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Eat the rich

2512 Kolumne Bestiarum Jeremais Heppeler

Rei­che Men­schen tra­gen in ei­nem ab­sur­den Mass zum Kli­ma­wan­del und der Zer­stö­rung un­se­res Pla­ne­ten bei. Das ist ein Fakt. Und da die Re­gie­run­gen un­se­res Pla­ne­ten ei­nen Teu­fel tun, die Su­per­rei­chen ad­äquat zu be­steu­ern oder in ir­gend­ei­ner an­de­ren Art und Wei­se zur Re­chen­schaft zu zie­hen, scheint die Tier­welt das nun selbst in die Hand zu neh­men. Zu­min­dest im Golf von Gi­bral­tar, wo seit ei­ni­ger Zeit in schö­ner Re­gel­mäs­sig­keit Se­gel­yach­ten von Or­cas an­ge­grif­fen und teil­wei­se ver­senkt wer­den. Na­tür­lich den­ken wir da­bei so­fort an Frank Schät­zings Ro­man Der Schwarm, der ver­gleich­bar be­ginnt und in ei­ner epi­schen, Herr der Rin­ge-mäs­si­gen Schlacht zwi­schen Mensch­heit und Mee­res­be­woh­ner:in­nen mün­det. 

Die glo­ba­len Ga­zet­ten be­schwö­ren seit den ers­ten At­ta­cken 2020 re­gel­mäs­sig den «Auf­stand der Or­cas» und ich selbst er­tapp­te mich da­bei, wie ich den schwarz-weis­sen Re­vo­lu­tio­när:in­nen in­ner­lich die volls­te So­li­da­ri­tät aus­sprach, wäh­rend ich mich an die er­schre­cken­de Do­ku Black­fi­sh und de­ren iko­ni­sche Haupt­fi­gur Ti­li­kum er­in­ner­te. Ti­li­kum, ein Or­ca mit ge­bo­ge­ner Flos­se, wur­de als Kalb wie vie­le sei­ner Art­ge­nos­sen ge­walt­sam von sei­ner Mut­ter ge­trennt und un­ter un­wür­di­gen Be­din­gun­gen in Sea­World gross­ge­zo­gen – wo er, miss­han­delt und von kom­ple­xen Trau­ma­ta zer­fres­sen, schliess­lich am Tod von ins­ge­samt drei Trai­ner:in­nen be­tei­ligt war. 

Doch was hat es wirk­lich mit den Yacht-At­ta­cken auf sich? Ver­schie­de­ne Er­klä­rungs­an­sät­ze, wie schlech­te Er­fah­run­gen der Wa­le mit ent­spre­chen­den Boo­ten, Stress durch Wha­le Wat­ching oder Nah­rungs­kon­kur­renz mit Fi­scher­boo­ten, wur­den über die Jah­re al­le­samt ver­wor­fen. Die Ant­wort scheint viel ein­fa­cher: Die wol­len nur spie­len!

Or­cas sind hoch­in­tel­li­gen­te Mee­res­säu­ger, die teils kom­ple­xe Jagd­me­tho­den ent­wi­ckeln. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de erst­mals ein Or­ca-An­griff auf ei­nen Blau­wal ge­filmt. Vor der Küs­te Süd­afri­kas wur­den zahl­rei­che Ka­da­ver von Weis­sen Hai­en (yes, ge­nau die!) ge­fun­den, de­nen Or­cas im bes­ten Han­ni­bal-Lec­ter-Style ein­zig die nähr­stoff­rei­che Le­ber «ent­nom­men» hat­ten. Um für sol­che Jagd­ein­sät­ze ge­rüs­tet zu sein, sind Neu­gier und spie­le­ri­sches Trai­ning für Jung­tie­re un­er­läss­lich, und cir­ca 15 Me­ter lan­ge Boo­te schei­nen ge­ra­de­zu ide­al als Trai­nings­ge­rä­te. Mitt­ler­wei­le ist sich die For­schung si­cher: Die Or­cas ha­ben ei­ne re­gel­rech­te Kul­tur des freu­di­gen Boo­te­schub­sens ent­wi­ckelt, die an nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen wei­ter­ge­ge­ben wird.

Und trotz die­ses bei­na­he drol­li­gen Er­klä­rungs­an­sat­zes soll­te der Auf­stand der Or­cas ein drin­gen­der Rea­li­ty Check für uns sein: Un­se­re Ozea­ne müs­sen un­be­dingt und be­din­gungs­los ge­schützt wer­den. Und Rei­che an­stän­dig be­steu­ert!

JE­RE­MI­AS HEP­PE­L­ER, 1989, ar­bei­tet als Künst­ler, Mu­si­ker und Au­tor im Do­nau­tal und ir­gend­wie auch über­all sonst auf der Welt. Er ent­deckt und ver­steckt sich mit Vor­lie­be in in­ter­me­dia­len Zwi­schen­räu­men. Hep­pe­l­er wird künf­tig mo­nat­lich mit uns li­te­ra­risch durch das kun­ter­bun­te Tier­reich des Pop­kul­tur-Pla­ne­ten Er­de strei­fen – auf der Su­che nach den selt­sams­ten Le­be­we­sen, den ab­sur­des­ten Fak­ten und den er­schre­ckends­ten Um­welt­sün­den. Die Il­lus­tra­tio­nen stam­men eben­falls aus sei­ner Fe­der.

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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