, 3. Januar 2019
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Drei Newcomer gegen den Politprofi

Die Ständerats-Ersatzwahl am 10. März im Kanton St.Gallen droht klar auszugehen: Regierungsrat Beni Würth (CVP) steht drei Gegenkandidaten gegenüber, die – jede und jeder auf ihre Art – politische Newcomer sind.

Als erste Partei hatte die FDP eine Gegenkandidatin gegen Beni Würth vorgestellt: Susanne Vincenz-Stauffacher (51). Selbst das der FDP nahestehende St.Galler Tagblatt schrieb von einem chancenlosen Unterfangen und einer Alibi-Kandidatur. Die Rechtsanwältin aus Abtwil hat sich bisher in vielen sozialen Organisationen engagiert, darunter als Präsidentin der Opferhilfe St.Gallen und beider Appenzell. Sie amtet als Ombudsfrau Alter und Behinderung, sie engagierte sich bei der Spitex und bei der Frauenzentrale des Kantons St.Gallen. Im Kantonsrat sitzt sie aber erst seit der Septembersession 2018. Noch ist sie ein parlamentarisches Greenhorn.

Am 24. Dezember warteten die Grünen mit ihrer Kandidatur auf: Der Zürcher Soziologieprofessor Patrick Ziltener – auch er ist 51 – soll Beni Würth den Sitz streitig machen. Zwar kennt man ihn in der Stadt St.Gallen dem Namen nach, ist er doch der Sohn des 2014 verstorbenen früheren Stadtrates Erich Ziltener. Doch politisch ist auch er im Kanton St.Gallen unbekannt, und Parlamentserfahrung hat er gar keine.

Und nun kommt die SVP mit ihrem Parteisoldaten: Mike Egger (26), gelernter Metzger und heute Betriebswirtschafter aus Berneck, rutscht gerade für Toni Brunner in den Nationalrat nach. Doch er will – noch bevor er auf Brunners Sitz Platz genommen hat – direkt in den Ständerat. Was da an stramm rechter Politik auf uns zukommen könnte, ergibt sich aus seinen rund drei Dutzend Motionen, Interpellationen und Einfachen Anfragen, die er seit 2012 im St.Galler Kantonsrat alleine oder zusammen mit Fraktionskollegen eingereicht hat: Asyl, Sozialhilfe, Polizei, Verhüllungsverbot, KESB, Spitalprivatisierung, aber auch Nein zur St.Galler Theatersanierung sind seine Themen.

Rein rechnerisch könnte es bei vier Kandidaten mindestens im ersten Wahlgang eng werden. In inhaltlichen, politischen Fragen werden die drei Sprengkandidaten dem Politfuchs aber kaum etwas anhaben können. Drum die Prognose: Der Nachfolger von Karin Keller-Sutter wird Beni Würth heissen. Eine Ausgangslage für eine Wahl, die diesen Namen verdient, ist das nicht.

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