, 19. Mai 2014
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Die rote Velolaterne abgeben

Beim Veloklima-Test der Schweizer Städte liegt St.Gallen regelmässig auf einem der hintersten Plätze. Das soll sich ändern: Die Stadt informierte über geplante Projekte.

Nachdem die Region das erste Agglomerationsprogramm beim Bund eingereicht hatte, kam die Schelte und die Strafe: Weil Velo-Massnahmen fast vollständig fehlten drohte Bern auf allen Verbesserungen fünf Prozent Subventionskürzungen an – das brachte die Ostschweizer Planer endlich auf Trab.

Doch inzwischen steht die Region St.Gallen zumindest auf dem Papier gut da. Zwischen Arbon, Rorschach, Herisau und Flawil wurden die Velo- und Fussgängerverbindungen systematisch abgefahren und abgelaufen – 700 Schwachstellen kamen auf eine Liste. Jetzt gehts um die ersten Verbesserungen. Geplant ist sowohl ein schnelles als auch ein langsameres, dafür sichereres Velowegnetz. Die Pläne wurden am Montag vorgestellt.

Aufwändige Zukunftsprojekte

Der stadtsanktgaller Velobeauftragte Stefan Pfiffner wies auf einige bereits realisierte Verbesserungen hin: eine Veloampel bei der Kreuzung im Stahl und ein Veloweg entlang der St.Georgenstrasse bergwärts – der allerdings just dort endet, wo es heikel und eng wird. Im Quartier Hinterberg wurde ein schon bisher von Velos benutzter Weg offiziell freigegeben – ein Beweis dafür, dass auch in St.Gallen gilt, was man sonst überall kennt: Velos müssen sich ihren Platz erobern.

In der Stadt werden als nächstes entlang der Zürcher- und der Roschacherstrasse mehr Velostreifen markiert und Stefan Pfiffner stellte auch aufwändige Zukunftsprojekte vor: Passarellen über die Bahngleise in St.Fiden oder von Winkeln ins Breitfeld. Mit dem Umbau des Bahnhofplatzes soll es in der Hauptpost und im Areal des Gaiserbahnhofs neue Abstellplätze geben. Und wenn die Appenzellerbahn dereinst im Tunnel ins Riethüsli fährt, soll das jetzige Trassee mit der Ruckhaldenkurve zum Velo- und Fussgängerweg werden.

Urbanität dank Velo

Diese grossen Projekte brauchen aber Geduld – und einige auch noch politische Entscheide. Vorerst müssen Velofahrende mit kleinen punktuellen Verbesserungen zufrieden sein – und weiter an den Lichtsignalen geduldig auf Grün warten.

«St.Gallen soll urbaner werden und das Velo strahlt Urbanität aus», sagte Rolf Geiger, der Geschäftsleiter der Region Appenzell Ausserrhoden-St.Gallen-Bodensee, die das Agglomerationsprogramm ausgearbeitet hat. Die Tatsache, dass neben der Fachhochschule auf der Nordseite des Bahnhofs St.Gallen der Zweiradparkplatz immer noch mit einem grossen Veloparkverbot signalisiert ist – damit die Velostation im Untergrund besser ausgelastet wird – ist für Geiger eine «Übergangserscheinung auf diesem Weg zur Urbanität».

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