die nächste Plattenbörse statt, und bereits am 23. November lockt die «Rose» mit Indie-Rock: dem St. Kitts Royal Orchestra und Eau Rouge aus Deutschland.

kulturhausrose.ch

 

 

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