, 8. April 2010
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Echt gute Wurst

Gestern kündigte es FCSG-Präsident Michael Hüppi in TV Null an, heute steht es im Tagblatt: Künftig sind in der FCSG-Arena Choreografien verboten. Was war während dem Cup-Match passiert? Feuerzeuge und sogar ein Sackmesser flogen aus dem Espenblock auf den Platz, getroffen wurde der Lausanner Goalie Favre. Mehrmals wurde Feuerwerk gezündet. Schiedsrichter Busacca wurde mit Sprechchören […]

Gestern kündigte es FCSG-Präsident Michael Hüppi in TV Null an, heute steht es im Tagblatt: Künftig sind in der FCSG-Arena Choreografien verboten. Was war während dem Cup-Match passiert?
Feuerzeuge und sogar ein Sackmesser flogen aus dem Espenblock auf den Platz, getroffen wurde der Lausanner Goalie Favre.
Mehrmals wurde Feuerwerk gezündet.
Schiedsrichter Busacca wurde mit Sprechchören als Arschloch beschimpft.

Was ist nicht passiert?
Es gab vor oder nach dem Spiel keine Krawalle, keine gewalttätigen Auseinandersetzungen. Wie schon in der gesamten Rückrunde wird den Fans diesbezüglich nichts vorgeworfen.

Der logische Schluss daraus wäre nun, alles daranzusetzen, den Werfer oder die Werferin des Sackmessers, der Feuerzeuge zu eruieren. Jegliche Art von Druck aufzusetzen, damit die Kurve die Betreffenden eruiert und dem Klub die Namen liefert. Danach müsste eine exemplarisch harte Strafe folgen.

Falsch gedacht. Bei der Massnahme geht es nur um Feuerwerk. Pyros sind für gewisse Politiker, Klubverantwortliche nach wie vor die grösste Provokation. Nichts bringt sie so sehr in Rage wie brennende Fackeln. Sie sind das Zeichen, dass Kontrolle nicht möglich ist. Für die Ultras sind sie das Signal, das sie sich trotz aller Zugeständnisse nicht völlig anpassen.

Die Massnahme des FC St.Gallen bringt natürlich keinen Erfolg. Den Beweis dafür lieferte die Muttenzer-Kurve, die nach den exemplarisch genauen Kontrollen bis auf die Unterhosen in der Arena gleich mehrmals Pyros zündete.

Im Tagblatt-Kommentar wurde das Verbot als «Verzeifelter Versuch» bezeichnet.

Das Verbot hat noch einen anderen Hintergrund. Beim Cuphalbfinal gab es nämlich gleich zwei Choreografien. Die eine wurde vom Espenblock unter dem Titel «Blockparty» gestaltet. Die andere hat die Betriebs AG organisiert. Lustige grüne Perücken konnten gekauft werden. Auf allen Sitzen lagen Fähnchen. Dreiviertel der Fläche gehörte dem FCSG-Logo, ein Viertel dem Sponsor. Dort stand: «Spiess. Echt gute Wurst». Die Perücken wurde aufgesetzt, die Fähnchen geschwenkt. Der Traum jedes Marketingverantwortlichen: Gesponserte Choreografien. Wieso kann es nicht immer so sein? Künftig ist es so. Das Choreo-Verbot gilt nur für den Espenblock..

Noch etwas zum Schiedsrichter: Die Beschimpfung desselben hat in St.Gallen schlechte Tradition. Gerade auf der Haupttribüne. Im Espenmoos drohten immer wieder Handgreiflichkeiten, bis Abschrankungen installiert wurden. Während dem Cup-Halbfinal ereiferten sich diverse Herren auf den Business-Seats dermassen, dass sich andere Zuschauer indigniert umdrehten. Busacca leitete das Spiel weitgehend fehlerfrei.

Natürlich verliert Hüppi darüber kein Wort.

So ist sie, die Fussballwelt in der Kommerz-Arena.

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