, 29. April 2014
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Die Urgewalt der Stimme

Eine Minitournée quer durch St.Gallen geht am Freitag zuende: Die Formation «Ciau» um Routinier Tito Hector Plaza gastiert im Perronnord.

Castingshows wie «The Voice» vermitteln manchmal den Eindruck, als könne man gar nicht anders singen als mit einer Soulstimme. Glücklicherweise, muss man der Diversität zuliebe sagen, ist das Fernsehen diesbezüglich aber nicht wirklich massgebend. Ein kurzer Rundgang durch die Kulturlandschaft jenseits der Hitparade zeigt, dass es durchaus anders geht. Die Stimme steht auch im Zentrum der Musik von Ciau, genau gesagt sogar deren zwei. Zum einen die facettenreiche Naturstimme der jungen Spanierin Ana Isabel Alfaro Alvarez, zum anderen die geübte Folkstimme des Altmeisters Tito Hector Plaza aus Peru.

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Begleitet von Gitarre, Perkussion, Cello und Violine singen die Beiden Lieder aus Spanien und Südamerika zwischen alt und neu, bekannt und unbekannt, von Volksweisen bis Rock. Bei magischen Konzerten im Varieté Tivoli und in der Café Bar La Buena Onda führten Ciau durch die Musikgeschichte, mit treffsicherem Gespür für Perlen. Wunderschön beispielsweise Violeta Parra’s La jardinera begleitet von den hohen Klängen eines Tres, rockig dann Tito’s Interpretation von Santanas Oye como va, wobei die Violine den rhythmischen Hammondpart übernommen hat. Dazwischen gibts Sprüche wie «y ahora vamos a fumar un porro».

Ihre Urgewalt zeigt Ana bei Liedern wie Nos sobran los motivos von Joaquin Sabina. Das Publikum hängt ihr an den Lippen, «eine Wucht!» kommentiert ein Gast. Ihre Tiefe umgarnt von Tito’s Höhe, bewegt sich das Duett zwischen Kampf, gegenseitigem Anfeuern und Flirt, und bleibt so spannend bis zum Schluss. Nach dem hymnischen El tempano und dem traumhaften No soy de aqui, ni soy de alla von Chavela Vargas überraschen Ciau mit Frijolero der mexikanischen Rocker Molotov, messerscharf gerappt von der Spanierin, welche daraufhin das Konzert schliesst mit der erfrischenden und typisch mexikanischen Feststellung «chingado!».

Ciau sind: Tito – Gesang, Gitarre & Tres, Ana – Gesang, Joëlle – Backingvocals, Sebastian – Cello & Klavier, Sarah – Violine, Janis – Perkussion.
Am kommenden Freitag, 2. Mai, spielen sie um 21 Uhr im Perron Nord in St.Gallen.

Bild: Bojan Billy Ray Popovic
Holzschnitt: Nadine Wismer

1 Kommentar zu Die Urgewalt der Stimme

  • Maja Chessa sagt:

    Hallo Ihr…

    Tito schrieb mir heute im FB dass er alles verloren hätte wegen dem Erdbeben in Peru, und leider auch seine Gitarre, weshalb er nun froh um Spenden für eine Neue wäre…Ich sah ihn nur einmal per Zufall und war auch total von seiner Stimme begeistert… Habe aber jetzt leider auch nur meine Rente und spare deshalb tägl. an Allem…

    Aber viell. hat es unter Euch Personen, die ihm da helfen könnten…Er meinte dass eine Gitarre in Peru nur 100 Fr. kosten würde, was ja eigentl. nicht viel ist…

    Fand diese Reportage jetzt per Zufall, weiss aber dass er auch Freunde aus St.Gallen. hat, welche Ihr viell. persönl. kennt und die ihn gern unterstützen würden…

    Mit liebem Gruss… Maja Chessa, Amriswil…

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