Ihr Schlamm-Lovers könnt sagen, was ihr wollt. Im Sonnenschein lässt sichs halt doch besser feiern als knietief im Sumpf. Ein elendes Brillengrab ist und bleibt das Tobel trotzdem. Dritte Brille in drei Jahren. Zum Glück wars diesmal die billige.
Anne* so zu Sahra*: «Wäh, dä Typ hät mi voll agsprützt mit sinnere Wasserpistole, däbi bini extra no bim Coiffeur xsi gester!» Sahra guckt verdattert, überlegt kurz und leert Anne den Rest von ihrem Bier über den Kopf. «Besser so?» Lachend verschwinden sie im Getümmel.
Öppe so:
Nachricht erhalten: Sonntagmorgen, 5:06 Uhr
Grosse und kleine Dramen abseits der Bühne: Einer kassiert ne Ohrfeige. Höchst verdient, nachdem sie ihm dreimal deutlich gesagt hat, dass er die Finger von ihrem Arsch lassen soll. Messi muss jetzt ganz stark sein. Drucklufthupen (ja, dieses Wort gibt es) sind am Openair nicht erlaubt.
Pyros auch nicht, höhö
Man kann von «Stadionrock» halten, was man will, aber für Bands wie Depeche Mode wurde er erfunden. Dave Gahan ist ein super Tänzer. Und manchmal eine Krähe. Und einer der besten Entertainer, die ich bis jetzt live sehen durfte, ziemlich spektakulär. Man kann gar nicht anders als mitgehen. Besonders schön: die Message des fast letzten Songs samt Video, aber seht selbst:
«Zeitweise waren beide Bühnen in Frauenhand», teilte das Openair heute mit. «Ob der selbstbewusste Elektropop der finnischen Sängerin Alma, die klare helle Stimme von Lauren Mayberry von CHVRCHES oder der süffisante, elektronische Pop von Newcomerin Sigrid – die Frauen hatten es definitiv drauf im Sittertobel.» Es stimmt, dieses Jahr hatte es mehr Frauen als auch schon auf der Bühne, aber es könnten noch mehr sein. Und sie könnten noch selbstverständlicher sein. Hier was zur Inspiration.
Und bitte, liebe Leute, streicht dieses unsägliche Wort «Frauenband» aus eurem Vokabular. Ich werfe mit übriggebliebenen Jetons um mich, wenn ich das noch einmal höre (gäll, Hugo).
Dave hilft mir beim Werfen.
Motzen zum Zweiten: Warum gibt es Leute, die 50 Minuten lang mit dem Selfiestick vor der grossen Bühne stehen? Auf wie vielen Selfies bin ich nun ungewollt verewigt und kann man irgendwas gegen diese Pseudo-Influencerinnen-Trullas tun?
Entdeckung zu später Stunde: Meute geht voll ab. Die Hamburger beherrschen ihr Blaswerk wirklich ausserordentlich gut, es ist ein Genuss, dieser Techno-Kappelle zuzuschauen. Sowas brauchts an Hochzeiten, nicht diese schnulzigen Einmannbands!
Da war die Meute noch am aufbauen, gespielt haben sie später im Frack.
*Vielleicht hiessen sie auch Vroni und Monika. Oder Samira und Juliette.
Das Openair-OK war fleissig. Neben Zug-Vergünstigungen und einem Line-Up-Vorgeschmack liefert es auch eine neue Erziehungsmassnahme: das Zeltdepot. Ob's reicht?
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.